Altersarmut - Geldmünzen zählen

Forsa-Studie: die Angst vor Altersarmut wächst

Die Deutschen haben Angst vor Altersarmut, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Forsa-Instituts. Seit Jahren treibt der Gedanke an den eigenen Lebensabend immer mehr Bundesbürgern die Sorgenfalten ins Gesicht. Nicht etwa, weil sie sich mit körperlichen Beeinträchtigungen konfrontiert sehen. Sondern wegen der Frage, wie man als Rentner ein auskömmliches Leben führen kann. Die Bundesregierung widerspricht diesem Bild mit ihrem Armutsbericht. Die aktuelle Rentenerhöhung spielt ihr dabei sogar wunderbar in die Karten. Ist die Angst also überhaupt berechtigt?

Angst vor Altersarmut – eine alte Bekannte

Die Angst vor der Armut im Alter scheint ein treuer Begleiter der berufstätigen Bevölkerung zu sein. Seit rund zehn Jahren heißt es landauf landunter, ein Großteil der Deutschen habe Angst vor finanziellen Problemen im Alter. Bereits 2003 titelte der Focus in seiner Ausgabe: “Die Angst vor Altersarmut wird immer größer”. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa stellte in seiner jüngsten Befragung unter 1001 Bürgern ab 18 Jahren fest: 85 Prozent der Befragten fühlen sich von einer wachsenden Altersarmut bedroht. Ein optimistischeres Bild zeichnet hingegen die neuste Studie des Sinus-Instituts, wonach 37 Prozent der Befragten pessimistisch in die finanzielle Zukunft schaut.

Alles halb so wild?

Das möchte uns die Bundesregierung gern Glauben machen. Der 5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung erweckt den Eindruck, die Angst sei unbegründet. Oder anders formuliert: Sie liegt “nur” bei drei Prozent. Im Bericht heißt es dazu:

“Die Altersgruppe der über 65-Jährigen ist durchschnittlich etwas seltener armutsgefährdet als die Gesamtbevölkerung. Vielmehr stellt sich die materielle Versorgung der heute Über-65-Jährigen sogar insgesamt sehr günstig dar.”

Ins dasselbe Horn blies Anfang 2017 die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Sie warnt sogar vor Panikmache:

“Ich warne aber vor Übertreibungen, derzeit können 97 Prozent der älteren Menschen ihren Lebensunterhalt aus eigenem Einkommen finanzieren, rund drei Prozent sind auf die Grundsicherung angewiesen“

Alles halb so wild, möchte man meinen. Und ab 1. Juli steigen die gesetzlichen Renten in den alten Bundesländern um 1,9 und in den neuen um 3,6 Prozent.

Die Wahrheit liegt im Dunkeln

Der Bericht der Bundesregierung zur Armutsgefährdung im Alter ließ monatelang auf sich warten. Grund dafür waren unter anderem hitzige Diskussionen im Kabinett von SPD-Arbeitsministerin Andrea Nahles. Ihr Beraterkreis habe laut Spiegel-Informationen darauf hingewiesen, dass die Dunkelziffer der Bedürftigen weitaus höher sei als drei Prozent. Bei der Altersarmut handele es sich oft um eine verdeckte Form der Armut. Viele Senioren wagten aus Scham nicht den Schritt zum Sozialamt. Ein Großteil wüsste nicht einmal, dass ihnen Sozialleistungen zustehen.

Statistiken spiegeln nur selten ein Problem im vollen Ausmaß wider. Denn auch Menschen, die kein Anrecht auf Grundsicherung haben, muss es nicht zwingend glänzend gehen. Insbesondere dann nicht, wenn sie nur wenige Euro oberhalb der Bezugsgrenze liegen.

Altersarmut wird trotz aller Beschwichtigungsversuche zum Problem. Der Staat zieht sich aus seiner Verantwortung immer weiter zurück. Das Rentenniveau sinkt und die Menschen werden immer älter. Zugleich sinken die Geburtenraten. Ein Missverhältnis, dessen finanzielle Konsequenzen schon bald in aller Härte spürbar werden. Die private Altersvorsorge ist also für jeden heutigen Berufstätigen ein Thema, dem er nicht mehr aus dem Weg gehen kann. Auch nicht, wenn er unter 30 Jahre alt ist und noch am Anfang der beruflichen Karriere steht.

Titelbild: ©bilderstoeckchen

IDEAL UniversalLife: Mann und Frau in New York City
UniversalLife
  • 3% Verzinsung* plus Treuebonus
  • Individuelle Ein- und Auszahlung
  • Detaillierte Online-Kontensicht

Produkt
infos

*Gilt für Zahlungen bis zu 25.000 € p. a. im Jahr 2018; kann zukünftig höher oder niedriger ausfallen.