Demenz - Hände, die Blumen umschließen

Fünf Tipps für die Kommunikation mit Demenzkranken

Lasst ihnen die Welt, wie sie ihnen gefällt!

Mit dem Beginn einer Demenz verändern sich langsam aber sicher menschliche Fähigkeiten, die im bisherigen Alltag für selbstverständlich gehalten wurden. Dazu gehört auch ein gewöhnliches Gespräch über das Wetter und wenn der Nachbar klingelt, weiß man, mit wem man es zu tun hat und welche Unterhaltung zuletzt geführt wurde. Bei einer fortgeschrittenen Demenz verschwinden diese Erinnerungen und auch ein Gespräch über das Wetter kann in einem plötzlichen Wutanfall seitens der dementen Person enden. Wie sollten sich Familie und Freunde dann verhalten?

Für Angehörige ist diese Situation äußerst schwierig. Gerade dann, wenn zum ersten Mal davon ausgegangen wird, dass gestern die Sonne schien, obwohl es in Wahrheit geregnet und gewittert hat. In diesen Fällen gilt allerdings: Eine positive und motivierende Beziehung ist wichtiger, als dem Erkrankten mitzuteilen, dass er im Unrecht ist. Generell sind sachliche Diskussionen mit einer vergesslichen Person nicht mehr möglich und hinzukommt, dass der Patient nicht versteht, dass er sich an Vergangenes meist nicht mehr erinnern kann. Er lebt in seiner eigenen Welt, die quasi als normal angesehen wird.

Geborgenheit und Auszeiten

Macht sich eine bestimmte Situation bei dem Dementen durch einen plötzlichen Wutausbruch bemerkbar, wird auch das Nervenkostüm des Gegenübers stark beansprucht. Dennoch sollte dann niemals mit Gereiztheit oder sogar Aggressivität reagiert werden. Wichtiger ist es, sich zu fragen, wieso der Betroffene mit Wut oder Aggressivität reagiert und eine Lösung zu finden. In keinem Fall reagiert der Erkrankte so, weil er sein Gegenüber verletzen will. Häufig reicht es schon, die Person intensiver in Gespräche einzubinden, ihre (wenn auch verwirrten) Fragen oder Ansichten ernst zu nehmen und sie nicht in Frage zu stellen. Auch eine Umarmung kann die Wogen wieder glätten. Das stärkt nicht nur das Vertrauen, sondern gibt auch ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, um die Beziehung so angenehm wie nur möglich zu gestalten.

Ist eine Situation für den Angehörigen dennoch kurzzeitig kaum zu ertragen, hilft eine kurze Auszeit. Ein kleiner Spaziergang, um tief durchzuatmen, ein Gespräch mit anderen Angehörigen Demenzkranker oder mit den engsten Freunden. Generell werden intensive Auszeiten unausweichlich, um sich selbst nicht zu überfordern und die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren.

So klappt die Kommunikation mit Demenzkranken

  1. Einfache Formulierungen: Selbst wenn der Erkrankte vor der Demenz hochintellektuelle Gespräche geführt hat, sind ab jetzt einfache und möglichst kurze Sätze konstruktiver. Der Patient versteht sie nicht nur besser, sondern wird vor möglichen Enttäuschungen bewahrt, wenn er sein Gegenüber nicht versteht.
  2. Geduld: Setzt man die Person in Gesprächen unter Druck und erwartet, dass er oder sie sich schnell an ein soeben vergessenes Wort erinnert, wird die Situation möglicherweise in einem Streit enden. Besser ist es, abzuwarten, Hilfestellungen zu geben und dem Patienten nicht über den Mund zu fahren. Außerdem müssen ab jetzt Informationen wie zum Beispiel ein geplanter Besuch oder der morgige Arzttermin häufig wiederholt werden. Sätze wie „Das hab ich dir doch erst vor fünf Minuten gesagt“ kränken den Betroffenen.
  3. Konkrete Aussagen: Bei dementen Personen reicht es nicht mehr darum zu bitten, aufzuräumen, den Tisch zu decken oder zu fragen, worauf er oder sie Lust hat. Einfacher sind konkrete Handlungsanweisungen wie etwa „Räume bitte deine Schuhe in den Schuhschrank“ und „Stelle bitte zwei Teller auf den Tisch“ oder „Möchtest du Zeitung lesen oder lieber spazieren gehen?“
  4. Orientierung geben: Dass er seine Schuhe anziehen soll, wird er möglicherweise nicht nachvollziehen können. Mit zusätzlichen Informationen wie etwa „Ziehe bitte deine Schuhe an, weil wir gleich einkaufen gehen“ wird die erwünschte Handlung nachvollziehbar.
  5. Hilfestellungen: So konkret und persönlich wie nur möglich sein. Aber wie? Indem man immer den direkten Blickkontakt sucht und im besten Falle über Dinge redet, auf die man zeigen kann.

Titelbild: © Ocskay Mark

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