Teilausschnitt-Wage-und-Stethoskop

Gewichtsverlust und Ernährung bei Krebs

Krebs ist eine schwerwiegende Erkrankung, die Psyche und Körper belastet. Hinzu kommt aber auch die Behandlung, die ihrerseits den Körper verändert und das Wohlbefinden stark beeinträchtigt, sodass starker Gewichtsverlust droht. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen ist die Frage der richtigen Ernährung während der Krebserkrankung daher besonders wichtig.

Was ändert sich während der Krebserkrankung?

Der nachlassende Appetit, wie auch die Übelkeit tragen dazu bei, dass das Gewicht während der Krebserkrankung sinkt. Darüber hinaus tragen entzündliche Prozesse im Körper dazu bei, dass der Patient sich krank fühlt und den Appetit verliert. Insgesamt wird die Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt, was auch die Psyche belastet. Vor allem bei fortschreitender Krebserkrankung fällt das Essen schwer, was eine zunehmende Auszehrung begünstigt. Außerdem können Verdauungsstörungen der Grund dafür sein, dass der Mineral- und Vitaminhaushalt gestört ist. Vor diesem Hintergrund kann der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln nötig sein, denn ohne eine gesunde Grundversorgung können sich die Symptome und die Allgemeinverfassung deutlich verschlimmern. Es entsteht aber auch eine weitere Gefahr, denn die Unterversorgung birgt das Risiko von Infektionskrankheiten, was wiederum die Lebenserwartung einschränkt. Die Prognose für das Überstehen der Krebserkrankung ist damit auch abhängig von der ausreichenden und abgestimmten Ernährung.

Das raten Experten

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) wurde 1953 gegründet. Sie formuliert Fragen, für die Forschungsbedarf besteht und leistet im Rahmen ihrer Möglichkeiten Unterstützung. Außerdem ist sie Plattform für die Veröffentlichungen der Ergebnisse, zeigt Erkenntnisse auf und macht sie damit allen Interessierten zugänglich. Die DGE gibt für Krebspatienten Empfehlungen rund um die Nahrungsergänzungsmittel heraus. Dazu gehört eine auf den Patienten abgestimmte Ernährung.

Aber auch die Arbeitsgemeinschaft PRiO (Prävention und integrative Onkologie) veröffentlicht Empfehlungen für die Ernährung bei Krebs. Weitgehend einig sind sich die Fachleute darüber, dass die Mahlzeiten den Patienten nicht zusätzlich belasten sollten und dass sich deshalb kleine Portionen besser eignen, die besonders kalorienreich sind und genügend Eiweiß enthalten. Natürlich dürfen auch Mineralien und Vitamine nicht fehlen. Der Speiseplan ist dabei immer der akuten gesundheitlichen Verfassung anzupassen.

Kann der Patient gar nicht mehr essen, sollte er die erforderlichen Inhalte über eine Infusion erhalten. Jeder Wunsch nach einer Mahlzeit darf natürlich erfüllt werden, wenn davon keine schädliche Wirkung zu erwarten ist. Als schädlich sind Speisen einzustufen, die viel Zucker enthalten, die zu heiß sind, stark gewürzt bis scharf sind oder auch sehr sauer. Natürlich spielt auch die Belastbarkeit des Patienten selbst eine Rolle. So mag die Kartoffelsuppe sinnvoll erscheinen, wünscht der Patient sich aber eine Pizza und ist sich sicher, sie auch zu vertragen, sollte der Wunsch nicht grundsätzlich abgelehnt werden.

Nahrungsergänzung bei Krebs – ist das nötig?

Fällt dem Patienten das Essen schwer, stellt sich natürlich die Frage, ob Nahrungsergänzungsmittel die Behandlung unterstützen und Mangelerscheinungen verhindern können. Das muss bejaht werden. Zeigen die Blutuntersuchungen, dass ein Mangel an Vitaminen und Mineralien vorliegt, sind hochdosierte Präparate eine gute Entscheidung und für den Betroffenen weniger belastend, als größere Portionen Obst und Gemüse. Das gilt vor allem, wenn der Patient unter Übelkeit leidet. Tabletten sind dann die bessere Wahl. Allerdings können Vitamine auch den Verlauf einer Krebserkrankung beeinflussen. Grapefruits oder größere Mengen Orangensaft sind z.B. nicht geeignet, um einen Vitaminmangel auszugleichen. Es hat sich gezeigt, dass sie die Nebenwirkungen der Strahlentherapie auf die Haut verstärken.

Ebenso können sie die Wirkung der Chemotherapie reduzieren. Grapefruits sind allgemein dafür bekannt, dass sie sehr viele Medikamente in ihrer Wirkung abschwächen. Vor diesem Hintergrund ist die Ernährungsberatung für Krebspatienten und ihre Angehörigen wichtig. In den Kliniken erhalten Patienten mit Krebs eine auf sie abgestimmte Ernährung und die nötige Beratung für die Zubereitung von Speisen bei der Rückkehr nach Hause.