Krebs - Gesundheitsgefahr Elektrosmog

Elektrosmog erhöht das Krebsrisiko – stimmt das?

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die im Verdacht stehen, das Krebsrisiko zu erhöhen. Dabei spielt vor allem die Häufigkeit und die Menge, mit der die Personen der Substanz ausgesetzt sind, eine wichtige Rolle. Die Wirkung von Elektrosmog wird in diesem Zusammenhang immer wieder diskutiert. Doch wie hoch ist das Risiko nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft wirklich?

Was ist Elektrosmog

Elektrosmog ist ein umgangssprachlicher Begriff. Darunter wird alles zusammengefasst, was den elektromagnetischen Einflüssen zugerechnet wird. Elektromagnetische Einflüsse sind ständig vorhanden, da alle Teilchen, wie Atome oder Moleküle, auch eine elektromagnetische Strahlung abgeben. Sie sind also nicht nur vom Menschen geschaffen, sondern auch in der Natur vorhanden. Diese elektromagnetischen Felder können stark oder auch schwach ausgeprägt sein. In ihrer natürlichen Form sind sie eher schwach und damit kaum schädlich. Sie sind auch nicht zwingend schädlich, sondern in einigen Fällen sogar lebensnotwendig, wie z. B. das Licht der Sonne. Bei den von Menschen geschaffenen elektromagnetischen Feldern handelt es sich hingegen um weitaus stärkere Strahlung, die gesundheitsschädlich sein kann. Dieser sogenannte Elektrosmog ist geruchlos, nicht hör- oder sichtbar und für gewöhnlich auch nicht spürbar. Er kann aber mittels Messungen erfasst werden. Von echtem Elektrosmog ist die Rede, wenn die Strahlenbelastung besonders hoch ist.

Welche Studien belegen die erhöhte Krebsgefahr?

Elektrosmog und ein daraus entstehendes mögliches Risiko wird bereits seit den 1980er Jahren diskutiert. Auslöser war die steigende Zahl von Leukämieerkrankungen bei Kindern, die unweit von Hochspannungsmasten lebten. Aber auch an Tieren zeigt sich die Wirkung von Elektrosmog. So konnte an der Universität Oldenburg nachgewiesen werden, dass das Orientierungsvermögen von Zugvögeln unter der Einwirkung von elektromagnetischer Strahlung leidet. Auch Forscher des Max-Planck-Instituts in Radolfzell haben sich mit dem Thema befasst und bestätigen die Ergebnisse. Die Tiere reagierten auf die Strahlung desorientiert. Erst als die Vögel von der Strahlung, die der Belastung durch Haushaltsgeräte entsprach, abgeschirmt wurden, setzte ihr Orientierungsvermögen wieder ein.

Wie weit Elektrosmog in der Lage ist, die Entstehung von Krebs auszulösen oder zu begünstigen, wird kontrovers diskutiert und gilt bislang als nicht sicher belegt. In der Diskussion sind vor allem die von Mobilfunkmasten ausgehenden Strahlen. Krebs entsteht nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft durch die Veränderung von Erbgut. Elektromagnetische Felder sind nicht in der Lage, eine solche Veränderung herbeizuführen, so die Wissenschaftler. Bislang ist es ihnen zudem nicht gelungen, bei Versuchstieren Krebs durch elektromagnetische Felder auszulösen. Entstehen also dennoch Krebserkrankungen, ergeben sich daraus zwei mögliche Antworten. Zum einen kann die Strahlung möglicherweise Voraussetzungen schaffen, durch die andere Substanzen das Erbgut verändern, die ohne diese „Unterstützung“ dazu nicht in der Lage wären und zum anderen könnte es noch andere Auslöser für Krebs geben, die noch nicht erforscht sind. Zusammengefasst ist daher festzuhalten, dass Elektrosmog auf den Organismus einwirkt, ein Zusammenhang mit der Entstehung von Krebs derzeit noch nicht bewiesen werden konnte.

Mikrowelle, Handy, Hochspannungsleitungen

Zu unterscheiden sind hochfrequente und niedrigfrequente Quellen für elektromagnetische Strahlen. Hochfrequente Strahlen sind nicht in der Lage, tief in den Körper einzudringen. Sie lassen sich außerdem gut abschirmen. Anders ist das bei niedrigfrequenter Strahlung, wie bei Hochspannungsmasten oder Mobiltelefonen. Hier sind Schutzmaßnahmen erforderlich. Sie dienen aber nicht zur Vermeidung von Krebs, sondern um zu vermeiden, dass sich Gewebe erwärmt. Dieser Vorgang ist eine Folge der Strahlung. Das Wirkprinzip zeigt sich bei Mikrowellen in der hauseigenen Küche. Auch hier gibt es bislang keinen Nachweis, dass das Krebsrisiko durch die Strahlung erhöht sein könnte. Die Abschirmung dient der Vermeidung der Erwärmung von Gewebe in der Umgebung.