Besorgtes, junges Paar nach einer Krebsdiagnose

Diagnose Krebs – finanzielle Absicherung der Familie

Martin F. ist 38 Jahre alt, als er mit Sehstörungen zum Arzt geht. Bei den Untersuchungen entdecken die Ärzte bei ihm einen Gehirntumor. Für ihn und die Familie bricht innerhalb von Minuten die Welt zusammen. Vor drei Jahren haben sie ein Haus gekauft, denn die Bedingungen waren gut. Martin ist in leitender Position in einem großen Unternehmen beschäftigt. Die Arbeit füllt ihn aus, das Einkommen ist gut, die Aufstiegschancen waren vielversprechend. Seine Frau Elena konnte mit ruhigem Gewissen ihren Beruf aufgeben und sich zu Hause um die beiden kleinen Kinder kümmern. Martin muss sofort ins Krankenhaus. Die Ärzte erklären, dass unklar ist ob und wann er wieder arbeiten kann. Aufgrund der sofort einsetzenden Behandlungen ist er auch nicht mehr in der Lage, sich um die offenen Fragen zu kümmern. Elena wendet sich an den Sozialdienst des Krankenhauses und wird dort beraten.

Die ersten Wochen nach der Krebsdiagnose

Martin ist länger als vier Jahre berufstätig. Deshalb erhält er für die ersten sechs Wochen eine Lohnfortzahlung. Da er gesetzlich versichert ist, bekommt er im Anschluss ein Krankengeld, das 70 % seines Bruttogehalts beträgt. Dieser Betrag wird maximal 78 Wochen ausgezahlt, die sich über einen Zeitraum von drei Jahren erstrecken dürfen. Elena versteht, dass Martin über einen Zeitraum von drei Jahren nicht länger als elf Monate an seinem Arbeitsplatz ausfallen darf, damit er den Anspruch auf Krankengeld nicht verliert. Ob das der Fall sein wird, ist in diesem Stadium der Erkrankung nicht absehbar. Schlimmer wäre die Situation, wenn Martin Freiberufler wäre oder privat versichert. In diesem Fall würde er nur Krankentagegeld bekommen, wenn er vorgesorgt hätte, z. B. über eine Krankentagegeldversicherung, die dann auch 100 % des letzten Gehaltes zahlt. Sollte sich im Laufe der drei Jahre herausstellen, dass Martin dauerhaft arbeitsunfähig ist, hat er Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente.

Krebserkrankung während der Arbeitslosigkeit

Wäre Martin während einer Arbeitslosigkeit an Krebs erkrankt oder hätte er aus anderen Gründen keinen Anspruch auf eine Lohnfortzahlung, müsste er sich an die Agentur für Arbeit wenden. Das Arbeitslosengeld wird zunächst für sechs Wochen weitergezahlt. In den meisten Fällen wird, ähnlich wie bei Arbeitnehmern, im Anschluss Krankengeld für einen begrenzten Zeitraum zugestanden.

Weitere finanzielle Unterstützung für die Familie

Der Sozialdienst rät Elena, die Entwicklung nicht abzuwarten, sondern das Gespräch mit dem Kreditgeber des Hauses zu suchen. Die Bank ist bereit, die Raten zunächst für einige Monate auszusetzen. Dadurch verlängert sich der Vertrag um diese Zeit. Die junge Frau nimmt auf Anraten der Bank auch Kontakt zu allen Versicherern auf, mit denen die Familie Verträge geschlossen hat. Jahre vor der Diagnose hat Martin eine Krebsversicherung abgeschlossen. Mit der ausgezahlten Geldleistung können die Raten des Kreditvertrages bedient werden.
Wäre Elena an Krebs erkrankt, kämen andere Hürden auf die Familie zu. Sie ist die haushaltführende Person. Martin hätte seinen Beruf nicht aufgeben können, um sie zu pflegen und sich um die Kinder zu kümmern. Der kleine Sohn der Familie geht in den Kindergarten, die Tochter in die zweite Klasse der Grundschule. Deshalb hätte die Familie Anspruch auf finanzielle Unterstützung bei der Kinderbetreuung und auf eine Haushaltshilfe, da die Kinder nicht älter als 12 Jahre sind. Eine solche Haushaltshilfe kann von der Krankenkasse oder auch von anderen Leistungsträgern gestellt werden. Sollte Martin zum Pflegefall werden, hat Elena ebenfalls Anspruch auf Unterstützung, wie z. B. durch einen Pflegedienst.