Junge Leute grillen im Park

Grillen im Sommer: Was muss man beachten?

Es ist Sommer. Die Nächte werden länger. Die Temperaturen bleiben auch zu späterer Uhrzeit noch hoch. Da zieht es den ein oder anderen schon mal bis in die späten Abendstunden ins Freie. Und was macht man da? Natürlich: Grillen. Am besten mit Familie und Freunden. Doch damit der Grillspaß nicht zum kostspieligen Ärger wird oder im Nachbarschaftsstreit endet, sollten Sie einige Regeln beachten.

Grillen im Freien: Ist das überall erlaubt?

Nein. In der Öffentlichkeit zu grillen, ist nur an ausgewiesenen Grillplätzen gestattet. In Stadtparks, an Flussufern oder auf Waldlichtungen sind diese Stellen durch ein Schild gekennzeichnet. Fehlt dieses Schild, herrscht ein striktes Grillverbot. Halten Sie sich nicht daran, können empfindliche Bußgelder anfallen. Diese variieren je nach Stadt und Gemeinde zwischen 20 Euro und 5.000 Euro. Noch teurer kann es werden, wenn die natürliche Umgebung durch den Grillausflug beeinträchtigt oder beschädigt wurde – zum Beispiel durch Grillgruben oder liegengebliebenen Müll. Das Grillen an solchen nicht ausgewiesenen Stellen ist jedoch nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch gefährlich. So kann ein einziger Funke des Grills schnell zum Waldbrand führen.

Wer dennoch nicht auf einen Grillabend an seiner Lieblingsstelle verzichten will, kann sich auch bei den örtlichen Behörden eine Grillgenehmigung holen. Diese prüft dann, ob der Ort für das Grillen geeignet ist und eine Sonderregelung in Kraft treten kann.

6 Tipps zum Grillen im Freien

Neben den gesetzlichen Regelungen gibt es beim Grillen in der freien Natur viele ungeschriebene Gesetze. Wir haben die sechs besten Tipps gesammelt, damit das Grillen im Freien schadenfrei gelingt:

Tipp 1: Abstand halten

Gemeint ist dabei nicht der Abstand zum nächsten Grillpartner, sondern zu den umherstehenden Bäumen und Sträuchern. Denn rein rechtlich ist ein Grill nichts anderes als eine offene Feuerstelle. Und bei der ist zu empfehlen: mindestens 100 Meter Abstand bis zur nächsten Baumstelle.

Tipp 2: Auch der Boden ist Tabu

Einweggrills sollten in der freien Natur nicht auf die Wiese gestellt werden. Denn oft erhitzen sie sich so stark, dass schwarze Brandflecken entstehen können. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch gefährlich. Trockenes Gras kann sich durch die entstandene Hitze nämlich schnell entzünden.

Tipp 3: Müll gehört nicht in die Natur

Müll zerstört unsere Umwelt. Deshalb gilt auch beim Grillen: Entsorgen Sie mitgebrachte Verpackungen zuhause. Verlassen Sie die Grillstelle so, wie Sie sie vorgefunden haben. Oder transportieren Sie Fleisch, Würstchen und Co. direkt in Mehrwegboxen.

Tipp 4: Ein sicherer Stand

Für die Sicherheit beim Grillen ist besonders ein sicherer Stand des Grills wichtig. Achten Sie darauf, dass der Grill auch bei Wind nicht umkippen kann. Das minimiert die Brand- und Verletzungsgefahr. Lassen Sie zudem den Grill niemals unbeaufsichtigt stehen.

Tipp 5: Heiße Asche: der Feind der Natur

Glühende oder heiße Asche in der Natur zu entsorgen, birgt ein hohes Brandrisiko. Deshalb sollten Sie immer sicherstellen, dass die Asche bereits abgekühlt ist. Besser als sie dann der Natur zu überlassen ist es jedoch, sie fachgerecht zuhause zu entsorgen. Der Transport in einem Metalleimer macht dies einfacher.

Tipp 6: Vorsicht vor Funken

Um Funken zu vermeiden sollten sie die Kohle nur mit sicheren und geprüften Grillanzündern zum Glühen bringen. Ist der Grill einmal an, sollte auch das Wetter beobachtet werden. Starker Wind kann Funken sehr weit steigen lassen. Dann ist es ratsam, den Grill doch lieber wieder zu löschen.

Grillen auf dem Balkon: Des Nachbarn Feind?

Wenn es nicht ins Freie geht, kann man auch auf Balkonien seine Freizeit verbringen. Mit dem Partner den Grill anschmeißen und die Abendsonne genießen. Was kann es schöneres geben? Doch Vorsicht: Grillen auf dem Balkon kann schnell zu Ärger führen. Insbesondere dann, wenn der Nachbar in einer Rauchwolke sitzt.

Erlaubt oder nicht?

Grundsätzlich ist das Grillen auf dem Balkon erlaubt – aber nur, wenn es die Nachbarn nicht beeinträchtigt. Denn es gibt weder ein Gesetz, das den Mietern das Grillen auf dem Balkon verbietet, noch eines, das es ihnen grundsätzlich erlaubt. Klingt unklar? Ist es auch. Denn die Entscheidung, ob das Grillen erlaubt ist oder nicht, muss im Einzelfall geprüft werden. Eine deutschlandweit einheitliche Regelung gibt es nicht.

Ein Blick in den Mietvertrag bringt Klarheit

Vermieter können das Grillen auf dem Balkon einschränken. Im Mietvertrag können sie zum Beispiel das Grillen mit einem Holzkohlegrill verbieten. Wer sich an eine solche Regelung nicht hält, riskiert die Kündigung. In Essen entschied das Landgericht 2002 in einem solchen Fall, dass die fristlose Mietvertragskündigung rechtens ist (Az.: 10 S 438/01). Im Übrigen: Dasselbe gilt für Mietobjekte mit Terrassen und Gärten.

Wie oft darf ich grillen?

Steht eine solche Klausel nicht im Mietvertrag, darf auf dem Balkon gegrillt werden. Doch wie oft? Das hängt vom Verhältnis zum Nachbarn ab. Ist es gut, kann so oft gegrillt werden, wie man möchte. Nach dem Motto: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Richtwerte gibt es aber trotzdem. Diese variieren je nach Region. Beispielsweise hat das Landesgericht in Stuttgart entschieden, dass ein Mieter auf seiner Terrasse dreimal im Jahr alternativ für insgesamt 6 Stunden grillen darf (LG Stuttgart 10 T 359/96). In Bayern kann man bis zu fünfmal im Jahr im Garten grillen (BayObLG 2 Z BR 6/99). Und in Bonn sogar einmal im Monat, wenn die Nachbarn 48 Stunden vorher darüber informiert wurden (AG Bonn 6 C 545/96). In Hamburg ist das Grillen mit Holzkohle auf dem Balkon komplett verboten (Az. 40 C 229/72).

4 Tipps für das Grillen auf dem Balkon

Das Grillen auf dem Balkon ist also nicht ganz unproblematisch. Wir haben Ihnen vier Tipps zusammengestellt, mit denen Sie „nachbarschonend“ unter Vermeidung von Qualm grillen können.

Tipp 1: Der Grill macht’s aus

Grillprofis wissen: Der Grill ist ausschlaggebend für das perfekte Steak, doch auch, wenn es um den Nachbarn geht. Denn im Gegensatz zu einem Gas- oder Elektrogrill erzeugt ein Holzkohlegrill meist starke Rauchwolken. Deshalb sollte man zumindest auf dem Balkon eine solche geruchsschonende Grillvariante bevorzugen.

Tipp 2: Tropfen auf Glut vermeiden

Wenn das Fleisch auf dem Rost liegt, sollten Sie zum Prüfen der Temperatur nicht eine Gabel oder einem spitzen Gegenstand benutzen. Sticht man mit dieser nämlich in das Steak, tropft der Fleischsaft auf die Glut. Es kommt zu einer Qualm-Wolke , die nicht nur unangenehm sein kann, sondern auch gesundheitsschädlich ist. Denn sie enthält Benzypren, was Magenkrebs verursachen kann. Am besten Sie verwenden Aluschalen und tupfen das Fleisch vor dem Grillen ab. Besser ist es aber eine Grillzange für das Wenden von Fleisch ebenso wie zum Überprüfen der Grilltemperatur zu benutzen. Haben Sie das Gefühl, das Fleisch lässt sich noch sehr leicht zusammendrücken, dann ist es scheinbar noch roh im Inneren. Stoßen Sie jedoch beim Zusammenpressen der Grillzange auf einen eher festen Widerstand, können Sie es vom Rost nehmen.

Tipp 3: Grill ordentlich reinigen

Beim Grillen entstehen hartnäckige Verkrustungen, die oft nur schwer zu entfernen sind. Doch die Reinigung ist besonders wichtig, denn genau diese erzeugen beim nächsten Grillabend starke Rauchwolken. Am Besten Sie reinigen den Grill gleich nachdem er abgekühlt ist. Dann lassen sich die Verkrustungen besser lösen.

Tipp 4: Mehr Luft, weniger Qualm

Damit die Glut weniger qualmt, ist besonders die Luftzufuhr entscheidend. Eine Verbrennung benötigt Sauerstoff. Deshalb sollte an den Grill immer genug Luft kommen. Dann kann der Rauch auch gleichmäßig nach oben abziehen.

Gegenseitige Rücksichtnahme

Wie immer im Leben hilft am besten: Kommunikation und das am besten, bevor ein handfester Rechtsstreit entsteht. Denn gegenseitige Rücksichtnahme ist auch beim Thema Grillen angebracht. Wer den Nachbarn jeden Tag mit einer Rauchwolke belästigt, der braucht sich über eine Beschwerde nicht wundern. Bevor der Streit vor Gericht landet, kann eine vermittelnde Mediation helfen. Wie so ein Verfahren abläuft, erklären wir Ihnen im Artikel „Was ist Mediation?“. Letztendlich können wir nur raten, den Nachbarn einfach öfters zum Grillen einzuladen. Das ist gesellig und beugt Streitereien vor.

Titelbild: ©luckybusiness

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