Sabatical - Frau mit Bergpanorama

Ausstieg auf Zeit: Warum sich immer mehr Menschen für ein Sabbatical entscheiden

Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Fittkau & Maaß wünscht sich fast die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer eine längere Auszeit vom Berufsalltag. Ein so genanntes Sabbatical. Das ist eine Tradition aus dem nordamerikanischen Universitätsbetrieb. Professoren bezeichnen so Forschungs- oder Freisemester, in denen sie von ihren Lehraufträgen entbunden sind. Aber die Auszeiten haben ihren Weg auch in die freie Wirtschaft gefunden.

Vielfältige Gründe für einen Ausstieg auf Zeit

Die Gründe für einen Ausstieg auf Zeit sind vielfältig. Der CEO von Xing, Thomas Vollmoeller, schreibt in der Huffington Post zu seiner Motivation:

„Warum also ein Sabbatical? Aus demselben Grund, aus dem immer mehr Menschen das Bedürfnis haben, eine Auszeit zu nehmen. Ich will mich bewusst für einen begrenzten Zeitraum aus dem Tagesgeschäft herausziehen. Zeit mit meinen Lieben verbringen. Reisen und neue Eindrücke gewinnen.“

Reisen, Lernen, Durchatmen

Die Gestaltung eines Sabbaticals ist komplett offen. Ganz egal ob man einmal um die Welt reisen, Hilfsprojekte unterstützen, neue Sprachen lernen oder die Eltern pflegen will. Alles ist möglich. Beispielsweise auch einen neuen Job auszuprobieren. Für manche ergeben sich so ganz neue Lebensperspektiven. Im Kern steht für die Auszeitnehmer aber eigentlich fast immer das „Zu-sich-selbst-finden“, abseits von ständiger Erreichbarkeit und Leistungsdruck.

Kein rechtlicher Anspruch

Vor allem bei jüngeren Arbeitnehmern sind diese Auszeiten verbreitet. Im Allgemeinen ist das Sabbatical ein verlängerter Sonderurlaub, den ein Arbeitnehmer aus unterschiedlichsten Gründen nehmen kann – sofern es der Arbeitgeber erlaubt. Denn einen gesetzlichen Anspruch auf die Auszeit gibt es in Deutschland bisher nicht. Daher sollten sich Arbeitnehmer, die ein Sabbatical planen, eine gute Verkaufsstrategie für das Gespräch mit dem Chef zurechtlegen. Außerdem muss in der Regel der Arbeitnehmer selber für die Finanzierung sorgen.

Vier Wege in ein Sabbatical

  • Das Langzeitkonto: Mit dieser Methode sammelt der Arbeitnehmer im Vorfeld seiner Auszeit Überstunden, um während des Sabbaticals bezahlt zu werden. Der Vorteil: Man gilt nicht als arbeitslos und bleibt weiterhin versichert. Allerdings reicht diese Methode nicht immer aus.
  • Teilzeitmodell: Der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber einigen sich auf einen bestimmten Zeitraum, in dem ein Teil des Gehalts einbehalten wird. Das so gesammelte Geld erhält der Arbeitnehmer in der Auszeit. Oftmals werden diese und die erste Methode kombiniert.
  • Unbezahlter Urlaub: Mit dem Chef wird vereinbart, wie lange das Arbeitsverhältnis ruht. Für diesen Zeitraum wird man freigestellt und bekommt kein Gehalt. Der Nachteil: Man gilt dann nicht als angestellt und muss sich privat um eine Krankenversicherung kümmern. Auch die Beiträge muss man komplett selbst zahlen.
  • Kündigung: Nimmt man das Sabbatical, weil man ohnehin mit dem Beruf unzufrieden ist, bietet sich eine Kündigung und anschließende Suche nach einem neuen Job an.

Für welchen Weg man sich auch entscheidet: Ein Sabbatical bietet eine attraktive Möglichkeit, in sich zu gehen, zu reflektieren und sich seiner selbst wieder bewusster zu werden. Doch auch während einer Auszeit bleibt die Altersvorsorge wichtig. Optimal bei einem schmalen Sabbaticalbudget ist die flexible Beitragsgestaltung der IDEAL UniversalLife. Sie passt sich jeder Lebensphase der Versicherten an.

Zukunftsperspektive: 20.000 Euro für jeden Erwerbstätigen?

Auch in der Hauptstadt beschäftigt man sich offenbar mit dem Trend zur Berufsauszeit. Anfang des Jahres präsentierte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles einen Vorschlag, der jedem Berufstätigen das Recht auf ein Sabbatical gewähren würde. Zusätzlich wird das so genannte Erwerbstätigenkonto diskutiert. Darauf soll jeder berufstätige Deutsche ab seinem 18. Lebensjahr 20.000 Euro als Startguthaben zur Verfügung haben. Allerdings müsste dieses Guthaben zweckgebunden, also beispielsweise für Weiterbildung, Firmengründung oder eben auch ein Sabbatical genutzt werden. Wie genau die Ministerin diesen milliardenschweren Vorschlag in die Tat umsetzen will, ist allerdings noch unklar.

Titelbild: ©serkat Photography