Frau gelangweilt vor ihrem Laptop bei der Arbeit

Boreout: Wenn Unterforderung krank macht

“Ich kann nicht über Langeweile sprechen in einer Zeit, wo Leistung das Maß aller Dinge ist und jeder um seinen Job kämpft” (Elisabeth Prammer, Arbeitssoziologin/ Spiegel Online)

Das Burn-out-Syndrom ist längst in aller Munde. Wer Willens ist, Leistung zu zeigen, geht gerne mal über seine Belastungsgrenzen hinaus. Das Krankheitsbild passt in die heutige Gesellschaft, unterstreicht es doch, worauf es ankommt: Erfolg durch Leistung. Ganz und gar nicht in dieses Schema passt sein Konkurrent, das Boreout-Syndrom. Nicht nur Überbelastung kann zu Depressionen führen, sondern auch Unterforderung. Eine kurzzeitige Berufsunfähigkeit kann in beiden Fällen die Folge sein. Die psychische Belastung führt Betroffene schnell in finanzielle Schieflage. Verträge müssen gekündigt werden, die nicht zwingend erforderlich sind. Und was passiert mit der eigenen Altersvorsorge?

Burnout bekommt Konkurrenz

Bis zur Mittagspause sind es noch drei Stunden und die überschaubare To-Do-Liste ist jetzt schon abgearbeitet. Statt sich mit Elan an die neuen Aufgaben zu machen, wird unentwegt auf den Bildschirm gestarrt. Unentwegt wechselt der Blick vom Monitor, auf die Uhr an der Wand und in die Gesichter der beschäftigten Arbeitskollegen. Um Himmels Willen: Bloß nicht den leisesten Verdacht erwecken, dass die Langeweile bereits die Oberhand gewonnen hat. Solche Situationen verursachen bei Angestellten Stress. Über einen längeren Zeitraum kann daraus eine handfeste Depression erwachsen. Laut des letzten Stressreports der Bundesanstalt für Arbeitsschutz fühlten sich bereits 2012 13 Prozent der Arbeitnehmer fachlich und im Hinblick auf das Arbeitspensum fünf Prozent unterfordert.

Tag ein Tag aus zu versuchen, den Leerlauf zu überspielen, kann einhergehend mit einem Gefühl der Wertlosigkeit zu Depressionen führen. Die meisten Betroffenen begeben sich allerdings zu spät in Behandlung. Der Grund: Langeweile wird in der Regel als Ausdruck von Faulheit gewertet. Dabei ist Boreout die Kehrseite des aktuellen Leistungsgedankens unserer Gesellschaft, sagt der Frankfurter Psychotherapeut Wolfgang Merkle:

“Insgesamt gibt es die Tendenz in der Gesellschaft, auf die qualifizierten Leute immer mehr abzuladen, und andererseits leiden die Leute, die gar nichts oder zu wenig zu tun haben, immer häufiger unter dem Stress durch Minderanforderung.”

Der Fall Frédéric Desnard

Ein Fall aus Frankreich hat 2016 für mediales Aufsehen gesorgt. Frédéric Desnard ist als Betroffener an die Öffentlichkeit gegangen und hat seinen Arbeitgeber auf Schadenersatz verklagt.

Ihn langweilte seine Arbeit so sehr, dass er schließlich krank wurde. Vier Jahre lang hat er sich niemandem anvertraut. Er wurde depressiv und verursachte durch einen epileptischen Anfall einen Autounfall. Desnard war sechs Monate krankgeschrieben. Sein Arbeitgeber entließ ihn schließlich mit der Begründung, Desnard störe durch seine längere Abwesenheit die Arbeitsabläufe des Unternehmens. Daraufhin verklagte er seinen Arbeitgeber auf 358 000

Euro Schadenersatz. Die endgültige Entscheidung des Gerichts wird Anfang 2017 erwartet.

Die Folge: Arbeitsausfall durch Depression

Führt die dauerhafte Unterforderung schließlich zu einer Depression, kann eine längere Berufsunfähigkeit die Folge sein. Wer für diesen Fall auf keine finanziellen Reserven zurückgreifen kann, befindet sich schnell in einer desolaten Lage. Akribisch wird bei den Ausgaben der Rotstift angesetzt. Was für den Moment nicht essentiell ist, wird gestrichen. Das betrifft mitunter auch die eigene Altersvorsorge. In vielen Verträgen ist die Höhe der monatlichen Beitragszahlungen statisch festgeschrieben. Die IDEAL Lebensversicherung AG. bietet hingegen mit UniversalLife eine flexible Lösung für die Altersvorsorge. Die Beiträge für die private Rentenvorsorge des Kombi-Tarifs können den individuellen Lebensumständen des Versicherten jederzeit angepasst werden. Längere Zeit weniger für die Rente zurückzulegen, ist allemal besser, als den Vertrag aufzulösen. Denn das wirkt sich auch auf die Höhe der späteren Rente aus.

Titelbild: ©stokkete