Urlaub mit Hund im Ausland: Hund blickt aus dem Autofenster auf einen See

Auslandsreise mit Hund – Das sollten Sie beachten!

Auslandsreisen gehören für viele Menschen zum Urlaub. Dass der Vierbeiner mitreist, ist für Hundefreunde selbstverständlich. Allerdings ist nicht jeder Hund ein idealer Reisebegleiter und nicht jedes Ziel für den Hund geeignet.

Das Reiseziel ist entscheidend

Beziehen Sie bei der Entscheidung für das Reiseziel folgende Punkte ein:

  • Anreise mit welchem Verkehrsmittel
  • Einreisebestimmungen
  • Klimatische Bedingungen
  • Hundegesetze im Land
  • Unterbringung
  • Pläne für die freie Zeit
  • Belastbarkeit des Hundes

Je mehr Sie auf die Toleranz anderer angewiesen sind, umso gelassener und belastbarer muss der Hund sein. Eine Reise mit dem Flugzeug in ein Land mit hohen Temperaturen und einem Aufenthalt im Hotel fordert einen Hund ganz anders als die Anreise mit dem Auto in gemäßigte Regionen und die Übernachtung in einer Ferienhütte. Ein Urlaub mit Wanderungen durch Wald und Flur lässt sich mit einem Hund ebenfalls oft viel einfacher durchführen als ein Kultur- und Städtetrip.

Die Gewissensfrage – den Hund nicht mitnehmen?

Lösen Sie sich von dem Gedanken, dass ein Hund nur glücklich sein kann, wenn er bei seinem Halter ist. Trainieren Sie immer mal wieder den Aufenthalt über Nacht bei vertrauenswürdigen Hundefreunden. Werden Sie einmal krank oder müssen eine Dienstreise unternehmen, sind Sie heilfroh, wenn Ihr Hund daran gewöhnt ist, auch mal woanders zu bleiben. Das Gleiche gilt für den Urlaub. Wenn der Skiurlaub in Japan oder der Museumsmarathon in New York Ihr Lebenstraum ist, suchen Sie sich frühzeitig einen guten Hundesitter oder eine Hundepension und lassen Sie den Hund zu Übungszwecken für ein paar Stunden dort.

Die hundefreundlichsten Länder

Auch im Reiseland gibt es gesetzliche Regelungen und in touristisch stark belebten Regionen ist mit Einschränkungen für Hundehalter zu rechnen. Gewöhnen Sie Ihren Hund vorher an einen Maulkorb, der mancherorts die Voraussetzung für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel mit Hunden ist. Zu den in allen EU-Mitgliedsstaaten geltenden EU-Einreisebestimmungen für Hunde gehören ein gültiger EU-Heimtierausweis und eine Mikrochip-Kennzeichnung sowie der Nachweis über eine gültige Tollwutimpfung. Folgende europäische Länder eignen sich aufgrund der gesetzlichen Vorschriften, der Akzeptanz in der Bevölkerung und der Freizeitangebote besonders gut für Reisen mit Hund:

  1. Österreich – Viele tiergerechte Unterkünfte, ein großes Freizeitangebot und außer EU-Einreisebestimmungen für Hunde keine weiteren gesetzlichen Vorgaben.
  2. Belgien – Belgier sind äußerst hundefreundlich und die Landschaft bietet sich für ausgedehnte Wanderungen an. Allerdings besteht eine allgemeine Leinenpflicht für Hunde in der Öffentlichkeit.
  3. Niederlande – Perfekt für Strandurlaub mit Hund, aber Sie sollten die allgemeine Leinenpflicht für Hunde in der Öffentlichkeit beachten.
  4. Deutschland/Lettland – Sehr abwechslungsreich, aber auch viele regional unterschiedliche Vorschriften wie z. B. die Hundehaftpflichtversicherung in einigen Bundesländern.
  5. Tschechische Republik – Viele angebotene Aktivitäten. Zu beachten sind nur die allgemeinen EU-Bestimmungen und die allgemeine Leinenpflicht an öffentlichen Plätzen oder Gebäuden.
  6. England/Estland/Finnland – Für entspannten Urlaub im gemäßigten Klima mit Hund. Allerdings gilt ein striktes Einreiseverbot für bestimmte Rassen in England, das Gesundheitszeugnis muss auf Englisch, Russisch oder Estnisch bei der Einreise in Estland vorliegen und eine Bandwurmbehandlung ist 24–120 Stunden vor Einreise nach Finnland nötig.
  7. Frankreich/Schweden – Weitläufige Landschaften mit vielen Seen und Stränden. Es bestehen aber Einreiseverbote für bestimmte Rassen in Frankreich sowie Leinenpflicht und Impfpflicht gegen Leptospirose und Hundestaupe in Schweden.
  8. Irland/Litauen – Unberührte Natur und facettenreiche Aktivitäten. Zu beachten sind nur die EU-Einreiserichtlinien für Hunde und eine Bandwurmbehandlung 24–120 Stunden vor der Einreise nach Irland.
  9. Polen – Für Wander- oder Strandurlauber ein Traum. Es ist neben der EU-Einreiserichtlinie nur auf die regionale Leinen- und Maulkorbpflicht zu achten.
  10. Spanien – Mittelmeerklima und faszinierende Küsten. Dennoch Vorsicht vor „Mittelmeerkrankheiten“ wie Babesiose, Leishmaniose oder Herzwürmer. Im Sommer ist es oft viel zu heiß für Hunde.

Entscheidend ist aber auch in diesen Ländern, wo Sie sich aufhalten möchten und wie sozialverträglich Ihr Hund ist. In Deutschland müssen Sie von Bundesland zu Bundesland mit unterschiedlichen Regelungen rechnen. Beispielsweise können Sie Ihren Rottweiler mit nach Bayern in den Urlaub nehmen, wenn Sie nicht länger als drei Wochen dort bleiben und er vor der Einreise beim Ordnungsamt am Reiseziel gemeldet wird. In Thüringen z. B. gibt es solche Regelungen nicht.

Rechtliche Regelungen für Auslandsreisen mit Hund

Es gelten immer die gesetzlichen Bestimmungen des Reiselandes. Beachten Sie außerdem, dass als gefährlich eingestufte Hunde nicht in jedes Land eingeführt werden dürfen. Polen ist dabei deutlich liberaler als z. B. England. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Tierarzt oder recherchieren Sie im Internet, z. B. auf www.hunde-urlaub.net. Informieren Sie sich bei längeren Reisen wenigstens sechs Monate vor der Abreise über die Impfvorschriften, damit der Impfschutz für Ihren Schützling lückenlos ist. Bedenken Sie, dass Sie nicht nur aus-, sondern auch wieder einreisen wollen. Folglich gelten die Voraussetzungen immer für mindestens zwei Länder. Der Tierarzt stellt Ihnen den Heimtierausweis aus, ohne den Sie mit Ihrem Hund nicht in ein anderes EU-Land einreisen dürfen. Auch die Registrierung Ihres Vierbeiners bei TASSO e. V. ist empfehlenswert. Das sollten Sie außerdem beachten:

  • Nicht mehr als fünf Hunde mitnehmen
  • Welpen erst ab der 12. Lebenswoche
  • Der Hund muss gekennzeichnet sein (Mikrochip)
  • Die Bestimmungen gelten auch für die Durchreise
  • Klären Sie, ob Ihre Hundehaftpflichtversicherung für die Auslandsreise ausreicht

Praktische Tipps fürs Reisen mit Hund

Der Urlaub beginnt mit der Anreise. Um Stress zu vermeiden, sollte Ihr Hund mit dem Transportmittel vertraut sein.

Fahrten mit dem Auto

Die meisten Hunde sind entspannte Beifahrer, wenn sie sich ans Autofahren gewöhnt haben. Achten Sie darauf, dass der Hund keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt ist, und sichern Sie ihn gesetzeskonform im Auto. Das kann ein Gurtsystem sein oder eine Transportbox. Den Hund ohne Sicherung einfach im Kofferraum mitzunehmen, ist nicht erlaubt. Achten Sie darauf, dass der Hund sich ausstrecken kann, und legen Sie mindestens alle zwei Stunden eine Pause ein. Bieten Sie Ihrem Hund während der Pause Wasser und ausreichend Bewegung.

Fahrten mit der Bahn

Vor allem bei internationalen Bahnfahrten können die gesetzlichen Bestimmungen stark einschränken. In Italien ist das Mitnehmen von Hunden im Zug z. B.  gar nicht erlaubt. Bei der Deutschen Bahn dürfen Sie einen Hund zwar mitnehmen, aber nur mit Maulkorb. Kleine Hunde im Transportkorb sind unproblematisch, ein Recht auf Mitnahme eines größeren Hundes gibt es nicht, es sei denn, Sie haben ein ganzes Abteil gebucht. Hier heißt es also sich bei den jeweiligen Anbietern gut zu informieren.

Reisen mit dem Flugzeug

Ein großer Hund reist im Frachtraum in einer für Flugreisen zugelassenen Flugbox. Kleine Hunde dürfen bei manchen Fluggesellschaften in den Passagierraum, wenn sie in einer Box untergebracht sind. Manche Hunde verkraften Flugreisen recht gut, für andere ist der Flug mit großem Stress verbunden. Hier sollten Sie genau abwägen, ob die Reise für den Hund zumutbar ist, und im Zweifelsfall Rat bei einem Tierarzt oder gleich eine Alternative suchen.

Die Reisevorbereitung

Trainieren Sie rechtzeitig vor der Reise in Ruhe das Anlegen des Maulkorbs. Wählen Sie kurze Sequenzen und zwingen Sie den Hund nicht, eine Situation auszuhalten, der er nicht gewachsen ist. Belohnen Sie ihn und sorgen Sie für ausreichend Bewegung und Spiel. Berücksichtigen Sie bei der Vorbereitung der Reise, dass auch Ihr Hund Gepäck hat:

  • Ausreichend Wasser für unterwegs
  • Zwei Näpfe
  • Futter
  • Gewohnte Decke
  • Spielzeug
  • Maulkorb
  • Heimtierausweis
  • Halsband/Geschirr und Leine

Eine gute Vorbereitung für Hunde, die viel unterwegs sind, ist die Begleithundeausbildung. Während einer solchen Ausbildung trainieren Sie unter fachlicher Begleitung den Besuch von Restaurants, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und wie Sie Ihren Hund im öffentlichen Raum führen. Ansprechpartner sind Hundeschulen und Hundevereine. Mit dieser Vorbereitung sollte dem Urlaub mit dem besten Freund des Menschen nichts im Wege stehen!

Titelbild: © Igor Normann

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