Honorarkräfte – Geringverdiener trotz Studium

Sie sind maßgeblich an der Integration von Ausländern beteiligt. Mit ihrem Fachwissen bringen sie ihnen ein Stück deutscher Kultur näher. Doch die berufliche Situation ist für Lehrkräfte, die Deutsch als Fremdsprache unterrichten, prekär. Sie sind akademisch ausgebildet und arbeiten dennoch auf Niedriglohn-Niveau. Und die Beschäftigungssituation ist an namhaften Instituten nicht besser. Zeugnis davon gibt die aktuelle Berichterstattung über das Goethe-Institut ab, bisher das Aushängeschild für deutschen Kultur-Transfer. Das Image beginnt langsam aber sicher zu bröckeln.

“Wer 35 Euro verdient, ist ein Topverdiener”

So titelt die ZEIT in einem Beitrag zur finanziell prekären Situation von Sprachlehrern, die in Deutschland im Bereich Weiterbildung an Volkshochschulen oder Instituten auf Honorarbasis unterrichten. Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache (DaF). Sie haben in der Regel ein Studium in den Fächern Germanistik und DaF absolviert, sich durch Zusatzqualifikationen die Berechtigung zu lehren angeeignet. Dennoch gelten sie als Geringverdiener und sind gezwungen, ihren Lebensunterhalt mit Hartz-IV-Leistungen aufzustocken.

Die Germanistin Berit Kramer (Name geändert) berichtet von 36 Unterrichtseinheiten pro Woche. Ihr Jahresbruttoeinkommen 2016: 14.928 Euro. Ein Einzelfall ist sie nicht. Bundesweit arbeiten 192.488 Lehrkräfte frei- oder nebenberuflich an deutschen Volkshochschulen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat erst 2016 den Stundenlohn von 23 auf 35 Euro für Kurse, die von ihm finanziert werden, erhöht. Ein Durchbruch war dies für die Lehrkräfte allerding nicht. Die Unterrichtseinheit wird zwar bezahlt. Doch Zeiten für Vor- und Nachbereitung bleiben unvergütet.

Goethe-Institut: Der Vorwurf der Scheinselbständigkeit

Erneut im Fokus der Öffentlichkeit steht das Goethe-Institut. Doch nicht für hervorragende Leistungen in Sachen kultureller Austausch. Dafür gebührt ihm Anerkennung, allerdings nicht für die schlechten Beschäftigungsbedingungen seiner Angestellten. Rund 80 Prozent der Sprachkurse werden von Honorarkräften gegeben. Im Tagesspiegel wurde bereits 2014 von Seiten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Kritik darüber laut.

“Das Goethe-Institut hat weltweit einen guten Ruf – nur bei seinen Beschäftigten nicht”, monierte damals schon die Bundesvorsitzende der GEW Marlis Tepe. Aktuell wird wieder am Bild des Vorzeige-Instituts gerüttelt. Die Deutsche Rentenversicherung wirft dem gemeinnützigen Verein für Sprachaustausch im In- und Ausland vor, über Jahre Scheinselbständige beschäftigt zu haben. Die Konsequenz: Das Goethe-Institut hat Medienberichten zufolge alle Verträge mit freien Mitarbeitern auslaufen lassen. Ein finanzielles Debakel für viele Honorar-Kräfte.

Rücklagen fürs Alter: Unmöglich?

Honorarkräfte leben häufig von der Hand in den Mund. Die Gehälter im Weiterbildungsbereich liegen – mit Ausnahme der Lehrkräfte an Schulen – weit unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Der Bedarf an Fachkräften für den Spracherwerb ist in Deutschland groß, doch noch immer ist die Bezahlung an der Anzahl der Kursteilnehmer gekoppelt. Findet der Kurs aus Krankheitsgründen nicht statt, werden Lehrbeauftragte nicht bezahlt. Die berufliche Situation ist ungerecht, und birgt Gefahren, deren Tragweite erst im Rentenalter spürbar wird. Honorarkräfte müssen flexibel sein, ihre Auftraggeber wechseln. Die Folge sind Einkommensschwankungen, die es erschweren, regelmäßig Geld für die eigene Altersorge auf die Seite legen zu können. IDEAL UniversalLife macht die private Rentenvorsorge auch für Berufstätige, die in flexiblen Beschäftigungsverhältnissen stehen, finanzierbar. Volle Versicherung vom ersten Tag bei einer flexiblen Beitragshöhe, die an individuelle Lebensumstände angepasst werden kann. Denn mit kleinen Beiträgen vorzusorgen ist allemal besser als auf die private Absicherung zu verzichten.

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