Kalender mit Freitag dem Dreizehnten

Freitag, der 13. – Ein Unglückstag?

Es ist Freitag. Und die Freude auf das Wochenende ist groß – eigentlich wie in jeder Woche. Doch diese Woche ist kein normaler Freitag. Denn es ist Freitag, der 13. Glaubt man dem gleichnamigen Horrorklassiker geschehen mit Jason Voorhees an diesem Tag besonders schlimme Dinge. Doch woher kommt der Glaube, dass genau dieser Tag für Unglück steht? Und passieren tatsächlich mehr Unfälle und Missgeschicke an diesem schwarzen Tag?

Was versteht man unter Freitag, dem 13.?

Neun Prozent der Deutschen glauben, dass Freitag, der 13. ein Unglückstag ist. Ganze 23 Prozent denken sogar, dass hinter der magischen Zahl ein Geheimnis steckt. Wenn beides zusammenkommt geschieht es: Wir haben Freitag, den 13. Und dieser steckt – zumindest dem Aberglauben nach – voller Missgeschicke und Unfälle. In der Früh wird bereits der Schlüssel vergessen. Mittags kommt der Anruf des Nachbarn, die Kinder hätten mit dem Ball seine Fensterscheibe zerschossen. Zu guter Letzt stürzt die Ehefrau auch noch aus dem Bus und verletzt sich den Knöchel. Schicksal, Zufall oder Karma? Für viele nichts davon, denn es ist Freitag, der 13.

Wie oft kommt Freitag, der 13. vor?

Im gregorianischen Kalender kommt Freitag, der 13. pro Jahr mindestens einmal bis höchstens drei Mal vor. Richtig, es gibt Jahre an dem der Unglückstag ganze drei Mal vorkommt. Und zwar genau dann, wenn in einem Nichtschaltjahr der 13. Februar auf einen Freitag fällt. Dann sind auch der 13. März und der 13. November Freitage. In Schaltjahren verschieben sich die Tage entsprechend. Dreimal kommt der Unglückstag vor, wenn der 13. Januar ein Freitag ist. Denn dann sind es auch der 13. April und der 13. Juli. Übrigens: Da dieses Jahr kein Schaltjahr ist und wir bisher noch keinen Freitag, den 13. hatten, gibt es lediglich zwei Unglückstage. Diese fallen auf den 13. April 2018 und den 13. Juli 2018.

Die Unglückszahl 13: Woher kommt der Aberglaube?

Deutungsversuche gibt es viele. Doch die Suche nach der geschichtlichen Herkunft des Freitags, den 13. gestaltet sich schwierig. Tatsache ist, dass die Zahl 13 schon lange in bestimmten Kulturen als Unglückszahl gilt. So gibt es in manchen Hotels kein Zimmer mit der Nummer 13 oder – wenn das Gebäude hoch genug ist – keinen 13. Stock. In einigen Flugzeugen gibt es keine 13. Reihe und auch im Motorsport wird oft auf die Startnummer 13 verzichtet. Doch warum? Mathematisch gesehen ist die 13 die erste Zahl nach dem geschlossenen Zwölfersystem. Und zudem noch eine Primzahl. Alles nicht allzu ungewöhnlich. Doch die Antwort steckt nicht in der Naturwissenschaft, sondern in der Religion. Denn die 13 wird in alter Tradition als „Teufelsdutzend“ bezeichnet – sozusagen als Erweiterung der zwölf Apostel. Die 13 als Unglückszahl und Symbol des Teufels. Zumindest bei manchen Menschen, denn in anderen Kulturen, wie etwa der chinesischen, gilt die 13 auch als Glückszahl.

Schwarzer Freitag: Wieso dieser Wochentag?

Und wieder kommt die Religion ins Spiel. Denn Christus wurde an einem Freitag – dem Karfreitag – gekreuzigt. Seither gilt er in dieser Glaubensrichtung als Fasten- und Trauertag. Hinzu kommt, dass auch in der Wirtschaft der Wochentag als „schwarzer Freitag“ in die Geschichte einging. Zwar begann der berühmte US-amerikanische Börsenkrach im Oktober 1929 bereits am Donnerstag, wurde aufgrund der Zeitverschiebung hierzulande erst am Freitag durch die Medien publik gemacht. Einen weiteren schwarzen Freitag – und diesmal sogar ein 13. – gab es in der Wirtschaft bereits zwei Jahre zuvor. Der 13. Mai 1927 ließ den Aktienindex des Statistischen Reichsamtes an nur einem Tag um 31,9 Prozent fallen. Ob er deshalb ein Unglückstag ist? Wahrscheinlich nicht!

Passieren mehr Unfälle am Freitag, den 13.?

Die klare Antwort der Statistiker: Nein! Denn die Unfall- und Pannenstatistik des Auto Club Europa (ACE) spricht eine deutliche Sprache. Auf den Straßen Deutschlands passieren am Freitag, den 13. nicht mehr Unfälle, als an „normalen“ Freitagen. Auch der ADAC nahm den „schwarzen Freitag“ unter die Lupe. Das Ergebnis der Pannenstatistik: Am Freitag, den 13. passieren durchschnittlich sogar weniger Unfälle als an anderen Freitagen. Der vermutete Grund: Das höhere Sicherheitsverständnis an diesem Tag? Und auch außerhalb des Fahrzeuges sind die Deutschen laut zwei aktuellen YouGov-Umfragen nicht häufiger von Missgeschicken betroffen, als an anderen Freitagen. Also: Keine Angst vor dem 13. April 2018! Vielleicht wird es ja doch ein Glückstag!

Titelbild: © Dreadlock