Schmerzendes Knie

Arthrose: Wenn der Gelenkverschleiß kommt

Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge leiden 23,2 Prozent aller Frauen und 16,6 Prozent der Männer zwischen dem 45. und dem 64. Lebensjahr an Arthrose. Doch was verbirgt sich dahinter? Was ist Arthrose und wie kann man sie bekämpfen? Alle Details dazu finden Sie im Beitrag. 

Ursachen von Arthrose

Bevor wir zu den Ursachen kommen, stellt sich die Frage, was Arthrose eigentlich ist. Die Deutsche Rheuma-Liga definiert die Krankheit als eine “Schädigung des Gelenkknorpels, der sich nicht selbst wieder reparieren kann”. Beim Verlust von Gelenkknorpel bleibt es dabei allerdings nicht, denn sobald dieser bis zu einem gewissen Grad geschädigt ist, erfolgen Beschädigungen des Gelenkknochens. Häufig sind es die Knie- und Hüftgelenke, die zuerst eine Arthrose aufweisen, an den Fingerknöcheln tritt die Krankheit jedoch auch oftmals auf. Ursachen für eine Arthrose-Erkrankung gibt es viele:

  • Dauerhaftes Überbeanspruchen der Gelenke
  • Verletzungen
  • Gelenkinfektionen durch Bakterien
  • Gelenkfehlstellungen
  • Vererbung
  • Alter
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel

Symptome und Diagnose von Arthrose

Ein typisches Symptom von Arthrose ist der sogenannte Anlaufschmerz. Sie stehen morgens auf, Sie machen den ersten Schritt nach längerem Sitzen oder Liegen und ein kurz anhaltender Schmerz macht Ihnen zu schaffen. Dieser lässt zwar schnell nach, gilt jedoch als eines der ersten Anzeichen für eine Arthrose. Ähnlich sieht es beim Belastungsschmerz auf, der immer dann auftritt, wenn Sie ein Gelenk kurzzeitig überlasten. Dem Gelenk-Doktor zufolge gilt die Art des Schmerzes immer als guter Indikator dafür, ob es sich um eine Arthrose oder eine Arthritis handelt. Bei nächtlichen Gelenkschmerzen sei eher eine Arthritis zu vermuten, oder vielleicht eine rheumatische Erkrankung. Akute Schmerzen, etwa in den Knien beim Treppensteigen, weisen dagegen auf eine Arthrose hin. Allerdings gibt es auch bei der Arthrose selbst verschiedene Unterarten, auf deren Zeichen es zu achten gilt. 

Um eine Diagnose zu stellen, wird der Arzt Sie zunächst nach Ihrer Krankheitsgeschichte befragen. Welche Vorerkrankungen liegen vor? Sind Fälle von Arthrose in der Familie bekannt? Durch die Befragung erhält er eine erste Idee. Klinische Untersuchungen geben dann weiteren Aufschluss über die Art Ihrer Erkrankung. Um eine Arthrose festzustellen, können zum Beispiel ein Gelenkultraschall oder ein Röntgenbild helfen. In einigen Fällen wird der Arzt auch eine Gelenkspiegelung vorschlagen. 

Formen der Arthrose

Die Natur der Erkrankung – Verschleiß oder Erkrankung der Gelenke – verrät bereits, dass eine Arthrose an vielen verschiedenen Stellen im Körper auftreten kann. Am häufigsten sind die sogenannten “großen Gelenke” betroffen, also das Kniegelenk, das Hüftgelenk oder die Schultergelenke. Der Grund dafür: Knie- und Hüftgelenke “tragen” das meiste Körpergewicht und werden dadurch am meisten belastet. Arthrose an den Fingergelenken ist ebenfalls keine Seltenheit, da wir unsere Finger täglich gebrauchen und mit ihnen auch schwerste Arbeiten verrichten. Seltene Formen, zum Beispiel eine Arthrose in den Ellbogen, treten vorrangig bei Personen mit spezifischen Berufsbildern auf, etwa beim Maurer oder Profisportler. Eine Auflistung verschiedenster Arthroseformen mitsamt medizinischen Fachbegriffen stellt Gelenke-brauchen-mehr zur Verfügung.

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Krankheitsverlauf

“Den” Krankheitsverlauf der Arthrose gibt es nicht. Die Krankheit kann je nach Betroffenem unterschiedlich verlaufen, mal schneller, mal langsamer. Unabhängig von der Ursache beginnt die Arthrose mit Knorpelrissen, die im Gelenk für Reibung sorgen – was dann einen Abrieb nach sich zieht. Je weiter die Arthrose voranschreitet, umso weniger geschützt sind die Gelenke, was am Ende dafür sorgt, dass zwei Knochenflächen ungeschützt aneinander reiben. Der Gesundheitsinformation zufolge kann der Verlauf der Krankheit jahrelang eher leichte Beschwerden mit sich ziehen, sodass Betroffene noch lange ein normales Leben führen können. In anderen Fällen können die Beschwerden schneller und stärker auftreten. Umso wichtiger ist es, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und entsprechende Schritte einzuleiten. 

Behandlung von Arthrose

Der Abrieb von Gelenkknorpel ist ein unumkehrbarer Prozess. Wenn die Arthrose schon bis zu einem gewissen Grad fortgeschritten ist, ist eine Heilung der betroffenen Gelenke auf natürlichem Wege nicht mehr möglich. Darum geht es bei der Arthrose-Therapie vor allem darum, diese Zerstörung aufzuhalten. Sollte es dafür zu spät sein, zielt die Therapie auf eine Eindämmung der Schmerzen. Die Deutsche Rheuma-Liga listet hier drei Möglichkeiten auf:

  • Medikamentöse Behandlung: Hierbei handelt es sich vor allem um Schmerz- und Entzündungshemmer. Sie können die Symptome von Arthrose gut bekämpfen, ihre Nebenwirkungen greifen jedoch unter Umständen Magen und Blutgefäße an. Eine Kortisonspritze ins Gelenk kann eventuelle Schwellungen lindern.
  • Behandlung ohne Medikamente: Hiermit sind vor allem Krankengymnastik und verschiedene Sportarten gemeint, zum Beispiel Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren. Bei Übergewicht ist es für Betroffene wichtig, wieder zum Normalgewicht zurückzukehren.
  • Operativer Eingriff: Mittels einer Operation können lose Knorpelteile entfernt oder eine Gelenkprothese eingesetzt werden. 

Hierbei ist es wichtig, auf die Ratschläge des Arztes zu hören – er weiß, in welchem Stadium der Krankheit Sie sich befinden, und kann dementsprechend die passende Therapie auswählen. Während Physiotherapie und viel Bewegung zum Beispiel im frühen Verlauf noch viel helfen, nutzen sie bei einer fortgeschrittenen Arthrose nicht mehr viel. 

Ernährung bei Arthrose 

Eine ausgewogene Lebensweise kann einer Arthrose schon früh vorbeugen. Dem NDR zufolge ist es wichtig, eine möglichst entzündungshemmende Ernährung anzustreben. Viel Gemüse, Obst und gesunde Pflanzenöle sind hierbei der erste Schritt. Wer an Arthrose erkrankt ist, sollte vor allem den Fleischkonsum einschränken. Dasselbe gilt für Zucker. In ihm und Fleisch seien viele entzündungsfördernde Stoffe enthalten, die es zu meiden gelte. Knabberkram, Gebäck und andere Leckereien sollten daher in Maßen gegessen, wenn nicht sogar gänzlich vermieden werden. 

Prognose

Wie sich die Arthrose nach ihrer Entstehung entwickelt, hängt unter anderem davon ab, wie schnell sie erkannt und behandelt wird. Bleibt sie unbehandelt, kann es sein, dass langfristig jede Bewegung des Betroffenen zur Qual wird. Entdecken Sie eine Arthrose dagegen frühzeitig und leiten eine passende Therapie ein, ist es möglich, die Symptome zu bekämpfen und die Beweglichkeit der Gelenke noch lang zu erhalten. 

Titelbild: © Lacheev / iStock.com

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