Krebsvorsorge - Gestresster Mann bestürmt von allen Seiten

Berufsalltag bewusst gestalten

Stress ist kein Phänomen dieser Zeit. Er hat lediglich andere Formen, als es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Stress ist auch nicht grundsätzlich schlecht. Er kann den Menschen beflügeln und zu hoher Leistung befähigen. Hier zeigt sich aber auch das Dilemma. Dauerhafter Stress führt zu Überforderung und wird so auch ein Risiko für die Gesundheit.

Diese Formen von Stress gibt es

Experten unterscheiden zwischen Eustress und Disstress. Eustress wird als positiver Stress gewertet, Disstress nicht, denn er vermittelt Ihnen das Gefühl einer bedrohlichen Situation, aus der Sie sich möglichst schnell befreien sollten. Eustress kann Sie motivieren, die Leistung steigern und die Aufmerksamkeit erhöhen. Er macht ehrgeizig und fordert und fördert Ihre Fähigkeit, kreativ zu sein. Dabei wird diese Form des Stresses eher selten als unangenehm empfunden. Lediglich für das Umfeld kann Eustress anstrengend sein. Das ist z. B. dann der Fall, wenn Menschen mit Eustress zu Euphorie neigen. Hier besteht auch die Gefahr, dass Eustress auf Dauer zu Problemen führen kann. Inzwischen gilt Stress als ein problematischer Auslöser von Folgeerkrankungen im Berufsleben. Umfragen der Wirtschaftswoche zufolge fühlt sich jeder fünfte Berufstätige gestresst.

Stress und Perfektionismus

Wer seinen Job sehr ernst nimmt und zu Perfektionismus neigt, ist besonders gefährdet, im Berufsalltag unter Stress zu geraten. Die Kunst besteht dann darin, das Gleichgewicht zwischen angemessener Konzentration und innerer Ruhe zu erhalten. Gehören Sie zu den Menschen, die sich und andere unter Druck setzen? Dann machen Sie sich bewusst, dass Scheitern oder weniger gute Leistung zwar nicht das Ziel sein können, dass Sie aber mit innerer Gelassenheit mindestens ebenso erfolgreich sind.

Bleiben Sie verspielt

Wer gestresst ist, ist verspannt. Das wirkt sich auf den gesamten Organismus aus. Muskeln werden schlechter durchblutet, der Blutdruck steigt, die Konzentration nimmt zwar zu, läuft aber auf einem dauerhaft zu hohen Niveau, bis Sie erschöpft sind. Achten Sie darauf, dass Sie vor und nach anspruchsvollen Tätigkeiten die Spannung auflösen. Dabei kann Ihnen ein kleines Hilfsmittel Unterstützung bieten. Das kann eine Sanduhr mit grobkörnigem Inhalt sein, die Sie umdrehen und den rieselnden Sand beobachten. Es eignen sich auch kleine Geschicklichkeitsspiele, die Sie mit den Händen zusammenfügen oder trennen müssen. Auch kleine Geduldsspiele bieten eine gute und kurzfristige Ablenkung, denn sie erfordern vorübergehende Konzentration auf einen einzelnen Ablauf. Das zwingt zur Ruhe.

Telefonieren Sie – wenn der Arbeitsplatz das zulässt

Nutzen Sie die Pause für ein Telefonat mit einem Menschen, der Ihnen guttut. Schon wenige Minuten lösen Verspannungen und befreien Ihren Kopf von trüben Gedanken. Die Stimme eines netten Menschen kann auch dazu beitragen, dass die Gedanken aus der Starre gerissen werden. Ist das nicht möglich, sind kurze Sprachnachrichten oder eine Mail ebenfalls geeignet. Möglicherweise gibt es jemanden in Ihrem Umfeld, der sich ebenfalls über eine solche Aufmunterung freut. So können Sie sich gegenseitig helfen.

Aufgaben delegieren

Auch wenn Sie die volle Verantwortung tragen, vertrauen Sie auf die Menschen um sich herum. Machen Sie das Ihren Kolleginnen und Kollegen auch deutlich. Wenn Sie das Gefühl haben, ständig alle kontrollieren zu müssen, wird Ihr Stress zunehmen. Bringen Sie zum Ausdruck, dass jeder, für das Gelingen von Aufgaben mit verantwortlich ist und Sie erwarten, dass alle diesem Anspruch gerecht werden. Wer sich überfordert fühlt, muss das zur Sprache bringen, damit zielführende Lösungen erarbeitet werden können.

Feierabend und Urlaubszeiten

Ständige Erreichbarkeit wird von sehr vielen Unternehmen ausgenutzt. Erst langsam setzt sich der neue Trend durch, dass Angestellte in ihrer freien Zeit auch nicht behelligt werden. Das ist ein Prozess, den auch Sie gegenüber dem Arbeitgeber weitestgehend durchsetzen sollten. Auch wenn es in Notfällen gerade bei hochqualifizierten Arbeitskräften vorkommen kann, dass Telefonate oder Mails im Urlaub abgewickelt werden müssen, darf das nicht Normalität sein.