Junge Frau hält einen Wecker auf ihrem Kopf, da sie die Bewerbung zu ihrer Ausbildung 2019 verpasst hat

Ausbildungsstart 2019 – Bewerbung auf den letzten Drücker

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu. Die Prüfungen sind bereits absolviert oder stehen kurz bevor. Doch mit dem Abschluss in der Tasche drängt sich vielen jungen Menschen die Frage auf: Wie geht es jetzt eigentlich weiter? Eine Antwort wird nicht selten  erst recht spät gefunden. Sei es, weil man zu sehr im Prüfungsstress ist, oder weil man noch gar nicht so genau weiß, wo die Reise nach dem Schulabschluss hingehen soll. Ausbildung, Studium oder doch nochmal die Schulbank drücken?

Wer die drängende Frage zu lange aufschiebt, verpasst unter Umständen wichtige Bewerbungsfristen. Besonders Ausbildungsplätze werden häufig bereits ein Jahr im Voraus vergeben. Wer nun denkt, damit hat er den Ausbildungsstart 2019 sowieso verpasst, liegt falsch. Denn abhängig von der Branche und der Größe des Betriebes gibt es auch jetzt noch die Chance, in diesem Jahr eine Ausbildung zu beginnen. Was Sie grundsätzlich bei Bewerbungen für eine Ausbildung beachten sollten und was Sie tun können, wenn Sie die offizielle Bewerbungsfrist verpasst haben, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Inhalt

Wann bewerbe ich mich für eine Ausbildung?

Die einfache Devise lautet: Herbstzeit ist Bewerbungszeit. Die Ausbildungen beginnen in der Regel im September oder Oktober. Und starten die ersten Azubis ihre Ausbildung, suchen die Firmen schon wieder neue für das darauffolgende Jahr. Die meisten Ausbildungsplätze werden also bereits ein Jahr im Voraus ausgeschrieben. Besonders große Firmen können auch schon einmal eineinhalb Jahre für die Bewerbersuche einplanen. Für Bewerber gilt also: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Oder hat zumindest die größte Auswahl.

Insgesamt gibt es in Deutschland 326 anerkannte Ausbildungsberufe. Diese verteilten sich im Jahr 2018 laut Statista auf 589.069 angebotene Ausbildungsplätze. Nicht alle von ihnen konnten jedoch besetzt werden. Für Bewerber heißt das konkret: Es gibt auch nach der offiziellen Bewerbungsfrist noch ein paar freie Ausbildungsplätze. Eben nur nicht mehr so viel Auswahl. Wer sich rechtzeitig bewirbt, hat deshalb die besseren Chancen. Wann die Bewerbungsphase beginnt, hängt  vor allem von drei Faktoren ab:

1) Unternehmensgröße

Die Hauptsaison für Ausbildungsbewerbungen beginnt im September. Ab diesem Monat suchen vor allem große Unternehmen Azubis für das kommende Jahr. Je nach Ausschreibung sind auch der Oktober und November noch für Bewerbungen eingeplant. Spätestens im Dezember sind in der Regel die meisten Ausbildungsplätze bei großen Unternehmen vergeben. Große Chancen bieten sich dann jedoch noch in sogenannten KMU’s, also kleinen und mittelständischen Unternehmen. Denn diese suchen oft bis weit in den Winter hinein. Nicht selten beginnen hier die Bewerbungsphasen erst im November und enden erst zu Beginn des neuen Jahres.

2) Branche der Ausbildung

Neben der Unternehmensgröße ist vor allem auch die Branche, in der die Ausbildung angesiedelt ist, entscheidend. Denn je nach Bereich der Ausbildung können sich die Bewerbungszeiten unterscheiden. Vor allem in besonders gefragten Branchen rechnen Firmen jedes Jahr mit einem hohen Andrang. Steigt die Bewerberzahl für die angebotenen Stellen, brauchen die Firmen mehr Zeit für die Vergabe. Deshalb werden diese Stellen besonders früh ausgeschrieben. Eine Übersicht, wann in welcher Branche besonders viele Stellen für das Ausbildungsjahr 2020 angeboten werden, finden Sie hier:

Branche Bewerbungsphase
Automobile / Luft- und Raumfahrt September 2019 – November 2019
Gesundheit, Fitness, Körperpflege September 2019 – November 2019
Medien, Kunst Oktober 2019 – Dezember 2019
Internet, Unterhaltung, Kommunikation Oktober 2019 – Dezember 2019
Gastronomie, Ernährung Dezember 2019 – Januar 2020
Elektronik und Technik September 2019 – Dezember 2019
Bau, Immobilien Oktober 2019 – Januar 2020
Banken, Versicherungen September 2019 – November 2019
Handel, Distribution November 2019 – Januar 2020
Tiere, Umwelt, Natur Januar 2020 – März 2020
Mode, Schneiderei, Textilien Oktober 2019 – Januar 2020
Transport, Logistik, Verkehr September 2019 – Februar 2020
Steuern, Recht September 2019 – Dezember 2019
Forschung, Entwicklung September 2019 – Dezember 2019
Maschinenbau, Anlagenbau Oktober 2019 – Februar 2020

3) Ausbildungsort

Der dritte Faktor, der die Bewerbungsphase beeinflusst, ist der Ort der Ausbildung. Besonders in Ballungszentren sind die Ausbildungsplätze begehrt. Natürlich gibt es hier viel Angebot, aber eben auch eine sehr hohe Nachfrage. Denn viele jungen Menschen zieht es in die Großstädte. Mehr Freizeitangebote und das Stadtleben sind verlockend. Die hohe Nachfrage in den Ballungszentren treibt auch Firmen dazu, ihre Stellen immer früher auszuschreiben. Nur so kann nämlich die hohe Bewerberzahl pro Stelle bewältigt werden.

Umgekehrt verhält es sich in den ländlicheren Gebieten. Die Zahl an freien Ausbildungsstellen ist eher gering. Gibt es in einer Region also nur wenige Ausbildungsplätze und ist die Zahl der Bewerber dennoch recht hoch, ist auch hier der Zeitpunkt der Bewerbung ausschlaggebend. Wer sich nicht rechtzeitig nach einer freien Stelle umschaut, bekommt unter Umständen keinen Ausbildungsplatz mehr.

Und wenn die Bewerbungsfristen abgelaufen sind?

Die Bewerbungsfrist für die meisten Ausbildungsberufe ist für dieses Jahr bereits abgelaufen. Das heißt jedoch nicht, dass es keine freien Stellen mehr gibt. Denn jedes Jahr werden weniger Ausbildungsplätze besetzt, als angeboten werden. Es gibt also einen Überschuss an freien Stellen. Zudem springen häufig auch Bewerber bei Firmen ab, obwohl sie bereits eine Zusage erhalten haben. Das passiert beispielsweise, wenn diese doch noch einen Platz im Wunschunternehmen oder eine andere passendere Ausbildungsstelle erhalten haben. Wer bisher noch keinen Ausbildungsplatz ergattert hat, sollte deshalb nicht die Hoffnung aufgeben, sondern jetzt schnell handeln.

Das Problem: Die noch zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze müssen erst einmal gefunden werden. Zeitungen oder örtliche Ausbildungsausschreibungen sind da eher unpraktisch, denn das Angebot an freien Stellen ist unübersichtlich und meist auch gering. Bessere Chancen haben Sie, wenn Sie sich auf speziellen Portalen im Internet umschauen. Wir haben Ihnen ein paar solcher Plattformen im Überblick zusammengestellt:

  • Last-Minute Ausbildungsbörse auf azubiyo.de

Die Plattform bietet Suchenden nach verschiedenen Kriterien Last-Minute Ausbildungsplätze an. So können neben Wohnort und Art des Berufes auch der gewünschte Ausbildungsbeginn angegeben werden. Um auf dem Laufenden zu bleiben, schickt Azubyio nach Ihrem Einverständnis auch die neuesten Angebote per E-Mail zu. Hier geht’s zur Webseite: azubiyo.de/last-minute-ausbildung

  • Freie Ausbildungsplätze auf ausbildung.de

Hier können Sie ganz bequem Ausschau nach Last-Minute Ausbildungsplätzen halten. Genauso wie bei azubyio.de können Suchende hier einen Filter für den Ausbildungsstart anlegen. Dann werden alle freien Stellen im Überblick angezeigt. Hier geht’s zur Webseite: ausbildung.de/ausbildungsplaetze-2019/

  • Ausbildungsplätze für 2019 auf stellenreport.de

Hilfe finden Sie auch beim Stellenreport. Die Plattform listet alle noch freien Stellen für das Ausbildungsjahr 2019 übersichtlich auf. Natürlich können auch hier Region und Berufssparte eingegrenzt werden. Hier geht’s zur Webseite: https://www.stellenreport.de/ausbildung/2019/

  • Ausbildungsplätze finden bei der Bundesagentur für Arbeit

Neben diesen privaten Betreibern vermittelt auch die Bundesagentur für Arbeit so genannte Last-Minute Ausbildungsberufe. Neben hilfreichen Tipps zur Bewerbung und Informationen zu den einzelnen Ausbildungsberufen finden Sie hier auch eine Suchplattform, die noch freie Ausbildungsplätze anzeigt. Hier geht’s zur Webseite: Bundesagentur für Arbeit

 Falls Sie auf den Plattformen nicht fündig werden, sollten Sie andere Wege einschlagen, um dennoch an den gewünschten Ausbildungsplatz zu kommen. Besonders in der freien Wirtschaft ist die Zahl der Ausbildungsplätze nämlich nicht begrenzt. Das heißt, sollte ein Unternehmen Sie haben wollen, gibt es keine Hindernisse, einen weiteren Ausbildungsplatz zu schaffen. Bewerben Sie sich deshalb auch initiativ bei Unternehmen. Haben Sie bereits bei einer Firma ein Praktikum gemacht, sollten Sie auch die damaligen Vorgesetzten anschreiben und nach einem Ausbildungsplatz fragen. Anders sieht das im öffentlichen Dienst aus. Hier sind die Stellen meist begrenzt. Das Schaffen neuer Ausbildungsplätze ist – selbst für Entscheidungsträger – nicht einfach.

Zudem gibt es die Möglichkeit, sich in alternativen Ausbildungsberufen umzuschauen. Oft gibt es zwar keine freien Stellen in dem angestrebten Ausbildungsberuf mehr, aber eine ähnlich gelagerte Ausbildung ist eventuell noch nicht besetzt. Seien Sie also auch offen für andere Ausbildungsberufe.

Wer dennoch nicht von seinem Ziel abweichen will und keine Chance mehr auf einen Ausbildungsplatz hat, sollte seinen Traum nicht aufgeben. Denn in einem Jahr bietet sich bereits die neue Chance auf den begehrten Ausbildungsberuf. In diesem Zeitraum ist es sinnvoll, sich auf die bevorstehende Ausbildung vorzubereiten. Dies kann beispielsweise durch verschiedene oder längere Praktika geschehen. Oder Sie nutzen die Pause, um sich sozial zu engagieren, beispielsweise durch ein freiwilliges soziales Jahr ( FSJ) oder ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ). Mehr dazu erfahren Sie auf www.bundes-freiwilligendienst.de oder www.foej.de.

Checkliste – Wie schreibe ich eine Bewerbung?

Sie haben die passende Ausschreibung für einen Ausbildungsplatz gefunden? Dann fehlt nur noch eine gelungene Bewerbung. Und die stellt viele Bewerber vor Herausforderungen. Besonders, da die Bewerbung auch den potenziellen Arbeitgeber von Anfang an überzeugen muss. Fehlt ein wichtiges Dokument oder ist der Lebenslauf nicht vollständig, wird der Ausbildungsplatz meist an andere vergeben. Deshalb ist es wichtig, sich für die Bewerbung Zeit zu nehmen. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Regeln im Überblick.

Das Wichtigste bei einer Bewerbung ist zunächst die Vollständigkeit. Das heißt: Alle relevanten Unterlagen müssen in der Personalstelle eingehen. Wird ein Dokument vergessen oder erst später ausgestellt – wie es bei Abschlusszeugnissen meist der Fall ist – sollte es gleich nachgereicht werden. Damit Sie nichts vergessen, gibt es hier eine kurze Checkliste, welche Dokumente in die Bewerbungsmappe kommen:

  • Anschreiben
  • Tabellarischer Lebenslauf (ein Foto ist hier keine Pflicht)
  • Letzte Schulzeugnisse (Kopie)
  • Falls vorhanden: Abschlusszeugnis (Kopie)
  • Bescheinigungen von Praktika und Seminaren (Kopie)

Die meisten Probleme bereitet in der Regel das Anschreiben. Denn dieses ist das einzige Dokument, bei der Sie selbst ihre Überzeugungen ausdrücken können. Wichtig ist es, seine Freude für den Ausbildungsberuf und Entscheidung für die Ausbildung in dieser Firma darzulegen. Musteranschreiben oder gar dasselbe Anschreiben für mehrere Bewerbungen zu verwenden, ist daher nicht empfehlenswert. Der Aufbau des Anschreibens kann jedoch immer gleich gehalten werden.

Im Kopf des Anschreibens sollten folgende Informationen stehen:

  • Absenderinformationen (Name, Adresse, E-Mail, Handynummer)
  • Empfängerdaten (Ansprechpartner im Unternehmen)
  • Ort und Datum
  • Betreff (Name und/oder Kürzel der Stelle)

Der inhaltliche Teil des Anschreibens besteht aus:

  • Anrede:

Hier sollte immer direkt der Empfänger genannt werden. Gibt es einen konkreten Ansprechpartner wird dieser auch genannt. Fehlt ein solcher Ansprechpartner kann auch die allgemeine Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ verwendet werden.

  • Hauptteil:

Der erste Absatz in einem Anschreiben ist die Einleitung. Hier stellen Sie kurz vor, in welcher beruflichen Situation Sie sich aktuell befinden. Machen Sie also gerade einen schulischen Abschluss, haben Sie die Schule beendet oder absolvieren Sie gerade ein Praktikum?

Der zweite Absatz zeigt auf, welche Qualifikationen Sie besitzen. Haben Sie bereits Erfahrungen durch Praktika oder Schülerjobs gemacht, die bei der Ausbildung hilfreich sind? Oder haben Sie Seminare besucht, die Sie auf die Idee für diesen Ausbildungsberuf gebracht haben? Hier kann also alles rein, was Sie dazu bewegt, den Ausbildungsberuf zu ergreifen.

In einem dritten Absatz sollten Sie Ihre Motivation und Ziele darlegen. Was erwarten Sie von dem Ausbildungsberuf? Wie stellen Sie sich ihre berufliche Zukunft vor und was motiviert Sie dazu? Vergessen Sie nicht auch zu erklären, warum Sie die Ausbildung gerade bei dieser Firma absolvieren wollen.

  • Zusatzinformationen:

Werden in der Ausschreibung weitere Informationen vom Bewerber gefordert, wie beispielsweise die Angabe von Gehaltsvorstellungen oder das mögliche Eintrittsdatum, kann dies in wenigen Sätzen vor der Grußformel eingebaut werden.

  • Aufforderung und Grußformel

Die letzten Sätze des Anschreibens sollten mit einer Aufforderung des Arbeitsgebers zu einem persönlichen Gespräch enden. Zeigen Sie, dass Sie sich über ein Bewerbungsgespräch freuen würden. Zuletzt verabschieden Sie sich am Besten mit der Standard-Grußformel „Mit freundlichen Grüßen.“

  • Verweis auf Anlagen

Sie können am Ende des Schreibens noch auf Anlagen verweisen. Dies sollte jedoch nicht in einem eigenen Satz, sondern lediglich mit dem Wort „Anlagen“ geschehen. Die einzelnen angehängten Dokumente müssen Sie nicht aufzählen.

Mehr Informationen zur richten Bewerbung finden Sie auf der Bewerbungstraining-Plattform der Bundesagentur für Arbeit: planet-beruf.de

Titelbild: © Massonstock / iStock.com

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