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Berufliche Fortbildung – Neue Fähigkeiten zur Entfaltung im Job

Was ist eine berufliche Fortbildung? Wie unterscheidet sie sich von der Weiterbildung? Und haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf beides? Das und mehr erfahren Sie im Beitrag.

Inhalt:

Das versteht man unter beruflicher Fortbildung

Laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) soll die berufliche Fortbildung Ihnen die Möglichkeit eröffnen, Ihre beruflichen Kenntnisse in Ihrem aktuellen Berufsfeld zu erhalten und zu erweitern. Weiterhin können Sie eine Fortbildung dazu nutzen, um Ihre Qualifikation der technologischen Entwicklung anzupassen oder einen beruflichen Aufstieg ins Auge zu fassen. Das Sozialgesetzbuch III definiert die berufliche Weiterbildung als eine Leistung der Arbeitsförderung. Diese können Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Träger von Arbeitsförderungsmaßnahmen erhalten.

Zudem ist die relativ kurze Dauer ein grundlegendes Merkmal der Fortbildung. Generell umfasst eine Fortbildung nur wenige Einheiten oder kann auch als Einzelveranstaltung stattfinden. Diese behandeln ausgewählte Themen oder bestimmte Bereiche des jeweiligen Berufsfelds. Aufstiegsfortbildungen sind hier die Ausnahme. Sie können wesentlich länger dauern, weil Sie hier eine höhere Ebene anstreben und damit eben eine andere berufliche Bezeichnung.

Unterschied zwischen Weiterbildung und Fortbildung

Die Unterschiede zwischen der Weiterbildung und der Fortbildung sind vielen Deutschen nicht bekannt. Oftmals werden die beiden synonym gebraucht, in anderen Fällen sagt man Weiterbildung und meint aber die Fortbildung oder andersherum.

Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gehören zur Weiterbildung allerhand berufliche Maßnahmen. Darunter zum Beispiel Lehrgänge, Umschulungen und Meisterkurse, aber auch Sprachunterricht, das Nachholen von Schulabschlüssen oder freizeitorientierte Bildungsangebote. Oftmals besteht die Möglichkeit, die Weiterbildung staatlich fördern zu lassen. Weiterbildung umfasst insgesamt drei Arten von Bildungsangeboten:

  • Allgemeine und politische Weiterbildung
  • Berufliche Weiterbildung
  • Weiterbildung an Hochschulen

Der Knackpunkt: Sie können eine Weiterbildung jederzeit und unabhängig von Beruf und Beschäftigungsverhältnis beginnen. Sie ist nicht thematisch an Ihren Job gebunden.

Die Fortbildung wiederum basiert auf dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Sie hat das Ziel, Sie für Ihren erlernten, aktuellen Beruf fortzubilden. Dementsprechend ist eine Berufstätigkeit Voraussetzung dafür, an einer Fortbildung teilzunehmen. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist der Zweck der zusätzlichen Bildungsmöglichkeit.

Fortbildungen sind für gewöhnlich öffentliche Bildungsmaßnahmen, mit denen eine Prüfung durch eine staatliche Stelle zusammenhängt. Erst recht, wenn es um eine höherqualifizierende Berufsbildung geht. Es kann eine Prüfung erfolgen, die normalerweise im zuständigen Institut durchgeführt wird. Hier erhalten Sie ein institutsinternes Zertifikat.

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Gesetzliche Grundlagen

Die Aufgaben der beruflichen Fortbildung legt das sogenannte Berufsbildungsgesetz (BBiG) fest. Demzufolge soll die berufliche Fortbildung Ihnen vor allem zwei Dinge ermöglichen. Erstens kann sie die berufliche Handlungsfähigkeit durch eine Anpassungsfortbildung erhalten und anpassen. Zweitens kann sie die berufliche Handlungsfähigkeit durch eine Fortbildung der höherqualifizierenden Berufsbildung erweitern und einen Aufstieg ermöglichen.

Gemeinsam mit einigen anderen Maßnahmen gehört die berufliche Fortbildung zur Obergattung Berufsbildung.

„Berufsbildung im Sinne dieses Gesetzes sind die Berufsausbildungsvorbereitung, die Berufsausbildung, die berufliche Fortbildung und die berufliche Umschulung.“ – Aus dem Berufsbildungsgesetz, Teil 1, § 1, Abs. 1

Anspruch auf berufliche Fortbildung

Ein gesetzlicher Anspruch auf berufliche Fortbildung besteht in Deutschland für gewöhnlich nicht. Ein Arbeitgeber ist auch nicht dazu verpflichtet, die berufliche Fortbildung finanziell zu fördern, das heißt, Lehrgänge zu finanzieren oder den Arbeitnehmer zu diesem Zweck von der Arbeit freizustellen. Anders sieht es aus, wenn in Ihrem Tarifvertrag oder in den Betriebsvereinbarungen eine entsprechende Regelung vorhanden ist.

Eine weitere Ausnahme besteht dann, wenn Sie in einem der Bundesländer leben, die den sogenannten Bildungsurlaub erlauben. Bildungsurlaub dient neben der politischen oder allgemeinen Bildung auch der beruflichen Fortbildung. Sollte durch entsprechende Landesgesetze ein Anspruch auf die Gewährung von Bildungsurlaub bestehen, so ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeitnehmer eine bezahlte Freistellung zu gewähren, die über den normalen Urlaubsanspruch hinausgeht. In dieser Zeit können Sie Maßnahmen durchführen, die der beruflichen Fortbildung dienen. Wichtig: Kursgebühren muss der Arbeitgeber allerdings nicht zahlen.

Pro Kalenderjahr besteht in den entsprechenden Bundesländern ein Anspruch auf fünf Tage Bildungsurlaub oder auf zehn Tage pro Doppeljahr. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Beitrag „Bildungsurlaub“.

Arten der beruflichen Fortbildung

Arbeitsrechte.de unterscheidet zwischen vier verschiedenen Arten der beruflichen Fortbildung:

  • Erhaltungsfortbildung: Sie frischen vorhandenes Wissen auf und liefern danach qualitativ bessere Arbeit ab.
  • Anpassungsfortbildung: Hier streben Sie eine Anpassung an den aktuellen technischen Wissensstand an.
  • Erweiterungsfortbildung: Sie vertiefen bereits vorhandene Kenntnisse und Fähigkeiten.
  • Aufstiegsfortbildung: Sie streben mehr Verantwortung, mehr Gehalt oder einen Aufstieg in der Unternehmensstruktur an. Hier ist für gewöhnlich eine Abschlussprüfung vorgesehen.

Finanzierungsmöglichkeiten

Bereits seit 2008 unterstützt der Gesetzgeber diejenigen, die aus finanziellen Gründen auf eine Fortbildung verzichtet haben, mit der sogenannten Bildungsprämie. Diese besteht aus einem Prämiengutschein und einem Spargutschein.

Und seit dem 1. Januar 2019 besteht in Deutschland das Qualifizierungschancengesetz. Dieses räumt Mitarbeitern einen gesetzlichen Anspruch auf eine Weiterbildungsberatung ein. Außerdem sieht es einen Ausbau der staatlichen Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen vor. Das Ziel ist es, mehr Menschen einen Zugang zu qualitativ hochwertigen Weiterbildungslehrgängen zu ermöglichen.

Um die eigene berufliche Weiterentwicklung zu finanzieren, gibt es vom Gesetzgeber aus zwei Förderprogramme. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt Berufserfahrene mit dem Weiterbildungsstipendium und dem Aufstiegsstipendium. Wer „Stipendium“ hört, denkt oftmals an die Förderung von glatten Einserkandidaten, was aber in diesem Zusammenhang falsch ist. Die Programme sollen dabei helfen, aus Arbeitnehmern Spitzenfachkräfte auf ihrem Gebiet zu machen. Mit einem Weiterbildungsstipendium können Absolventen beruflicher Ausbildungen drei Jahre lang fachliche oder fachübergreifende Weiterbildungsmaßnahmen finanzieren. Das Aufstiegsstipendium wiederum soll Berufserfahrene dazu motivieren, ein Studium aufzunehmen.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Varianten, bei denen Sie ein Darlehen erhalten, es aber zumindest anteilig, wenn nicht komplett, zurückzahlen müssen. Die Bedingungen solcher Angebote sind je nach Zweck und Ausgestaltung oftmals günstiger als normale Bankkredite. Für Studenten gibt es zum Beispiel Gelder aus Bildungsfonds oder aus Studienkrediten. Das BaföG hat für gewöhnlich zu hohe Voraussetzungen, als dass Berufstätige es in Anspruch nehmen könnten, doch eine Anfrage ist es zumindest wert.

Zuletzt besteht die Möglichkeit, einen Bildungsgutschein zu ergattern. Einen solchen erhalten Sie bei der Bundesagentur für Arbeit, allerdings nur nach einer Beratung und wenn feststeht, dass eine Weiterbildung notwendig ist. Bildungsgutscheine decken zum Beispiel die Kosten für Lehrgänge, Prüfungen und damit verbundenen Aufwendungen für Bücher, Verpflegung oder auch für die Fahrt.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen zum Bundesprogramm Bildungsprämie finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die bfw-Unternehmensgruppe stellt einen Rechner für die Zuschüsse durch das Qualifizierungschancengesetz zur Verfügung. Die Bundesagentur für Arbeit informiert umfassend über Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung.

Titelbild: © Highwaystarz-Photography/ iStock.com

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