Ameisen im Haus an einer Tür

Ameisen im Haus – Ursachen, Bekämpfung, Vorbeugung

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Ameisen im Haus – eine Katastrophe? Die kleinen Insekten sind ein fleißiges, kommunikatives Volk. Wo eine Ameise auftaucht, sind in der Regel schnell mehr zu erwarten, vor allem wenn es einen Grund für die Rückkehr gibt. Ameisen sind in Haus oder Wohnung entsprechend schnell in der Überzahl, wenn sie sich für einen Einzug entscheiden. Eine Ameisenplage kann die Folge sein.

Was lockt Ameisen also in die eigenen vier Wände und wie wird man die ungebetenen Untermieter wieder los?

Ursachen für Ameisenbefall

Türen und Fenster scheinen geschlossen und dennoch schlängelt sich eine Ameisenstraße mit eifrigen Arbeiterinnen durch die Küche. Ist Futter oder gar eine ganze Quelle von Nahrung im Spiel, sind die Ameisen umso schneller vor Ort und kaum von ihrem Ziel abzubringen. Stößt die erste Ameise bei einer Erkundungstour auf Futter, markiert sie den Weg für ihre Artgenossen mit Duftstoffen. Andere Ameisen folgen dieser Spur und markieren die Route auf ihrem Weg ebenfalls. Es entsteht ein intensiver Austausch und die Strecke wird von mehr und mehr Tieren gefunden und genutzt, bis eine Ameisenstraße entsteht.  

Die Suche nach Nahrung ist laut der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) die häufigste Ursache, weshalb Ameisen den Weg ins Haus finden. Undichte Fenster und Türen sind dabei willkommene Durchgänge. Scheint es für die Hausbesitzer keinen ersichtlichen Grund für den Besuch zu geben, sollten daher alle möglichen Dichtungen und Wege der Ameisen überprüft werden.

Wie kommen Ameisen ins Haus?

Undichte Türen und Fenster sind allerdings nur eine Ursache, welche die Ameisen zum Herumstöbern einlädt. In manchen Fällen spielen die Bewohner unfreiwilliges Taxi, indem sie die Tiere unbeabsichtigt von draußen mit in Haus oder Wohnung hineintragen. Ameisen sitzen manchmal auch unbeachtet auf Nahrungsmitteln oder gar in Kleidungsstücken nach einer Reise, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt warnt. Auch aus der Wäscherei oder im Blumenstrauß vom Laden um die Ecke können Ameisen mit in Haus und Wohnung gebracht werden. Wer den Garten und die Deko draußen auf den Winter vorbereitet, kann möglicherweise auch verbleibende Ameisen in Blumentöpfen zum Überwintern mit ins Warme holen.

Grundsätzlich ist die Ameise, unabhängig davon wie sie ins Haus gelangt, kein Zeichen für fehlende Hygiene der Bewohner. Ameisen überwinden leicht Hindernisse und nutzen, falls aus Versehen transportiert, jede Gelegenheit für die Nahrungssuche. Überleben sie auf dem unbekannten Boden lange genug und werden fündig, markieren sie auf ihrem Rückweg die Strecke und erleichtern es ihren Artgenossen, ihrer Spur zu folgen.

Besonders leicht machen Hausbewohner es Ameisen, wenn offene Müllsäcke oder -eimer zum ungewollten Futterfund verleiten. Auch Essensreste, offenstehendes Tierfutter oder grundsätzlich unverschlossen gelagerte Nahrungsmittel sind für Ameisen ein gefundenes Fressen und Grund genug, Verstärkung zu holen.

Nisten Ameisen im Haus?

Ein Ameisennest bildet sich in den meisten Fällen zunächst außen, in Ritzen oder Spalten im Baumaterial. Wird das Nest aufgrund von Bewegungen und Untergrabung der Bausubstanz von den Ameisen weiter ausgebaut, kann es zum Durchbruch in die Wände führen. Die Wärme des Hauses und die Dämmung der Wände laden Ameisen zum weiteren Ausbau in Richtung Innenbereich ein. In diesem Fall wird auch die Futtersuche auf den Wohnbereich des Hauses oder der Wohnung ausgeweitet. 

Ist tatsächlich ein Ameisennest im Haus die Ursache für den Befall, ist es nicht so leicht die baulichen Schäden zu beseitigen. Auch wenn nur gelegentlich Ameisen sichtbar in den Zimmern unterwegs sind, kann das vorhandene Nest in der Bausubstanz größer sein als erst ersichtlich. In diesem Fall ist das Freilegen des Nestes notwendig, um es vollständig zu beseitigen, was wiederum mit einem enormen Aufwand verbunden ist.

Können Ameisen schädlich sein?

Die meisten Ameisenplagen nerven mehr, als dass sie schaden. Allerdings gibt es einige Ausnahmen, in denen die Ameisen doch einiges Unheil anrichten können. Die Pharaoameise ist mit ihrer gelblich braunen Färbung deutlich von ihren schwarzen Kolleginnen der Wegameisen zu unterscheiden. Mit ihren 1,5 bis 2,5 Millimetern Größe überträgt sie nach Angaben des Deutschen Schädlingsbekämpfer Verband (DSV) gefährliche Bakterien. Darunter beispielsweise Salmonellen und Streptokokken. Das macht die Pharaoameise zu einem Gesundheitsschädling.

Auch andere Arten können durch Bisse und Stiche schmerzhaft, wenn auch ungefährlich, den Bewohnern unangenehm werden. In manchen Fällen krabbeln Ameisen auch in elektrische Geräte im Haushalt. Dabei kann es im schlimmsten Fall zum Kabelbrand kommen. Wer Allergiker ist und einen Befall bemerkt, sollte mit Vorsicht vorgehen und bei eventuellen Reaktionen ärztlich behandelt werden.

Andere Arten von Problemen bringen die Zweifarbige Wegameise und Rossameise mit sich. Als holzzerstörende Arten richten sie großen Schaden an Bauwerken an. Sie bauen Nester im Mauerwerk oder auch in Zwischendecken und nutzen Dämmstoffe des Gebäudes für ihren Bau. Der Befall findet vor allem durch die Zweifarbige Wegameise nur an von aufgeweichtem und von Pilzen befallenem Holz statt. Die Bekämpfung dieser Ameisen ist wichtig, um die Ausbreitung auf das restliche Gebäude gering zu halten.

Ameisenbefall bekämpfen

Eine Ameisenstraße in Haus und Wohnung ist also tatsächlich möglicherweise schon Alarmstufe Rot. Im besten Falle wird direkt beim Anzeichen der ersten einzelnen Ameisen schnell reagiert. Ist direkt ersichtlich, dass eine Futterquelle die Insekten angelockt hat, muss diese umgehend entfernt werden um die Spur, die die Ameisen markiert haben, unattraktiv zu machen.

Während die Bekämpfung von Ameisen durch chemisch-synthetische Mittel durchaus möglich ist, rät die Verbraucherzentrale Hamburg von ihrer Nutzung ab.

Die Mittel sind teilweise zwar effektiv, sind allerdings auch für Mensch und Umwelt schädigend und aufgrund diverser hilfreicher Hausmittel in den meisten Fällen nicht notwendig.

Im ersten Schritt sollten die möglichen Wege ins Haus oder in die Wohnung unterbrochen werden. Es gilt die Lücken, durch welche die Ameisen hineingelangen, überall abzudichten oder abzukleben. Darüber hinaus muss eine bereits gebildete Ameisenstraße dringend unterbrochen werden. Geschieht dies nicht bereits durch das Verschließen der Zugänge helfen Kräuter, um die Ameisen auf ihrem Weg zu verwirren. Für diese Methode eignen sich beispielsweise:

  • Lavendel(öl)
  • Wacholderblätter
  • Farnkraut
  • Eukalyptus
  • Zedern
  • Lorbeer
  • Zitronenschalen
  • Zimtpulver
  • Essig

Ist alles abgedeckt und verdichtet und die Straße unterbrochen, sollten die verbliebenen Ameisen aufgesaugt werden. In diesem Falle gilt: Staubsauger gründlich im Anschluss reinigen und den Beutel auswechseln! Sonst gelangen die restlichen Ameisen gegebenenfalls durch den Schlauch zurück auf ihre ursprüngliche Route.

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Ein extremes, aber sehr effektives Mittel stellt die Mischung aus Backpulver und Zucker dar. Vom Zucker angelockt wird das Backpulver von den Ameisen mit aufgenommen. Das Pulver bläht sich nach der Mahlzeit allerdings im Magen der Tiere auf, was zum Platzen und Versterben der Ameisen führt. Ähnlich drastisch ist die Nutzung von Diatomeenerde, die bei Berührung den Chitinpanzer der Tiere beschädigt und dadurch die Ameisen austrocknet. Diatomeenerde darf allerdings nicht eingeatmet werden und sollte von Kindern und Tieren ferngehalten werden. Dadurch stellt es bei Nutzung ebenfalls ein nicht geringes Risiko für die Bewohner dar.

Eine süße Straße aus gezuckerten Getränken oder Sirup kann außerdem als Lockmittel für die Ameisen genutzt werden. Mit Geduld kann so eine Nahrungsquelle außerhalb der Wohnung oder des Hauses als attraktiver dargestellt werden. Besonders, wenn die ursprüngliche Quelle entfernt wurde. Andernfalls kann die Flüssigkeit auch in einem Teller als Ertrinkungsfalle aufgestellt werden.

Wird ein Nest ausfindig gemacht, hilft für ein schnelles, eigenständiges Abtöten das Übergießen mit kochendem Wasser. Es muss sichergestellt werden, dass die Königin dabei ebenfalls getötet wird, um eine Neubildung des Nestes und einen weiteren Befall zu vermeiden.

Bei einem Befall der Materialschädlinge, der Zweifarbigen Wegameise oder der Rossameise, sowie dem Gesundheitsschädling der Pharaoameise, muss ein Expertenteam zur Hilfe gerufen werden. Professionelle Schädlingsbekämpfer sollten die Vermutung auf eine schädliche Art bestätigen und bei der Bekämpfung fachgerecht unterstützen, so das Bayerische Landesamt für Umwelt.

Muss der Vermieter Ameisen in der Wohnung beseitigen?

Befindet sich die Ameisenplage innerhalb eines Gebäudes, das im Mietverhältnis genutzt wird, stellt sich die Frage: Wer ist für die Beseitigung der Ameisen verantwortlich, Vermieter oder Mieter? Die Ursache ist bei der Beantwortung dieser Frage entscheidend. Denn Schuld ist derjenige, der für den Ameisenbefall verantwortlich ist. In den meisten Fällen sind Mieter aufgrund offenstehender oder zugänglicher Futterquellen in den Wohnräumen verantwortlich für die Ameisenplage. In diesen Fällen müssen sie auch die Ameisen beseitigen und weiteren Befall vermeiden.

Ist allerdings die Bausubstanz angegriffen und lädt daher zum Nisten und Befallen durch Ameisen ein, besteht ein Mangel am Gebäude. In diesem Fall muss der Vermieter umgehend informiert werden. Hier stehen Vermieter in der Pflicht, die Schäden zu beheben. Weigert sich der Vermieter und wird die Wohnung oder das Haus aufgrund der Ameisenplage nicht nutzbar, können Mietminderungen in Erwägung gezogen werden.


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Ameisenbefall vorbeugen

Nur eine Ameise, die einen Weg ins Haus findet, wird zum Problem. Es ist daher ratsam, vorbeugend und regelmäßig Fugen und Spalten fachgerecht abzudichten. Attraktive Futterstellen müssen beseitigt und abgedeckt werden. Dazu gehören auch Fressnäpfe von Haustieren, die durch Futterreste Ameisen anziehen können.

Vorräte sollten ordentlich verstaut und abgedeckt gelagert werden. So kommen verirrte Ameisen gar nicht erst dran und können keine Spur für ihre Kolleginnen erstellen. Lebensmittel sollten überall im Haus abgedeckt gelagert werden, auch im Kühlschrank. Die Dichtungen am Kühlschrank sind häufig kein Hindernis für Ameisen auf Futtersuche. Auch Abfälle und Biomüll sollten verschlossen gelagert und unzugänglich gemacht werden. Ist das zu Hause gut abgedichtet, attraktive Quellen für Ameisen verschlossen und werden Essensreste und Müll regelmäßig entfernt und rausgebracht, verringert dies die Gefahr für einen Ameisenbefall enorm.

Titelbild: © Cherkas/ iStock.com

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