Familienplanung - Kleinkind mit Eltern

Eine Generation im Konflikt: Familiengründung verschoben!

“Sie sind aufgewachsen mit Helmut Kohl als Dauerkanzler; auf dem Weg in den Urlaub stritten sich ihre Eltern vorne mit dem Atlas auf dem Schoß; sie warteten tagelang, bis ihre Fotos entwickelt waren, bekamen Sandkastenverbot nach Tschernobyl, nahmen Lieder aus dem Radio auf; sie kannten die Nummern ihrer Freunde auswendig, guckten Jurassic Park und Forrest Gump im Kino – und Das Schweigen der Lämmer heimlich auf Video.” (Zeit.de /15.12.2016)

Die Generation der Babyboomer verabschiedet sich nach und nach in den Ruhestand. Schon bald sitzt die so genannte Generation Y am Hebel. Das Studium erst mit knapp 30 erfolgreich abgeschlossen. Zu gering ist noch die Berufserfahrung. Das Ziel: erst mal Geld verdienen und an der Karriere feilen. Doch die innere Uhr tickt. Kinder bekommen? Bis auf Weiteres verschoben! Kinder und Karriere kollidieren bei den heutigen 30ern. Wo kein Geld, da auch kein Kind.

Beruf und Familie: Kollisionsgefahr

Was die Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen bewegt, hat eine aktuelle Forsa-Studie im Auftrag der Körber-Stiftung mit Unterstützung der ZEIT herausgefunden. Zwei von drei Menschen in dieser Altersspanne fühlen sich beruflich gestresst. Das sind mehr als in jeder anderen Altersgruppe. Überstunden gehören für jeden zweiten zur Tagesordnung. Jeder neunte Arbeitnehmer zwischen 30 und 40 Jahren verbringt länger als acht Stunden im Büro.

Die 30er-Generation ist von enormer Verdichtung der Lebensereignisse geprägt. Der Zeitpunkt der Familiengründung verschiebt sich seit Jahren kontinuierlich nach hinten. 2015 sind Frauen im Durchschnitt mit 30 Jahren zum ersten Mal Mutter geworden. Karrieren beginnen spät und wollen ausgekostet werden. Hinzu kommen ständige Erreichbarkeit und wachsender Leistungsdruck. Die biologische Uhr tut dann ihr Übriges. Besonders Frauen geraten schnell in Bedrängnis. Sie sind einerseits gezwungen, sich – mehr noch als Männer – beruflich zu etablieren, anderseits drückt der Gedanke, jenseits der 40 könnte es für den Kinderwunsch bereits zu spät sein.

Kein Geld – kein Kind

Neben Karriere-Ambitionen spielen auch rein finanzielle Defizite eine Rolle, warum Paare die Familienplanung in die 30er vertagen oder auf noch später datieren. Kinder kosten. Bei den häufig geringen Einstiegsgehältern ist Nachwuchs einfach noch nicht finanzierbar. Giovanni Maio, Medizinethiker an der Albert-Ludwig-Universität Freiburg sieht darin ein gravierendes Problem und fordert: “Wir müssen eine Gesellschaftsstruktur schaffen, in der man nicht mit zunehmendem Alter mehr verdient.” Auch junge Menschen sollten sich Familie leisten können. Die Wahrscheinlichkeit eine Familie zu gründen sei nämlich umso geringer, je weniger ein Paar verdiene.

Steigendes Bildungsniveau – längere Ausbildungszeiten

Die Zahl der Akademiker nimmt seit Jahren zu. Wie dem aktuellen Bildungsreport 2016 zu entnehmen ist. Das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. Das Abitur gehört mittlerweile für viele Eltern zum Standard bei der beruflichen Qualifizierung ihrer Kinder. Noch nie waren so viele Studenten eingeschrieben wie im Wintersemester 2016/ 2017. Rekord: 2,8 Millionen angehende Akademiker. Laut Statistischem Bundesamt ein Anstieg von knapp zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Erst der Bachelor, dann der Master. Wer sich für eine akademische Laufbahn entscheidet, muss damit rechnen, frühestens mit Ende 20 den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen. Viele bekommen erst über das Volontariat oder eine Zusatzausbildung den Fuß in die Tür. Zu Beginn überwiegt in finanzieller Hinsicht noch die Ernüchterung. Die ersten Bafög-Raten erhöhen den Druck. Und das Einstiegsgehalt zusätzlich den Frust.

“Die Generation Y verhält sich fahrlässig”

Diese Aussage trifft der deutsche Soziologe Klaus Hurrelmann in einem Interview mit der Zeitung die Welt zum Thema Altersvorsorge. Darin heißt es weiter:

“Wesentliche Meilensteine verschieben sich jetzt schon enorm nach hinten, der Eintritt in den Beruf und die Familiengründung. Und so werden eben auch Entscheidungen gestreckt. Keiner kann sagen, ob sie dann doch getroffen werden. Also: Kehrt man zu traditionellen Mustern zurück oder bleibt man bei dieser Offenheit?”

Hurrelmann beschreibt eine Generation, die sich gern alle Möglichkeiten offenlässt und Schwierigkeiten hat, Entscheidungen zu treffen. Eine zukünftige Elterngeneration, die grundsätzlich optimistisch durchs Leben geht: “Irgendwie schaffen wir das schon”, lautet die Devise! Hurrelmann sieht darin einen wesentlichen Grund für das Desinteresse an der eigenen Altersvorsorge.

Doch jungen Paaren fehlende Einsicht in punkto Absicherung im Alter vorzuwerfen, würde ihrer Situation nicht gerecht. Die berufliche Konsolidierung erfordert nun mal höchste Aufmerksamkeit. Sitzen beide Partner dann finanziell fest im Sattel, steht die Familienplanung an. Auch dieser Meilenstein erfordert finanzielles Engagement. Reserven für die Rente bleiben kaum. Geld für das Alter anzusparen ist allerdings auch in früheren Lebensphasen möglich. Bestes Beispiel: IDEAL UniversalLife. Die Police ermöglicht es Versicherten durch flexible Beitragsgestaltung sich in jeder Lebensphase für das Alter optimal abzusichern.

Titelbild: ©georgerudy