Frau hält Blatt Papier mit Symbol für Gleichberechtigung

Am 8. März ist Internationaler Frauentag – Warum dieser Tag so wichtig ist!

Seit 1911 gibt es ihn, den Internationalen Tag der Frauen, gerne auch „Weltfrauentag“ genannt. Traditionell wird er am 8. März gefeiert – und zählt in vielen Staaten als gesetzlicher Feiertag. Das Ziel: Die Gleichstellung der Geschlechter und Frauenrechte weiter voranzutreiben. Denn obwohl sich die sogenannte Gender Gap, also die Kluft zwischen Mann und Frau, im westlichen Raum langsam auflöst, sind Frauen auch hierzulande in vielen Bereichen immer noch im Nachteil.

Deshalb machen auch in diesem Jahr wieder viele Frauen in Deutschland und über die Ländergrenzen hinweg auf ihr Wahlrecht und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam. Der Tag hat also bis heute nichts an Aktualität verloren und stellt weltweit ein wichtiges Datum für die alle Frauen dar. Was sich genau hinter dem Internationalen Tag der Frauen verbirgt, welche Ziele mit dem Feiertag verbunden sind und wie er in Deutschland und anderen Ländern gefeiert wird, erklären wir in diesem Beitrag.

Inhalt

Die Geschichte des Weltfrauentages

Die Geschichte des Weltfrauentages beginnt im frühen 20. Jahrhundert. Bereits 1904 wurde in Berlin der Weltbund für das Frauenstimmrecht gegründet. Da Frauen bis dahin kein Recht auf eine aktive Wahlbeteiligung hatten, forderten die sich zu dieser Zeit immer stärker engagierenden Vorkämpferinnen für eine Gleichstellung von Mann und Frau ihr Stimmrecht ein.

Vorreiterin in dieser Sache war vor allem Clara Zetkin, die bereits 1907 auf der Ersten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz das Wahlrecht für Frauen einforderte. Nur ein Jahr später, am 27. August 1910, beschlossen 100 Delegierte aus verschiedenen Ländern auf Antrag von Clara Zetkin die Einführung eines jährlich stattfindenden Internationalen Frauentags. Das Ziel: Die endgültige Durchsetzung des Frauenwahlrechts.

Kurz darauf, am 19. März 1911, wurde in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn, der Schweiz und den USA der erste Weltfrauentag gefeiert. Millionen Frauen gingen auf die Straßen und forderten an politischen Wahlen teilnehmen und hohe Ämter bekleiden zu dürfen. Das Datum des Weltfrauentages wurde dabei gezielt gewählt. Denn der 18. März – der Gedenktag für die Gefallenen in Berlin während der Revolution 1848 – sollte den revolutionären Charakter unterstreichen. Der Ruf nach mehr Gleichberechtigung sollte hohe Wellen schlagen.

1918 war es geschafft: Das Deutsche Reich und viele weitere Länder führten das Frauenwahlrecht ein und verankerten es im Wahlgesetz. Im Januar 1919 wählten Frauen zum ersten Mal in der Geschichte Deutschlands. Dennoch fand der Weltfrauentag weiterhin statt. In den Folgejahren wechselte das Datum regelmäßig, bis es 1921 auf den 8. März festgelegt wurde.

Im Laufe der Jahrzehnte wurden immer mehr Maßnahmen zur Gleichberichtigung der Frauen, wie Arbeitsschutzgesetze, Anspruch auf Bildung und gleicher Lohn durchgesetzt. Doch auch heute sind Frauengesetze noch längst nicht überall etabliert. Besonders in Bhutan und Saudi-Arabien sind viele Frauen aus politischen und gesellschaftlichen Bereichen ausgeschlossen. Und auch hierzulande sind Frauen in vielen Dingen noch immer nicht gleichberechtigt. Genau auf diese Problematik soll auch der diesjährige Weltfrauentag aufmerksam machen.

Die Ziele des internationalen Frauentages damals und heute

Der erste Weltfrauentag 1911 stand unter dem Zeichen der zunehmenden Emanzipation. Während die damalige Hauptforderung vor allem noch im Frauenwahlrecht bestand, kamen im Laufe der Zeit immer mehr Bereiche hinzu, in die die Gleichberechtigung Einzug erhalten sollte. So verlangten die Teilnehmerinnen Arbeitsschutzrechte, Mutterschutz und gleiche Löhne für gleiche Arbeit. Doch nicht nur die Arbeitsrechte von Frauen wurden thematisiert. Auch die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen oder spezielle Rechte für Mütter zählten zu den elementaren Forderungen.

Aber erst in den Nachkriegsjahren 1948/49 schafften es vier Vorkämpferinnen, den damaligen Parlamentarischen Rat von der Gleichstellung der Frauen zu überzeugen. Dr. Elisabeth Selbert, Frieda Nadig, Helene Weber und Helene Wessel setzten das durch, was der Internationale Frauentag schon lange in Deutschland forderte, nämlich die Verankerung der Gleichberechtigung im Grundgesetz. „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ (Art. 3, Abs. 2). Mit dieser historischen Zäsur feierte auch der Weltfrauentag einen noch nie dagewesenen Erfolg.

Erst 1994 sah sich auch die Politik in der Verantwortung und fügte dem Absatz folgenden Wortlaut hinzu: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Mit diesen Worten sollte auch der Staat einen neuen Verfassungsauftrag bekommen und für eine aktive Gleichstellung in der Gesellschaft sorgen.

Und genau dieser Verfassungsauftrag steht am diesjährigen Weltfrauentag im Mittelpunkt. So lautet der Leitspruch für den internationalen Weltfrauentag in Deutschland 2019: „Verfassungsauftrag Gleichstellung – Taten zählen!“ gewählt. Der Leitspruch verdeutlicht das aktuelle Dilemma: Frauen sind zwar auf dem Papier und vor dem Gesetz gleichgestellt, jedoch äußert sich diese Tatsache nicht in allen Bereichen der Gesellschaft. Der diesjährige Weltfrauentag ruft deshalb zum aktiven Handeln auf.

Internationaler Frauentag in Deutschland

Mehr als 100 Jahre nach dem ersten Weltfrauentag hat sich viel getan. Die Emanzipation ist weiter vorangeschritten und die Gleichberichtigung hat in viele Bereiche Einzug erhalten. Von der eigentlichen Entstehungsgeschichte ist in Deutschland dennoch viel in Vergessenheit geraten – was nicht zuletzt an den Nationalsozialisten lag, die den Internationalen Frauentag verboten hatten. Und auch in der jungen Bundesrepublik (ganz im Gegensatz zur ehemaligen DDR) geriet der Tag zu Ehren der Frauen zeitweise in Vergessenheit.

Sein Comeback feierte der Weltfrauentag erst nach der Wiedervereinigung. Heute wird der Tag besonders von den zahlreichen gesellschaftspolitisch engagierten Frauenorganisationen wiederbelebt. Von vielen Gewerkschaften, aber auch von Geschäften oder Arbeitgebern bekommen Frauen an diesem Tag rote Nelken geschenkt. Diese sollen an den ersten Weltfrauentag 1911 erinnern, an dem sich die demonstrierenden Frauen diese Blumen als Zeichen des Widerstandes ans Revers steckten.

Um den Weltfrauentag weiter im Bewusstsein zu verankern, finden in den Städten Deutschlands viele Aktionen statt, die an die Anfänge und natürlich auch die heutigen Probleme erinnern. In Berlin ist seit diesem Jahr der Weltfrauentag sogar ein gesetzlicher Feiertag. Begleitet wird der arbeitsfreie Tag deshalb von zahlreichen Festen und Veranstaltungen. Was genau geplant ist, erfahren Sie auf der Veranstaltungsseite von Berlin.de.

Internationaler Frauentag in anderen Ländern

Gemeinsam mit den Vereinten Nationen feiern viele Länder der Welt  auch dieses Jahr den Weltfrauentag. Jährlich steht dabei ein anderes Thema im Vordergrund, das zu mehr Gleichberechtigung mahnen soll. Länderübergreifend läuft der Weltfrauentag 2019 unter dem Motto #BalanceforBetter: Balance drives a better working world. Let’s all help create a #BalanceforBetter.“ Obwohl dieses übergreifende Motto natürlich für alle Länder gleichermaßen gilt, begehen einige Staaten den Frauentag mit unterschiedlichen Traditionen.

Frauentag in Italien

Gelbe Mimosen. Diese Blumen bekommen alle Italienerinnen am Weltfrauentag geschenkt. Dabei steht nicht die Blume selbst im Vordergrund, sondern deren historische Bedeutung. Denn die Tradition geht auf drei Widerstandskämpferinnen zurück, die sich gegen die Herrschaft der Faschisten auflehnten und die Blumen als ihr Symbol wählten. Die gelben Blumen stehen in Italien deshalb als Zeichen für die Befreiung der Frauen aus der männlichen Unterdrückung.

Frauentag in China

Der Frauentag in China gehört tatsächlich nur den Frauen. Denn im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen bekommen chinesische Frauen den 8. März in den meisten Fällen frei. Besonders in den öffentlichen Behörden wird diese Tradition gepflegt. Und falls die Damen doch gerne in die Arbeit kommen, werden sie mit kleinen Aufmerksamkeiten von den Unternehmen bedacht.

Frauentag in Indien

Gerade in Indien sind Frauen in der Gesellschaft noch nicht gleichstellt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass bis vor einigen Jahren der Weltfrauentag in diesem Land noch keine besonders große Rolle spielte. Doch mit dem Bekanntwerden zahlreicher Gewaltverbrechen gegen Frauen und dem zunehmenden Emanzipationswillen der Inderinnen gewinnt der Weltfrauentag an Bedeutung. Viele nutzen den Tag deshalb für Protestmärsche und Versammlungen, auf denen die Frauen Gewalt anprangern und die Abschaffung des patriarchalischen Gesellschaftssystems zu fordern.

Frauentag in Äthiopien

Wie in vielen afrikanischen Länder ist auch in Äthiopien die Gleichstellung der Frau noch nicht gesellschaftlich verankert. Genitalbeschneidungen, Kinderhochzeiten und Gewalt gegen Frauen sind nach wie vor alltäglich. Viele Äthiopierinnen kämpfen deshalb am Weltfrauentag für ihre Rechte. Zahlreiche Organisationen rufen zu Demonstrationen und Aufklärungskampagnen auf.

Blumen bringen keine Gleichberechtigung

Klischee statt Gleichberechtigung. Auch am diesjährigen Weltfrauentag bekommen Frauen von Arbeitskollegen, Partnern und Freunden zahlreiche Blumen geschenkt. Supermärkte werben mit Rabatten auf Putzartikel und Drogerien bringen ihre Parfums an den Mann – beziehungsweise an die Frau. Doch mit all diesen Klischees hat die ursprüngliche Idee des Weltfrauentags nichts zu tun. Stattdessen sollte auf die immer noch anhaltende Diskriminierung und die in weiten Teilen der Welt immer noch fehlenden Frauenrechte aufmerksam gemacht werden. Was Frauen am 8. März also bekommen sollten, sind keine klischeehaften Geschenke, sondern mehr Gleichberechtigung.

Titelbild: © nito100/iStock.com

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