Krebsvorsorge - HIV Test im Labor

HIV-Infizierte anfälliger für Krebs

HIV ist zwar aus den Schlagzeilen verschwunden, die Risiken sind aber keinesfalls gebannt. Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts von 2015 sind in der Bundesrepublik 83.400 Menschen an Aids oder HIV erkrankt. Darin enthalten sind etwa 13.200 Personen, die noch nichts von ihrer Infektion wissen. Im Jahr 2014 gab es geschätzte 3200 neu infizierte Patienten. Diese Zahl ist konstant gleich zum Vorjahr, insgesamt aber leicht rückläufig. Für die Betroffenen, von denen über 50.000 Männer sind, bedeutet das offenbar auch, dass sie ein erhöhtes Risiko haben, an Krebs zu erkranken.

Geschwächtes Immunsystem führt zu Krebs

Die HIV-Infektion (Humanes Immundefizienz-Virus) ist eine Erkrankung des Immunsystems. Ein schwaches Immunsystem birgt auch immer die Gefahr weiterer Erkrankungen. Das bedeutet, dass auch das Risiko für eine Krebserkrankung steigen kann. Das gilt leider auch für die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine eher seltene Tumorart ausbildet. Es bedeutet aber nicht zwingend, dass eine HIV-Infektion zu einer Krebserkrankung führt. Bis zu einer Diagnose beobachten die Betroffenen an sich für gewöhnlich ein gehäuftes Auftreten von Infektionen. Grund dafür ist, dass das auslösende HI-Virus sein Erbmaterial in bestimmte Abwehrzellen schleust. Das führt dazu, dass die Zellen zerstört werden und der Patient im Falle eines Kontakts mit Krankheitserregern schutzloser ist. Der direkte Einfluss des Immunsystems auf Krebserkrankungen ist noch nicht vollständig geklärt. Die gehäuften Krankheitsfälle von Krebs sind jedoch auffällig. Es ist aber davon auszugehen, dass vor allem die reduzierte Fähigkeit, Viren zu begegnen dafür maßgeblich ist. Schließlich werden einige Krebserkrankungen durch Viren ausgelöst. Zum Vergleich werden die Ergebnisse von organtransplantierten Patienten hinzugezogen. Diese Patienten müssen Medikamente einnehmen, die ihrerseits das Immunsystem unterdrücken. Auch bei ihnen ist eine erhöhte Gefahr, an Krebs zu erkranken zu beobachten. Darüber hinaus ist die erhöhte Entzündungsneigung bei HIV ein Risikofaktor für die Entstehung von Krebs. Folgende Krebserkrankungen treten bei HIV-Patienten gehäuft auf:

  • Gebärmutterhalskrebs
  • Lungenkrebs (HIV-infizierte Raucher)
  • Blasenkrebs
  • Karposi-Sarkom
  • Leberkrebs

Einen absolut sicheren Nachweis gibt es dafür aber nicht. So gibt es immer wieder Studien, die diese Warnung kritisch betrachten. Dennoch sind HIV-Patienten gut beraten, mögliche Impfungen zu nutzen, die das Risiko einer Infektion verhindern können. Dazu gehören die HPV-Impfung und der Impfschutz gegen Hepatitis B.

Einfluss der HIV-Therapie auf das Krebsrisiko

Die HIV-Therapie ist in der Lage, das Risiko für eine Krebserkrankung zu senken. Mit der Behandlung soll das Immunsystem gestärkt werden. Dennoch bleibt HIV offenbar ein Risiko für die Entstehung einer Krebserkrankung. Die Patienten sollten außerdem an den Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Einige Krebserkrankungen lassen sich früh diagnostizieren und entsprechend besser behandeln. Eines der Therapieverfahren ist HAART oder auch ART. Gemeint ist die „hochaktive antiretrovirale Therapie“. Diese Behandlung gibt es seit 1996. Sie ermöglicht den Patienten bei gutem Verlauf und ärztlicher Begleitung eine normale Lebenserwartung.

HIV und das erhöhte Krebsrisiko bewältigen

Eine HIV-Infektion verändert auch heute noch das Leben der Betroffenen. Sie bleiben ihr Leben lang ansteckend und müssen entsprechende Vorsorgemaßnahmen ergreifen. Bei früher Diagnose und gutem Verlauf können sie jedoch ein weitgehend normales Leben führen. Treten Anzeichen einer Erkrankung auf, sollte in jedem Fall der betreuende Arzt informiert werden, denn die rechtzeitige Behandlung aller weiterer Erkrankungen erhöht die Wahrscheinlichkeit auf Genesung  beträchtlich.