Frau hockt frierend an der Heizung

Heizungsausfall – Was tun, wenn die Wohnung kalt bleibt?

Auf dem Heimweg durch die eisige Winterkälte steigt die Vorfreude auf die warme Wohnung. Zuhause angekommen, dann die kühle Erkenntnis: die Heizung ist ausgefallen. Nun gilt es möglichst schnell zu handeln, um nicht in einer vollständig ausgekühlten Wohnung verbleiben zu müssen. Die Ursachen für eine defekte Heizung sind vielfältig. Einer der häufigsten Gründe ist ein Brennstoffmangel bei Öl- oder Pelletheizungen sowie bei Flüssiggastanks. Oftmals gibt es aber auch Probleme, die Handwerkslaien selbst beheben können, ohne lange auf einen Handwerker warten zu müssen. Falls doch der Profi aushelfen muss, stellt sich die Frage: Wer übernimmt die Kosten? Mieter oder Vermieter? Mit diesem Artikel kommen Sie auch bei Temperaturschwankungen im Eigenheim ideal durch den Winter.

Inhalt

Was kann ich tun und was übernimmt der Profi?

Manchmal ist der Grund für den Heizungsausfall so simpel, dass er einem nicht in den Sinn kommt: Der Brennstoff ist aufgebraucht. Fehlender Brennstoff kann für Öl- sowie Pelletheizungen aber auch für Flüssiggastanks ein Grund für einen Heizungsausfall sein. Eine Heizungsreparatur fällt somit nicht an, sondern es ist ausschließlich ein Brennstofflieferant zu kontaktieren, der die Heizung wieder zum Laufen bringt.

Wenn Ihre Heizung gluckernde Geräusche macht und außerdem nicht mehr richtig heizt, kann das an Luftbläschen im Innenraum des Geräts liegen. Sollten Sie häufiger seltsame Geräusche aus dem Innenleben Ihrer Heizung wahrnehmen, müssen Sie den Heizkörper dringend entlüften. Aber auch eine routinemäßige Entlüftung vor Beginn der kalten Monate schadet nie, um für den Winter gewappnet zu sein. Um die Heizung zu entlüften werden folgende Dinge benötigt: ein Entlüftungsschlüssel, eine Schüssel sowie ein Putzlappen, um austretendes Wasser abfangen bzw. abwischen zu können. Sollten Sie keinen Entlüftungsschlüssel für das Heizkörperventil besitzen, können Sie diesen in fast allen Baumärkten für maximal fünf Euro erwerben.  Mit dieser Ausstattung können Sie ihre Heizung in nur sieben Schritten richtig entlüften:

  1. Die Umwälzpumpe/Heizungspumpe abstellen. Die Pumpe sorgt dafür, dass das erhitzte Wasser zu den Heizkörpern fließt und führt es daraufhin wieder zum Heizkessel ab.
  2. Mindestens 30 Minuten abwarten
  3. Das Thermostat auf die höchste Stufe stellen
  4. Eine Schüssel unter dem Entlüftungsventil des Heizkörpers bereitstellen und den Entlüftungsschlüssel ansetzen
  5. Das Ventil vorsichtig aufdrehen und die Luft entweichen lassen
  6. Das Ventil wieder zudrehen, sobald Wasser aus dem Gerät austritt
  7. Die Umwälzpumpe wieder einschalten sowie den Wasserdruck prüfen

Neben diesem einfachen Problem kann aber auch ein Defekt aufgrund von Verschleiß vorliegen. Durch teilweise monatelange Dauerbelastung ist ein Verschleiß an Heizkessel, Pumpen oder auch an elektrischen Verbindungen keine Seltenheit. Das macht sich meist durch Geräusche in Form von Piepen, Klopfen oder ein häufiges Knacken bemerkbar. Wenn weder der Brenner noch die Heizungspumpe reagieren, kann das ebenfalls ein Anzeichen für einen Verschleißdefekt sein. In diesem Fall sollten Sie den Heizungsbauer kontaktieren und sich einen Profi ins Haus holen.

Wie verhalte ich mich als Mieter, wenn die Heizung ausfällt?

Welche Aufgaben und Pflichten haben Vermieter und Mieter im Fall der Fälle? Wenn die Heizung kalt bleibt, sollte der Bewohner erst prüfen, ob noch Brennstoff vorhanden ist und gegebenenfalls eine Entlüftung durchführen. Wenn das nicht hilft, sollten Sie spätestens jetzt den Vermieter oder die Hausverwaltung kontaktieren und von dem Heizungsdefekt berichten. Diese wenden sich dann in der Regel an den Heizungsbauer und vereinbaren einen Termin. Sollten weder Vermieter, Hausverwaltung oder Hausmeister reagieren, kann dem Vermieter eine Frist gesetzt werden, um schnellstmöglich selbst reagieren zu können. Sollte der Vermieter die Frist verstreichen lassen, haben Mieter das Recht, einen Heizungsbauer zu beauftragen und die Kosten dem Vermieter in Rechnung zu stellen. Denn der Vermieter hat die Kosten bei umfangreichen Reparaturen zu tragen.

Auch eine Mietminderung ist eine Möglichkeit, wenn der Vermieter seinen Pflichten nicht nachkommt. Denn die Haupträume müssen während der Heizperiode von Oktober bis April tagsüber auf 20 bis 22 °C beheizt werden, nachts auf mindestens 18 °C. Wenn das nicht gewährleistet werden kann, ist eine Mietminderung von 12 bis 50 Prozent möglich, je nach Schwere des Falls.

Welche Pflichten ergeben sich für Vermieter bei einem Heizungsausfall?

Sollte die Heizung in Ihrer vermieteten Wohnung ausfallen, gilt es schnell zu reagieren. Denn der Mieter wird ungeduldig und es ist Ihre Pflicht für eine beheizte Wohnung zu sorgen. Durch den möglichen Anspruch auf eine Mietminderung, sollten Vermieter umgehend einen Heizungsbauer kontaktieren, um das Problem schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen und ihren Mieter zu entlasten. Als Tipp: Schließen Sie als Vermieter einen Wartungsvertrag mit einem Heizungsbauer ab. Denn regelmäßige Heizungswartungen können einem plötzlichen Heizungsausfall vorbeugen. Außerdem ist eine Reparatur bei einem Ausfall schneller und meist zu besseren Konditionen möglich. Für Kleinreparaturen können die Kosten mithilfe einer Kleinreparaturklausel im Mietvertrag gegebenenfalls auf den Mieter umgelegt werden. Im Vertrag ist in den meisten Fällen eine Kostenobergrenze in Höhe von 75 bis 100 Euro verankert. Übersteigen die Reparaturkosten jene Grenze, muss der Vermieter jedoch die kompletten Kosten übernehmen.

Richtiges Heizen und Lüften im Winter – 4 Tipps für das perfekte Raumklima

Um im Winter die perfekte Balance aus Heizen und Lüften zu finden, haben wir vier Tipps für Sie bereitgestellt. So lüften sie richtig und sparen Heizkosten ohne zu frieren:

  1. Kurz aber effektiv – Das richtige Lüften

Um im Winter die Zimmer nicht unnötigerweise auszukühlen, gilt es die Fenster für rund fünf Minuten weit zu öffnen. Und das drei bis viermal pro Tag. Stoßlüften ist weitaus effektiver, als wenn das Fenster den ganzen Tag gekippt wird, denn so herrscht ein besserer Luftaustausch und die Luftfeuchtigkeit im Raum wird in Balance gehalten. Das ist nicht nur positiv für die Gesundheit, sondern verhindert beispielsweise auch Schimmelbildung an den Wänden. Während des Lüftens sollte die Heizung abgedreht werden.

  1. Bewusst und sparsam Heizen

Selbst bei Minusgraden im Freien, muss die Wohnung im Winter keine Temperatur von 25 Grad aufweisen. Eine Raumtemperatur von rund 20 oder 21 °C reicht vollkommen aus. In der Küche reichen sogar rund 18 °C aus, da beispielsweise Ofen und Kühlschrank Wärme an die Umgebung abgeben. Wenn der Raum überheizt ist, passt sich der Körper den überhöhten Temperaturen an und Sie frieren schneller. Außerdem schont sparsames Heizen Ihren Geldbeutel!

  1. Nachtabsenkung der Heizung sinnvoll?

So sollte die Heizung tagsüber eingestellt sein: Stufe 2-3 für rund 18 – 20°C. Um nachts nicht unnötig zu heizen, sollte im Schlafzimmer die Einstellung 1 oder 2 gewählt werden, für eine Temperatur von rund 14°C. Ein komplettes Abschalten der Heizung ist derweil umstritten, da dies ein starkes Einheizen am Morgen erfordert. Das verbraucht eine Menge Energie und macht ein Heizen auf Sparflamme günstiger.

  1. Warm anziehen, weniger heizen

Klingt trivial, ist aber dementsprechend sinnvoll. Wer es warm mag, sollte nicht ganz so stark aufheizen, sondern sich lieber warm anziehen. Insbesondere die Füße sollten warmgehalten werden. Dicken Socken und warme Pullover sind eine gute Lösung. Auf Dauer ist es zudem gesünder, wenn Sie sich nicht allzu oft in überheizten Räumen aufhalten, sondern sich lieber warm einpacken.

Titelbild: jevtic/ iStock.com

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