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InsurTechs: Wieso sie klassische Versicherer nicht ersetzen können

Vorsicht vor schlechtem Service!

InsurTechs machen klassischen Versicherern Konkurrenz. Und das, obwohl sie meist keine eigenen Versicherungen anbieten, sondern aus fremden Policen-Töpfen schöpfen. Ihr Geheimnis? Digitale Verwaltungsdienstleistungen. Ihr Manko? Undurchsichtigkeit und eine rein digitale Betreuung, die selbst bei den sogenannten Digital Natives nicht so gut ankommt, wie erwartet.

InsurTechs? Wer?

Der Begriff setzt sich aus zwei Begriffen zusammen: Insurance (dt. Versicherung) und Technology (dt. Technologie) und steht somit als Sammelbegriff für moderne Technologien in der Versicherungsbranche. Sie sind eine Spezifizierung der übergeordneten FinTechs: Finance (dt. Finanzen) und Technology.

Allein in Deutschland gibt es mittlerweile rund 40 dieser InsurTech-Start-Ups. Da diese häufig ähnliche Services anbieten, ist der Markt heiß umkämpft und es werden sicherlich so einige schnell wieder in der Versenkung verschwinden.

Was InsurTechs bieten

Laut eigenen Angaben entstauben sie die klassische Versicherungsbranche und bieten innovative Versicherungskonzepte, die abgeheftete Verträge und Co. durch digitale Dienstleistungen ersetzen. Die Unternehmen lassen sich in folgende Bereiche untergliedern.

Marketplace/Aggregator (dt. digitaler Marktplatz): Beinhaltet Produkte von unterschiedlichen Versicherern.

Peer-2-Peer (dt. Gleichgestellter, alle Kunden sind gleichberechtigt) / Cashback (dt. Bargeld zurück / Bonusprogramm): Hier werden Versicherungsbeiträge gesammelt und diese den Versicherten zurückerstattet oder karitativen Zwecken zur Verfügung gestellt.

Insurance Management (dt. Versicherungs-Management / Verwaltung): Dient zur Ablage abgeschlossener Policen und fungiert mittels App als digitaler Versicherungsordner oder als Verwaltungsprogramm für Unternehmen. Dieses kann auch Versicherungen enthalten und nennt sich dann „Employee-Benefits“-Systeme.

Direct Insurer/Tied Agent (dt. vertraglich gebundener Vermittler): Dabei geht es um gezielte Online-Abschlüsse durch einen Direktversicherer oder Mehrfachagenten.

Sales Tools/Software (spezielle Computer-Programme): Spezielle Technologien für die Analyse und Vermittlung von Versicherungsdaten, die Makler und Versicherer bei der Verwaltung unterstützen sollen.

Auf den ersten Blick scheint der digitale Service lohnenswert. Aber sollten von Kundenseite doch mal individuelle Fragen aufkommen, bleibt der persönliche Service auf der Strecke. Zudem werden neu abgeschlossene Policen kostenpflichtig auf die jeweiligen Unternehmen übertragen. Was die meisten InsurTechs außerdem gemeinsam haben? Intransparenz.

Klassische Versicherer müssen mitziehen!

Ist die Digitalisierung bei Versicherungsprodukten damit gescheitert? Natürlich nicht! Und Versicherer haben jetzt die Chance, durch eigene innovative Serviceleistungen die Lücke zwischen der undurchsichtigen digitalen Produktwelt und den klassischen Policen zu schließen. Und zwar durch ähnliche, aber bessere Konzepte. Als deutschlandweiter Vorreiter gilt die IDEAL UniversalLife-Police. Hier werden Digitalisierung, Transparenz, Flexibilität und individuelle Vorsorge-Bausteine groß geschrieben. Die UniversalLife dient der Altersvorsorge und dem Sparen und Absichern von Lebensrisiken.

Frau Paul leitet das Produktmanagement der IDEAL Versicherungsgruppe und hat uns erläutert, inwieweit sich das transparente Versicherungskonto der IDEAL UniversalLife von den digitalen Services der InsurTech-Branche abhebt.

Redaktion: Es liegt nahe, dass InsurTechs speziell die junge Generation ansprechen, da sie mit der digitalen Welt vertraut ist. In puncto Versicherungen haben Sie dagegen noch großen Nachholbedarf. Ein gefundenes Fressen also, um unnütze Versicherungen und schlechten Service zu verkaufen?

Frau Paul: Nicht alle InsurTech Unternehmen bieten schlechten Service. Dennoch ist kein Vermittler für die Beratung vor Ort, der das Risiko des Kunden umfassend beurteilen kann. Auch würde ich nicht behaupten, dass die angebotenen Versicherungen in jedem Fall unnütz sind. Es gibt Produkte, die weniger beratungsintensiv sind, die sich wunderbar über InsurTechs vertreiben lassen.

Redaktion: InsurTech-Start-Ups werben mit digitalen Services. Bei der IDEAL UniversalLife erfolgt ebenfalls alles auf digitalem Weg. Wieso unterscheidet sich Ihr Angebot dennoch von dem der InsurTechs?

Frau Paul: Aufgrund der Vielfalt der InsurTech-Unternehmen, die alle unterschiedliche Zwecke abbilden ist ein Vergleich schwierig. Die IDEAL UniversalLife ist aus unserer Sicht ein beratungsintensives Produkt mit all den Möglichkeiten, die sie bietet. Verschiedene Versicherungsarten in einem Vertrag, flexible Ein- und Auszahlungsmöglichkeiten bis ins hohe Rentenalter und eine überdurchschnittliche Verzinsung. Der Kunde hat auf Knopfdruck Zugriff auf sein transparentes Versicherungskonto mit all den wesentlichen Vertragsinformationen wie Kosten und Überschüsse und das sogar für ihn nachrechenbar. Die Blackbox Versicherung, bei der ein Kunde seine jährliche Wertemitteilung nicht nachvollziehen kann, wird damit erstmals entzaubert.

Was den InsurTechs ähnlich ist, ist der komplette digitale Prozess. Dies ist nicht nur für den Kunden eine Vereinfachung, gerade bei der jungen Generation, die alles auf Tablets oder Smartphones erledigt. Auch dem Vermittler bieten sich mit der digitalen Kundenansprache ungeahnte Möglichkeiten. So kann Beratung teilweise sogar stattfinden, ohne dass Kunde und Vermittler an einem Tisch sitzen.

Redaktion: Welche Gefahren sehen Sie in den rund 40 InsurTech-Start-Ups, die es bisher in Deutschland gibt?

Frau Paul: Die größte Kritik, die wir Vertreter des klassischen Versicherungsmarktes haben, ist die mangelhafte Beratung vieler InsurTech- Unternehmen. Umfangreiche Beratung umfasst die explizite Information über das Maklermandat sowie verschiedenste Dokumentations- und Haftungspflichten, die es einzuhalten gilt. Diese Vorgaben macht der Gesetzgeber und hier ist aus meiner Sicht bei vielen Unternehmen ein großer Mangel bezüglich der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zu verzeichnen.

Titelbild: © golubovy