Seniorin auf Paddelboottour

Endlich im Ruhestand: Welche Versicherungen sind sinnvoll?

Neue Lebenssituation erfordert Versicherungs-Update

Endlich in den wohlverdienten Ruhestand gehen, für den man Jahrzehnte hart gearbeitet und Geld beiseitegelegt hat. Für die Rente wurde rechtzeitig und unter anderem durch eine private Renten- und Pflegeversicherung gesorgt. Dennoch ist eben dieses meist sehr akkurat berechnet und so muss der ‘Durchschnittsrentner’ auf alle Ausgaben, die nicht unbedingt „lebenswichtig“ sind, verzichten. Deshalb stellt sich kurz vor dem Ruhestand auch die Frage: Welche Versicherungen sind weiterhin notwendig und welche empfehlenswert?

Selbst wenn das monatliche Einkommen noch so gering ist, sollten sich Rentner mit folgenden Policen absichern:

Kranken- und Pflegeversicherung

Sofern keine private Krankenversicherung gewählt wurde, ist die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung eine absolute Pflicht. Belastet die bisherige Krankenversicherung das Budget zu sehr oder wird der Versicherer den individuellen Wünschen (zum Beispiel eine Haushaltshilfe aufgrund einer Erkrankung) im Ruhestand nicht mehr gerecht, sollte frühestmöglich ein Wechsel in Betracht gezogen werden. Dieser ist nach 18 Monaten Mitgliedschaft möglich und unabhängig von etwaigen Vorerkrankungen.

Private Haftpflichtversicherung

Laut GDV verzichten rund 15 Prozent aller Haushalte auf eine private Haftpflichtversicherung. Da sie allerdings finanzielle Schäden auffängt, die man jemand anderem (ohne Absicht) zugefügt hat, sollte sie in jedem Alter zum Versicherungsgrundstock gehören. Die Versicherungssumme sollte pauschal für Personen- und Sachschäden nicht unter fünf Millionen Euro liegen. Ohne Police haftet man im Schadenfall mit dem gesamten Privatvermögen.

Hausratversicherung

Vor allem Senioren haben ihren Hausrat meist nicht genügend versichert. Doch mit den Jahren sammeln sich häufig einige Wertgegenstände an. Daher sollte die Versicherungssumme regelmäßig neu berechnet werden. Steht zum Beispiel ein Umzug in eine kleinere Wohnung an, lohnt meist auch ein Tarifwechsel. Empfohlen wird ein Versicherungswert von mindestens 650 Euro pro Quadratmeter.

Private Pflegeversicherung

Da die gesetzliche Pflegeversicherung gerade mal für die Grundversorgung aufkommt, kommt niemand mehr an einer privaten Vorsorge vorbei. Zwar sollte diese bereits einige Jahrzehnte vor der Rente abgeschlossen werden, aber dennoch lohnt es sich, seinen bisherigen Tarif zu überdenken und diesen zu optimieren.

Gebäude- und Kfz-Versicherung

Sofern eine eigene Immobilie vorhanden ist, sollte auch eine Gebäudeversicherung abgeschlossen worden sein. Diese kommt für Sturm- und Hagelschäden sowie für Schäden die durch Leitungswasser und Feuer entstanden sind, auf.

Jeder Rentner der sich noch fit genug für das Fahren eines Kraftfahrzeugs fühlt, benötigt auch eine entsprechende Versicherung. Auch dabei lohnt sich der Vergleich verschiedener Anbieter.

Kein Muss, aber dennoch sinnvoll:

Senioren-Unfallversicherung

Diese bietet im Schadensfall nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern gewährleistet Hilfeleistungen, wie zum Beispiel einen Menüservice oder auch eine Haushaltshilfe. Vor allem dann sinnvoll, wenn Angehörige keine Zeit haben sich regelmäßig zu kümmern und die ältere Person nach dem Unfall nicht für sich alleine sorgen kann.

Auslandskrankenversicherung

Sofern das Budget es zulässt, können Senioren ihren Ruhestand mit ausgiebigen Reisen bereichern. Dann sollte allerdings auch eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden, die im Ernstfall für Behandlungskosten und den Rücktransport aufkommt. Bevor diese gesondert abgeschlossen wird, sollte aber geklärt werden, ob ein bestehender (privater) Krankenkassentarif diesen Schutz nicht sogar gleich mitliefert.

Titelbild: © Jacob Lund