Laboruntersuchung am Mikroskop

Individuelle Gesundheitsleistungen zur Krebsfrüherkennung

Maßgeblich für die Leistungen, die im Fall einer Krebserkrankung vom Patienten selbst gezahlt werden müssen, sind die individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL).  Eine andere Bezeichnung ist „Selbstzahlerleistungen“. Je nach Krankenkasse kann es dabei zu erheblichen Abweichungen kommen. Für eine bessere Übersichtlichkeit werden daher unter den individuellen Gesundheitsleistungen alle Leistungen zusammengefasst, die im Leistungskatalog der Krankenkassen nicht aufgeführt sind, für die der Patient zunächst also selbst aufkommen muss. Bei den Anwendungen und Untersuchungsverfahren aus dem Leistungskatalog hingegen, handelt es sich um Maßnahmen, die per Gesetz vorgeschrieben sind. Darüber hinaus sind die gesetzlichen Kassen frei in der Übernahme weiterer medizinischer Versorgungsangebote. Dabei handelt es sich z. B. um Vorsorgemaßnahmen, aber auch um Behandlungsverfahren, die als nicht zweckmäßig, nicht wirtschaftlich oder auch nicht ausreichend bezeichnet werden. Es versteht sich von selbst, dass die Meinungen dazu auseinandergehen können. Vor allem bei neuen Verfahren muss zunächst abgewartet werden, ob die Ergebnisse überzeugen. Auch bei sehr teuren Leistungen ist damit zu rechnen, dass die Krankenkasse eine Kostenübernahme ablehnt, wenn andere Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen. Der Leistungskatalog ist aber nicht statisch, Änderungen sind möglich.

Warum ist ein Leistungskatalog nötig?

Grundsätzlich ist ein Leistungskatalog über individuelle Gesundheitsleistungen wichtig. Er garantiert eine umfassende Versorgung der versicherten Patienten, auch im Fall einer Krebserkrankung. Dass nicht alles aufgeführt ist, was medizinisch möglich ist, dient u. a. dem Schutz der Patienten, denn die Aufgabe von IGeL ist auch, Schaden abzuwenden. Für die Betroffenen ist nicht immer erkennbar, ob ein Verfahren, das vielleicht als hilfreich angepriesen wird, tatsächlich geeignet ist, die Krankheit zu behandeln oder die Symptome zu mildern. Der Leistungskatalog ist daher auch für Patienten eine wichtige Richtlinie. Hier erfahren sie, was in jedem Fall übernommen wird und welche Untersuchungen und Maßnahmen sich bewährt haben. Dennoch darf der Arzt auch Verfahren anordnen, die nicht vom Leistungskatalog abgedeckt ist. Er weist dann den Patienten daraufhin, dass eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse ungewiss ist und erst ein entsprechender Antrag gestellt werden muss.

IgeL zur Früherkennung

Gerade bei der Prävention zur Verhinderung von Krebserkrankungen und der Früherkennung gibt es eine Reihe von Leistungen, die von den Krankenkassen übernommen werden. Die Ergebnisse werden regelmäßig ausgewertet, um zu prüfen, ob eine Aktualisierung nötig ist. Für gewöhnlich werden  Leistungen nicht übernommen, die nicht von Ärzten durchgeführt werden. Dazu zählen auch Behandlungen oder Untersuchungen durch Heilpraktiker. Ein weiteres Beispiel ist das vorsorgliche Entfernen von Hautveränderungen, ohne dass ein Hinweis darauf vorliegt, dass die Hautstelle zu entarten droht. Bei der Früherkennung von Prostatakrebs ist eine Übernahme der Kosten nicht möglich, wenn der Patient eine Bestimmung des prostataspezifischen Antigens wünscht, obwohl es keine Hinweise auf eine Krebserkrankung gibt. Bei Frauen hingegen wird keine vaginale Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Krebs an den Eierstöcken oder in der Gebärmutter übernommen, wenn keine entsprechenden Indikatoren auf eine Krebserkrankung vorliegen. Als Begründung gilt, dass keine wissenschaftlichen Beweise erbracht werden konnten, dass eine solche Untersuchung die Früherkennung verbessert, auch wenn keine Anzeichen vorliegen. Sie sind damit medizinisch nicht notwendig.

Welche Möglichkeiten bestehen dennoch?

Wenn die gewünschte Methode oder das gewählte Verfahren eine sogenannte IGeL ist, bedeutet das nicht, dass sie grundsätzlich nicht gezahlt wird. Es lohnt sich in jedem Fall, einen Antrag zu stellen und um Übernahme der Kosten zu bitten. Die Notwendigkeit sollte dann aber ausführlich begründet werden. Möglich ist auch eine anteilige Erstattung. In solchen Fällen werden z. B. die ersten Anwendungen bezahlt, für weitere ist der Patient dann selbst verantwortlich. Bis dahin weiß er aber sehr wahrscheinlich, ob ihm die Behandlung überhaupt hilft. Geht es aber beispielsweise „nur“ darum, das Wohlbefinden zu steigern oder die allgemeine Gesundheit zu verbessern, ist nicht mit einer finanziellen Unterstützung zu rechnen. Anders sieht es bei Behandlungen im Rahmen von Forschungsarbeiten aus. In diesem Fall übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht, dafür springen aber die Kliniken ein.

Lösung für Privatversicherte

Auch für privat versicherte Patienten gibt es Regelleistungen und IGeL. Eine generelle Auslegung ist nicht möglich, da die Versicherer Verträge mit den Versicherten abschließen, die voneinander stark abweichen können, abhängig davon, welcher Versicherungsumfang gewünscht ist. Es lohnt sich aber, den Versicherer anzusprechen, wenn der Arzt ein Verfahren empfiehlt, dessen Kosten aber nicht per Leistungskatalog übernommen werden.

Anlaufstellen zur Beratung über individuelle Gesundheitsleistungen

Der erste Ansprechpartner ist der behandelnde Arzt. Er ist verpflichtet, den Patienten aufzuklären, wenn ein von ihm empfohlenes oder angeratenes Verfahren eine IGel ist. Beratend tätig werden außerdem der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V., wie auch der Sozialverband Deutschland (SoVD).

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