Frau mit Armen ausbreitend, tief einatmend

Herzinfarkt: Psychokardiologie kann Leben retten

Jeder zehnte Infarkt-Patient leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung

Nach einem Herzinfarkt ist das Leben nicht mehr wie es einmal war. Nach dem Krankenhausaufenthalt wünscht sich der Patient den gerade überstandenen Schicksalsschlag zu vergessen und zurück in den Alltag zu finden. Die stationäre oder ambulante Reha soll dabei behilflich sein, physisch und psychisch wieder auf die Beine zu kommen. Doch Letzteres wird häufig zu stark vernachlässigt. Damit bleibt auch das Stressmanagement auf der Strecke und kann schnell den nächsten Infarkt und eine längere Berufsunfähigkeit heraufbeschwören. Die sogenannte Psychokardiologie, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen Psyche und Herzgesundheit auseinandersetzt, soll dies ändern.

Reha: ambulant oder stationär?

Generell trägt die Rentenversicherung die Kosten einer Rehabehandlung, die stationär wie auch ambulant mindestens drei Wochen betragen sollte. Bei Rentnern ist dagegen die Krankenversicherung für die Bewilligung und die Bezahlung zuständig.

Konventionelle Reha

Gängige Rehamaßnahmen nach einem Herzinfarkt bestehen aus einer speziellen Ernährungsberatung, die auch den Lebenspartner, beziehungsweise andere enge Familienmitglieder mit einbezieht. Eine weitere wichtige Rolle nehmen Ausdauersportarten, wie leichtes Joggen, Walken und auch Krafttraining ein. Wichtig ist dabei, dass der Betroffene nicht über seine Belastungsgrenzen geht und auf den Rat des speziell geschulten Trainers hört. Sportliche Aktivitäten helfen dabei, künftige Stresssituationen besser bewältigen zu können. Verbunden wird diese aktive Phase mit Entspannungsübungen, die ebenfalls dabei behilflich sind, psychischen Belastungen standhalten zu können.

Stressmanagement festigt Psyche

Anhand einer aktuellen ENHANCED-Studie mit 151 Personen wird deutlich, dass eine Reha erst mit dem Erlernen geschulter Stressmanagement-Methoden das psychische befinden positiv beeinflusst und dabei behilflich ist, den Alltag und den Beruf über eine kognitive Verhaltenstherapie ins Gleichgewicht zu bringen.

Das Ergebnis der Studie zeigte, dass Teilnehmer, die eine Reha ohne Stressmanagement oder keine therapeutische Hilfe in Anspruch genommen haben, mit einer höheren Anzahl schwerwiegender Herz-Ereignisse konfrontiert wurden und auch die Psyche war in einer schlechteren Verfassung als bei den Teilnehmern mit Stressmanagement.

Besonders Herzinfarkt-Patienten die älter als 65 Jahre sind, neigen übrigens in der Regel dazu, ganz auf eine Reha zu verzichten.

Trendwende: Individueller Therapieplan und Psychokardiologie

Um Herzkrankheiten besser vorbeugen zu können, sollte die Nachsorge in einen engeren Zusammenhang mit psychischen Belastungen stehen. Dazu gehören nicht nur chronischer Stress, sondern auch Angststörungen und Depressionen. Nach einem Infarkt fallen viele Patienten in ein tiefes Loch. Sie sind überfordert und haben mit jeder Aufregung Angst, einen erneuten Herzinfarkt zu erleiden. Umso wichtiger ist es, die individuellen Verhaltensweisen und Lebensumstände sowie das Alter und Geschlecht stärker in die Therapie mit einzubeziehen. Die Psychokardiologie ist bisher leider nur in wenigen Rehabilitationseinrichtungen vorzufinden. Dabei sind zwischen zehn und fünfzehn Prozent der Patienten auf eine intensive Nachbetreuung angewiesen. Rund jeder zehnte Betroffene leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, die meist nicht erkannt wird. Wer also weiterhin von Symptomen des Wiedererlebens durch Angstzustände, Alpträume oder ähnlichem heimgesucht wird, sollte sich dringend psychologisch betreuen lassen.

Alltag erfordert Austausch

Ist die intensive Rehaphase abgeschlossen, ist die Therapie allerdings noch nicht beendet. Dann geht es darum, das Erlernte in den Alltag zu integrieren und sich bestenfalls mit anderen Patienten auszutauschen. Auch der wöchentliche Besuch einer Herzsportgruppe oder spezieller Nachsorgeprogramme sind zu empfehlen. Berufstätige können die Nachsorge berufsbegleitend in Gruppen absolvieren, um nicht zu lange aus ihrem Alltag gerissen zu werden. Ein Austausch unter Gleichgesinnten ist zudem genauso wichtig wie der Kontakt zum Arzt oder Ernährungsberater, um sich Tipps einholen und wieder motivieren zu können. Ergänzt werden kann die Nachsorge durch interaktive Schulungsmodule, die durch Ärzte oder Ernährungsberater erfolgen.

Bild: WavebreakmediaMicro

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