Frau im Homeoffice

Homeoffice – In den eigenen vier Wänden arbeiten

Während der vergangenen Lockdowns mussten die Deutschen ihre Arbeit wiederholt aus dem Büro ins Homeoffice verlagern. Doch was ist Homeoffice überhaupt? Besteht ein Recht darauf und was zahlt der Arbeitgeber? Das und mehr erklären wir im Beitrag.

Flexible Arbeitsmodelle

Homeoffice ist nicht gleich Homeoffice. Für Remote Work gibt es ganz unterschiedliche Begriffe. Telearbeit, Mobiles Arbeiten oder Homeoffice – was ist was?

Telearbeit

Telearbeit nimmt in der Riege der Arbeitsmodelle einen besonderen Platz ein. Haufe definiert sie wie folgt: Alle Arbeitsmodelle, „bei denen Mitarbeiter einen Teil der Arbeit außerhalb der Gebäude des Arbeitgebers verrichten“, gelten als Telearbeit. Ganz egal, ob der Arbeitnehmer dabei einen festen Arbeitsplatz eingerichtet hat oder von unterwegs arbeitet.

Mobiles Arbeiten

Wie der Name schon sagt, handelt es sich beim mobilen Arbeiten um die Ausübung des Berufs ohne ein festes Büro. Meist stellt der Arbeitgeber hier mobile Endgeräte zur Verfügung, die entsprechend gesichert sind, damit der Arbeitnehmer auch auf Reisen im Zug, am Flughafen, im Hotel oder zu Hause auf dem Sofa arbeiten kann. Dem Bundesamt für Arbeit und Soziales zufolge ist derzeit ein Gesetzesentwurf in Arbeit, der das mobile Arbeiten fördern und erleichtern soll.

Homeoffice

In manchen Fällen auch „Remote Work“,e-Work“ oder „Teleheimarbeit“ genannt, bedeutet Homeoffice vor allem eines: Der Arbeitnehmer übt seine Arbeit von zu Hause aus und ist über ein digitales Netzwerk mit dem Unternehmen verbunden. Der Expertenseite Arbeitsrechte.de zufolge gibt es zwei gängige Modelle für das Homeoffice in Deutschland.

Erstens wäre da die heimbasierte Telearbeit, bei der der Arbeitnehmer tatsächlich ausschließlich zu Hause arbeitet.

Zweitens gibt es das alternierende Homeoffice. Dieses Modell zeichnet sich dadurch aus, dass der Arbeitnehmer teils zu Hause und teils im Unternehmen arbeitet.

Nachbarschaftsbüro

Beim Nachbarschaftsbüro sitzen Angestellte mehrerer Unternehmen in einem Büro zusammen. Das kann sozialer Isolierung vorbeugen. Für Arbeitgeber bedeutet das eine Kostenersparnis, da sich die Angestellten Arbeitsmaterial und Geräte teilen können. Hier gilt es allerdings hinsichtlich Datenschutz Vorsicht walten zu lassen.

Gesetzeslage zum Homeoffice

Das Arbeitsmodell Homeoffice ist bereits seit Langem Gegenstand politischer Diskussionen. Ein grundlegendes Recht auf Homeoffice besteht derzeit nicht. Allerdings zwang die Coronavirus-Pandemie Regierungen und Entscheider in der Wirtschaft zum Handeln. So galt zwischen dem 24. April 2021 und dem 30. Juni 2021 zum Beispiel ein überarbeitetes Infektionsschutzgesetz. Anwalt.de zufolge hatten Arbeitgeber ihren Angestellten anzubieten, dass sie Arbeiten in der Wohnung erledigen können, sofern es möglich ist, diese Büroarbeit oder „vergleichbare Tätigkeiten“ durchzuführen. Das einzige Hindernis dafür waren „betriebsbedingte Gründe“.

Diese Regelung gilt nun nicht mehr. Jetzt liegt es wie früher beim Arbeitgeber, ob und in welchem Maße die Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten dürfen. „Die Präsenzpflicht im Büro ist eine Nebenpflicht“ erklärte der Dresdner Anwalt Thomas Kinschewski gegenüber dem MDR. Wer wörtlich vom Chef die Anweisung zur Büroarbeit erhält und dagegen verstößt, muss mit einer Abmahnung rechnen. Bei Wiederholung kann eine fristlose außerordentliche Kündigung erfolgen.

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Arbeitsplatz im Homeoffice

Um den Arbeitsplatz im Eigenheim richtig einzurichten, sind vor allem die folgenden Punkte bei der Ausstattung wichtig:

  • Es müssen ausreichend Strom-, Telefon- und Internetanschlüsse vorhanden sein.
  • Das Homeoffice muss möglichst ablenkungsfrei und ruhig eingerichtet sein. Am besten ist es, ein ungenutztes Zimmer dafür einzurichten.
  • Im Homeoffice muss ausreichend natürliches Licht vorhanden sein, um die Belastung der Augen möglichst gering zu halten.
  • Schreibtisch, Stuhl und Monitor sollten ergonomisch sinnvoll aufgebaut sein, damit keine Haltungs- und Rückenschäden entstehen.
  • Welche Arbeitsmaterialien der Arbeitgeber übernimmt, ist von Chef zu Chef unterschiedlich. Eine einfache Nachfrage kann Klarheit verschaffen.

Der Vereinigten Lohnsteuerhilfe e.V. zufolge kann, wer keinen Arbeitsplatz im Unternehmen hat, die Kosten des eigenen Arbeitszimmers im Homeoffice von der Steuer absetzen. Der jährliche Höchstbetrag steht derzeit bei 1.250 Euro. Dabei gilt: Es darf sich nicht einfach um die Arbeitsecke im Wohnzimmer handeln. Der Raum muss als Büro eingerichtet sein und darf nur für berufliche Zwecke benutzt werden.

Versicherungen im Homeoffice

Generell sind Arbeitnehmer sowohl auf dem Weg zur Arbeit als auch während ihrer Arbeitszeit gesetzlich unfallversichert. Unfälle, die nicht im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen, fallen aus diesem Versicherungsschutz. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) liefert in diesem Rahmen ein paar Beispiele. So ist ein Unfall auf dem Weg zur Toilette im Homeoffice generell nicht gesetzlich versichert. Auch ein Sturz in der Küche, weil der Arbeitnehmer sich ein Glas Wasser holen wollte, fällt nicht unter den gesetzlichen Schutz. Die Begründung: Beide Handlungen haben nicht direkt mit der beruflichen Tätigkeit zu tun. Eine private Unfallversicherung schließt die Lücke im Versicherungsschutz.

Vorteile von Homeoffice-Arbeit

Ein großer Vorteil von Homeoffice-Arbeit ist das Wegfallen des täglichen Pendelverkehrs. Arbeitnehmer fahren, so berichtete der Spiegel, im Schnitt 16,9 Kilometer (Stand 2018) zur Arbeit. Staus oder andere Stressauslöser im Verkehr fallen so komplett weg. Arbeitnehmer können sich ihre Arbeitszeit im Homeoffice freier einteilen und profitieren von mehr Ruhe und Selbstbestimmung. Zudem kann die Aufteilung der Belegschaft auf verschiedene Homeoffices die Ausbreitung von Krankheiten im Büro verhindern.

Arbeitgeber profitieren auch davon. Weniger Erkrankungen und weniger Ablenkung bei den Angestellten bedeuten eine höhere Produktivität. Zudem hilft es bei der Arbeitnehmerbindung: Ein Homeoffice-Angebot kann das Image eines Unternehmens verbessern. Unternehmen, die die Arbeit ganz ins Homeoffice verlegen, sparen darüber hinaus Mietkosten für teure Büroflächen.

Nachteile von Homeoffice-Arbeit

Gleichzeitig bringt diese Art des Arbeitens für alle Parteien auch gewisse Nachteile mit sich. Zum Beispiel gibt es im Homeoffice genauso Ablenkungen wie im Büro – nur sind es da nicht die plaudernden Kollegen oder ständige Anrufe, sondern vielleicht die eigene Familie, Freunde oder der Haushalt. Schnell mal die Spülmaschine einräumen oder die Wäsche aufhängen – und schon fehlt eine halbe Stunde. Außerdem kann es, je nachdem wie lang die Homeoffice-Phase andauert, schwer werden, die Work-Life-Balance aufrecht zu erhalten. Wer den ganzen Tag in seinem Büro sitzt und nicht nach Hause fahren muss, für den kann die Grenze zwischen Arbeitsleben und Privatsphäre auf ungesunde Weise verwischen. Abschließend kann sich auch ein Isolationsgefühl einstellen, sodass unter Umständen das Teamgefühl leidet.

Arbeitgeber wiederum haben, sobald sie ihre Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten lassen, keine wirkliche Übersicht mehr. Es ist schwerer, die Arbeitszeiten und die erledigten Aufgaben zu kontrollieren. Zudem ist die Datensicherheit der digitalen Infrastruktur nicht immer gegeben. Hier müssen sich die Arbeitgeber darauf verlassen, dass ihre Angestellten entsprechend geschult sind und die richtigen Schritte einleiten, damit keine Unternehmensdaten in die falschen Hände geraten.

Titelbild: © SeventyFour/ iStock.com

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