Studenten im Hörsall

Geisteswissenschaftler: Erst der Master, dann Hartz IV?

“Während meines Studiums saß ich abends oft mit Kommilitonen am Bodensee. Wir haben philosophiert, Bier getrunken und uns gefragt: Was wird aus uns werden? Es waren kritische, sorgenvolle Gespräche”, Carolin Werthman, Ex-Studentin, Zeit Online, 25.01.2017.

Sinologie, Slawistik oder Philosophie. Wer das Falsche studiert, findet keinen Job. Dieser Mythos haftet insbesondere den Geisteswissenschaftlern an. Und die Konkurrenz ist groß. Rund 12 Prozent der Studenten ist hierzulande in Fächern wie Sprach- oder Kulturwissenschaften eingeschrieben. Der Weg ins Berufsleben, hin zum ersten selbst verdienten Geld, ist mit Praktika gepflastert. Sich endlich umfassend selbst versorgen können, ist das erklärte Ziel. Dann noch Geld für die eigene Altersvorsorge zurücklegen? Unmöglich! Oder doch?

Lachen, Klatschen, Malen

Das Vorurteil, nichts Richtiges gelernt zu haben, nagt stark am Ego der Studenten. Was Geisteswissenschaftler nach dem Abschluss als erstes tun: sich rechtfertigen. Auf die Frage “Und was macht man damit?” müssen sie schon während des Studiums unentwegt eine Antwort finden. Fragensteller sind, wie soll es auch anders sein, Eltern und Studenten mit “realitätsbezogenen” Studienrichtungen wie BWL und Naturwissenschaften.

Für viele der rund 340.000 Geisteswissenschaftler (Stand: 2016) führt der erste Weg nach dem Studium zum Arbeitsamt. Die aktuellen Studentenzahlen nach Fächergruppe im Vergleich:

Ihr Bildungsstand ist umfassend, vielfältig. Leider nicht berufsspezifisch. Die wenigsten Absolventen suchen nach expliziten Stellen für Romanisten oder Historiker. Solche Glücksgriffe gelingen nur in den seltensten Fällen.

Als realitätsfremd werden sie oft verspottet, doch wissen sie genau, dass es einen geschmeidigen Übergang vom Studium in den Beruf für sie nicht geben kann. Zu unkonkret sind ihre Fähigkeiten in den Augen zukünftiger Arbeitgeber.

Nach dem Studium ist vor dem Studium

Ein Großteil der Akademiker findet früher oder später eine Anstellung im Bereich der Kommunikation. Journalismus, Unternehmenskommunikation oder Marketing. Doch auch hier gilt: Vor dem Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt. Die Nähe zwischen Kulturwissenschaften und Journalismus ist beispielsweise nicht von der Hand zu weisen. Doch vor der Festanstellung steht die Qualifikation. Wer nicht schon während des Studiums seine fachliche Kompetenz aufgebaut hat, hangelt sich danach von einem Praktikum zum anderen. Der nächste Schritt: eine Anstellung als Trainee oder Volontär.

Geisteswissenschaftler brauchen ein klares berufliches Profil. Dieses muss sich nach dem Studium noch formen. Keine Seltenheit: Viele Akademiker wissen nach dem Abschluss nicht, was sie konkret machen wollen. Universitäten verweisen seit jeher auf ihren Bildungsauftrag. Dass der besonders für Geisteswissenschaftler nicht mit ökonomischen Bedürfnissen einhergeht, wird akzeptiert oder schlicht und ergreifend ausgeblendet. Fehlende Praxisnähe muss nach dem Studium aufgeholt werden. Das kostet besonderen Ehrgeiz und Kraft.

“Ich brauch’ nicht viel zum Leben”

Sich in demütiger Bescheidenheit zu wähnen, ist einfach, wenn das Mensa-Essen nur wenige Euro kostet und eine Karte für den Nahverkehr zum Studententarif zu erstehen ist. Aus “nicht viel” wird nach dem Studium schnell “prekär”. Studienkredite lasten zusätzlich auf den jungen arbeitsbereiten Schultern. An die eigene Rente denken die Wenigsten. Verständlich. Haben sie doch nicht einmal die Vorzüge eines erfüllten Berufslebens kennengelernt. Erfüllt auch in finanzieller Hinsicht. Haben sie den Fuß in die Tür geschafft, wendet sich das Blatt. Vergessen sind die Zeiten, in denen sie Verzicht üben mussten. Vergessen wird allerdings auch, dass der verzögerte Berufseinstieg zum späteren Deja-Vu-Erlebnis werden kann. Altersarmut in Deutschland wächst. Ein Beispiel: die aktuelle Reportage des ZDF.

Nicht jeder Akademiker ist davor gefeit. Deshalb gilt: So früh wie möglich für das Alter vorzusorgen. Mit dem Versicherungspaket UniversalLife bietet die IDEAL einen Altersvorsorge-Tarif an, der sich den Lebensumständen der Versicherten anpasst. Monatliche Beitragszahlungen lassen sich so flexibel anpassen. Ein früher Vorsorge-Beginn zahlt sich im Alter im wahrsten Sinne des Wortes aus. Wer bereits mit Mitte Zwanzig regelmäßig kleine Beträge für die Rente zurücklegt, hat deutlich mehr davon, als im Alter von 40 Jahren mit höheren Beträgen die verloren gegangene Ansparzeit auszugleichen.

Titelbild: ©Syda Productions