Gute Vorsätze für 2018: Warum wir scheitern!

Weniger Stress, mehr Zeit für die Familie, endlich Sport betreiben. So lauten die drei beliebtesten Vorsätze der Deutschen für das Jahr 2018. Doch mehr als zwei Drittel halten ihre Ziele nicht einmal bis Ende Januar durch. Woran das liegt und mit welchen Tricks man seinen inneren Schweinehund vielleicht doch überwinden kann, haben Forscher genauer untersucht.

Die Sehnsucht nach den Weihnachtstagen

Die weihnachtliche Zeit ist ohne Zweifel vor allem eins: stressig. Und besonders nach diesen hektischen Tagen fällt erst auf, dass sich auch das Jahr zu Ende neigt. Entsprechend nehmen die guten Vorsätze zu. “Es gibt kaum Menschen, die noch nie zu Silvester Vorsätze gefasst haben. Die einen haben feste Pläne, andere halten es lockerer – aber 30 bis 40 Prozent nehmen sich jedes Jahr vor, etwas zu ändern,” sagte Dieter Frey, Sozialpsychologe von der Ludwig-Maximilians-Universität München zur Süddeutschen Zeitung. Das Gelübde wird dann passend zu Silvester abgelegt. Und schon boomen die Fitness-Studio-Anmeldungen und das Rauchen wird kurzerhand an den Nagel gehängt. Denn schließlich soll in diesem Jahr alles anders werden!

Wo ein Wille ist, ist eben manchmal doch kein Weg.

Doch spätestens nach dem dritten anstrengenden Besuch im Fitness-Studio und der ersten Zigarette nach einem stressigen Arbeitstag werden alle guten Ziele zu Neujahr über Bord geworfen. Zwei Drittel halten ihre Vorsätze nicht mal bis Ende Januar durch. Denn trotz der neu gesetzten Ideale sieht die Realität meist anders aus. Der Anspruch an sich selbst und die schmerzliche Wirklichkeit klaffen besonders bei den guten Vorsätzen weit auseinander.

Zu hoch gesteckte Ziele

Viele Menschen setzen ihre Ziele für das neue Jahr zu hoch an. Statt einmal wöchentlich mit Sport zu beginnen, wollen sie gleich zur muskulösen Sportskanone werden. Und auch der über Jahre hinweg angefutterte Bauch muss innerhalb von ein paar Monaten verschwinden – es ist schließlich bald Bikini-Saison. Das Scheitern ist dann vorprogrammiert, die Motivation verschwindet gänzlich und ein Teufelskreis entsteht. “Wie die Absichten umgesetzt werden, ist zu wenig durchdacht”, sagt Frey zur Süddeutschen Zeitung. “Dann misslingen erste Versuche, und die Leute geben auf. Der Experte rät, lieber klein anzufangen. Ein Schritt nach vorne ist besser als einen ganzen Sprung vorzuhaben, und am Ende doch wieder stehen zu bleiben. Deshalb lieber mit kontinuierlichen Prozessen mehrere Angewohnheiten ein wenig verändern, anstatt ein einziges Laster gänzlich umzudrehen.

Die Motivation entscheidet

Wie sehr man einen guten Vorsatz umsetzen will, ist entscheidend für dessen Erfolg. Herzblut oder Leidensdruck, die hinter einem solchen Ziel stecken, sind für den Ausgang also enorm wichtig. Für einen persönlich wichtige Ziele werden mit höherer Wahrscheinlichkeit erreicht, als solche, zu denen man sich nur aus äußeren oder gesellschaftlichen Zwängen hinreißen lässt.

Den inneren Schweinehund überwinden: So gelingt’s!

Die guten Vorsätze für das kommende Jahr gehen mit einer gehörigen Portion Pragmatismus einher. Denn schließlich muss das angestrebte Ziel zeitlich, finanziell oder auch kognitiv machbar sein. Ist dies der Fall, gibt es keine Ausreden mehr. Der Grund für das Aufgeben liegt dann alleine am inneren Schweinehund. Und den sollte man nicht mit Ausreden abtun. Doch wie die eigene Faulheit überlisten?

1. Belohnungen helfen Anreize zu schaffen

Das geht zum Beispiel mit Belohnungen. Gönnen Sie sich eine positive Gegenleistung für erreichte (Zwischen-)Ziele. Eine kontinuierlich durchgestandene Diät verträgt auch mal ein deftiges Essen als Belohnung. Doch Vorsicht: Die Belohnung sollte auch eine solche bleiben und nicht vom eigentlichen Ziel ablenken.

2. Erinnerungen helfen das Ziel nicht zu vergessen

Auch Erinnerungen an die guten Vorsätze können helfen bei der Sache zu bleiben. Spätestens dann, wenn das Ziel durch die geleisteten Anstrengungen als plötzlich doch unwichtig erscheint, sollte man sich auf die eigentlichen Gründe besinnen. Warum und durch welche Motivation ist der gute Vorsatz zustande gekommen? Und welches Ziel wollte ich damit verfolgen?

3. Öffentliche Bekundungen steigern den Druck

Sagen Sie Ihren Freunden und Bekannten, welche Pläne Sie für das neue Jahr haben. Dieser Schritt ist zwar gewagt und sollte nur bei ernstgemeinten Vorsätzen angewendet werden, steigert jedoch die Wahrscheinlichkeit, das Ziel auch zu erreichen. Denn zum einen erhöht sich der Druck, die genannten Vorsätze auch einzuhalten. Zum anderen können besonders auch Freunde unterstützend wirken. Ihr Umfeld kann dann mit Rücksichtnahme, Ratschlägen oder neuen Motivationsschüben aufwarten.

Hinfallen und wieder aufstehen

Gewinnt der innere Schweinehund doch die Oberhand und die guten Vorsätze können nicht eingehalten werden, ist dies noch lange kein Grund in Selbsthass zu verfallen. Seien Sie nicht enttäuscht, sondern gut zu sich – und vor allem zu dem einst gefassten Vorsatz. Ihn gänzlich zu verwerfen oder auf 2019 zu verschieben, muss nicht sein. Denn man braucht kein Datum, keine Silvesternacht und auch kein neues Jahr, um Dinge zu ändern. Einfach von vorne beginnen und nochmal probieren!

Titelbild: ©Bobo