geschulte Hände - Personal zur Betreuung

Demenz: Mehr Autonomie durch geschulte Betreuung

Demenzsensible Konzepte und ländliche Entspannung

Rund 300.000 Menschen erkranken jährlich an einer Demenz, die mit dem Fortschreiten der Krankheit immer abhängiger von Medizinern, Pflegern und Familienmitgliedern werden. Das bedeutet eine hohe Belastung für alle Beteiligten. Das Projekt “Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus ist dabei behilflich, Mediziner und Angehörige optimal auf die Pflege der Demenzkranken vorzubereiten. Eine weitere Möglichkeit, Betroffenen so lange wie nur möglich ein Leben in Würde zu ermöglichen, ist der landwirtschaftliche Hof Petersburg nahe Kiel, der sich auf die Betreuung von Menschen mit Demenz spezialisiert hat.

Modellprojekt: Akutkrankenhaus

In der Pflege kommen die individuellen Bedürfnisse einer an Demenz erkrankten Person meist zu kurz. Medikamente und ärztliche Betreuung, regelmäßige Mahlzeiten und hin und wieder ein Spaziergang. Das ist das „übliche“ Programm. Involviert sind Krankenhäuser, Ärzte, Pflegepersonal und Angehörige. Gerade in Krankenhäusern muss die Versorgung der Patienten Hand in Hand gehen. Wie aber soll das möglich sein, wenn das Personal nur medizinisch geschult wird und der Umgang mit Demenzpatienten auf der Strecke bleibt?

Das von der Robert Bosch Stiftung geförderte Modellprojekt wurde 2013 in zwei Hamburger Krankenhäusern, dem Albertinen-Krankenhaus und dem Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf, getestet. Ziel war es, allen Beteiligten einen sicheren Umgang mit Menschen mit Demenz zu lehren.

“Es hilft den Patienten und entlastet die Klinik und die Mitarbeiter”, so der Geschäftsführer des Albertinen-Krankenhauses, Ralf Zastrau.

Eine Vielzahl ihrer Mitarbeiter aller Berufsgruppen nahm an Tages- und Blockschulungen Teil. Angehörige wurden noch besser informiert, ihre Bedürfnisse mit einbezogen und die Kommunikation mit den Klinikmitarbeitern intensiviert. Ein eigens gedrehter Film, ehrenamtliche Demenzbegleiter sowie ein Koordinierungsbüro wurden zu dem zur Verfügung gestellt.

Um die Patientenautonomie zu wahren, wurde ein Handlungsleitfaden mit theoretischen Grundlagen sowie praktischen Tipps entwickelt.

“Menschen mit Demenz sind es gewohnt, dass über ihren Kopf hinweg entschieden wird. Da wollen wir nicht mitmachen”, sagt Chefarzt Dr. Georg Poppele, des Evangelischen Krankenhauses Alsterdorf.

Bundesweit hat die Robert Bosch Stiftung 2013 und 2015 bislang zehn Krankenhäuser mit bis zu 100.000 Euro für das Projekt “Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus” unterstützt. Eine dritte Runde ist bereits geplant. Alle Infos gibt es hier.

Ländliche Betreuung: Hof Petersburg

Der Hof Petersburg nahe Kiel bietet eine spezielle Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz. Insgesamt werden in Deutschland rund 200 landwirtschaftliche soziale Dienste für ältere Menschen angeboten, die von der Landwirtschaftskammer offiziell anerkannt werden. Der Hof Petersburg ist bisher allerdings der erste Bauernhof, der ein spezielles Betreuungsangebot für Demenzkranke anbietet. Neben der Freude und der Entspannung steht die Wahrung der eigenen Ressourcen im Fokus. Je nach Tagesform wird auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Gastes Rücksicht genommen. Von Bastelgruppen mit Naturmaterialien bis hin zur Tierfütterung und die obligatorischen Streicheleinheiten.

Tipps für die Kommunikation mit Demenzkranken finden Sie in diesem Beitrag.

Titelbild: © Andrey Popov

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