Altersvorsorge bei Frauen: Die Rentenlücke ist groß!

“Man wird nicht als Frau geboren, man wird zur Frau gemacht” – Simone de Beauvoir

‚Das andere Geschlecht‘, so hieß das Buch der französischen Autorin, die damit eine ganze Kulturrevolution in Gang setze. Vorbei die Zeiten, in denen Frauen nichts zu sagen hatten. Selbstbewusst sollten die Frauen werden – und heute? Wir sind weit entfernt von der einst erwarteten Unabhängigkeit, Chancengleichheit und Gleichberechtigung, und zwar in allen Bereichen der Gesellschaft. Auf dem Papier bestehen sie natürlich. Praktisch zeigt sich aber, dass Frauen immer noch anders behandelt werden. Die wirtschaftlichen Folgen werden oft erst im Alter sichtbar. Wir erklären die Gründe und zeigen Tipps auf, mit denen Frauen in jedem Alter ihre finanzielle Unabhängigkeit genießen können!

 Grund 1: Gender Pay Gap

Illustration von Frau mit Geldbeutel

Die Gründe für den finanziellen Nachteil der Frauen gerade im Rentenalter sind vielfältig. Ein wesentlicher Aspekt liegt jedoch klar auf der Hand: Frauen werden schlechter bezahlt als Männer. Und das selbst dann, wenn sie denselben Job ausüben. Der so genannte Gender Pay Gap, also die geschlechtsspezifische Lohnlücke, lässt sich nicht verleugnen. Durchschnittlich verdienen Frauen in Deutschland 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Und wer nun denkt, die Lücke schließe sich allmählich, hat sich getäuscht. 1995 verdienten Frauen ebenfalls 21 Prozent weniger – und das war vor mehr als 20 Jahren. Bereinigt man diese Zahlen (rechnet also z. B. raus, dass Frauen häufig in schlechter bezahlten Branchen arbeiten), lag der Rückstand zuletzt bei immerhin 6 Prozent (Quelle: Destatis).

Statistik zum Verdienstabstand zwischen Männern und Frauen

Die Ungleichheit wächst

Der Report des Weltwirtschaftsforums (WEF) aus dem Jahr 2017 schätzt den Gender Pay Gap in Deutschland auf 68 Prozent. Und der Abstand wird in vielen Teilen der Welt größer. Ja, größer! Denn 2016 wurde die Lücke noch mit 59 Prozent angegeben. Damit liegen Frauen in Sachen wirtschaftlicher Chancengleichheit um mehr als die Hälfte hinter ihren männlichen Kollegen. Untersucht wurden in der jährlich erscheinenden Studie 144 Länder, die in vier Kategorien bewertet wurden:

  • Gesundheit und Überlebenschancen (Geburten- und Sterberaten, durchschnittliche Lebenserwartung)
  • Wirtschaftliche Chancen (Gehalt, Arbeitsmarktchancen, Führungskräfte)
  • Bildungsweg (Alphabetisierungsrate, Schul- und Hochschulbildung)
  • Politische Teilhabe (Parlaments-, Kabinettssitze)

Zum neunten Mal in Folge erreichte Island den ersten Platz, dicht gefolgt von Norwegen und Finnland. Deutschland befindet sich in Sachen Geschlechtergerechtigkeit eher im oberen Mittelfeld: Die Bundesrepublik erreichte lediglich Platz 12 der Gesamtwertung. Zum Vergleich: 2006 belegte Deutschland bei insgesamt 115 Ländern den fünften Rang. Besonders die Kategorien Bildungsweg und Gesundheit schlugen bei dem Index für Deutschland zu Buche. So liegen wir im Bereich Gesundheit nur auf Platz 70 und in der Gleichheit von Bildungschancen reichte es nur für Platz 98.

Gender Pension Gap: Ungleichheit im Alter

Der niedrigere Verdienst hat weitreichende Folgen. Denn mit weniger Gehalt werden auch die Rentenbeiträge niedriger. Obwohl derselbe Job ausgeführt wird, bekommen Frauen daher schließlich weniger Rente. In Sachen gleicher Bezahlung wurde in den letzten Jahren einiges getan und obwohl sich Frauen in der Arbeitswelt ihren Platz erkämpfen, existieren weiterhin gläserne Decken. Doch einige Länder denken bereits um. So hat Island Anfang des Jahres ein Gesetz erlassen, das den gesetzlichen Anspruch auf gleiche Entlohnung sicherstellen soll. Und andere werden folgen.

Grund 2: Die Teilzeitfalle

Illustration von Frau und Baby

Arbeit und Familie – für viele Frauen ein heikles Thema. Denn eine Geburt bedeutet oft auch einen Karriereknick in Kauf zu nehmen. Die Mehrheit der Frauen kehrt nach einer Geburt nicht mehr vollständig in das Berufsleben zurück, sondern reduziert die Arbeitsstunden. Die Teilzeitfalle hat zugeschlagen. Im schlechtesten Fall finden Mütter nach einer längeren Auszeit gar keinen Job mehr. Aber warum betrifft die Arbeitssituation nach einer Geburt meist nur Frauen?

“Es geht oft auch darum, wer mehr Geld verdient”

“Es geht derjenige zur Arbeit, der im Job mehr Geld nach Hause bringt – in der Regel der Mann.” So lautet das Ergebnis einer Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung, die zeigt, wie Frauen sich im Alter von 18 bis 40 Jahren verhalten. Immer noch ist es überwiegend das weibliche Geschlecht, das zu Gunsten der Familie beruflich kürzertritt. Natürlich, denn Frauen verdienen in Beziehungen meist weniger als Männer. Hierzulande tragen sie nämlich nur rund 22 Prozent zum Familieneinkommen bei. Das Erstaunliche: Egal in welchem beruflichen Milieu, die Probleme, mit denen sich Frauen konfrontiert sehen, sind dieselben. So ist es nicht verwunderlich, dass 52 Prozent der Männer nach der Geburt ihres Kindes keine Reduktion ihrer Arbeitszeit in Kauf nehmen wollen. Im Gegensatz dazu bestätigen 36 Prozent der Frauen, ihre Arbeit ganz oder teilweise für das Kind aufzugeben.

Gleichberechtigung sieht anders aus

Hörbar ist sie, die Forderung nach mehr Gleichberechtigung für Frauen im Job – auch mit Kindern. Die Realität sieht jedoch anders aus. In den meisten Fällen setzt sich das klassisch-konventionelle Ernährer-Modell durch. Rollenmuster und gesellschaftliche Zwänge lassen Frauen oft zurückstecken. Laut einer internationalen Studie der OECD zeigte sich, dass in Deutschland weiterhin das männliche Hauptverdienermodell vorherrschend ist. Zwar gehen rund 70 Prozent aller Mütter einer beruflichen Tätigkeit nach, doch von diesen arbeiten lediglich 30 Prozent in Vollzeit.

Doch wer nicht oder nur in Teilzeit arbeiten geht, verliert wertvolle Erwerbsjahre für die Rente. Denn weniger Berufsjahre bedeuten schließlich auch weniger Rentenzahlungen. Und wieder tappen Frauen in die Falle. Doppelt belastend: Denn neben den geringeren Einzahlungen aufgrund ihres Verdienstes fallen viele Rentenbeitragsjahre durch die Kindererziehung weg. Am Ende bleiben weniger Beitragsjahre mit geringen Einzahlungen übrig – was letztlich auch eine kleinere Rente bedeutet.

Grund 3: Pflege von Angehörigen – Frauensache

Illustrationv von Frau - im Hintergrund ein Rollstuhl

Nicht nur Kinder sind für Frauen ein Grund im Job zurückzutreten. Auch die Pflege von Angehörigen bleibt meist an den Frauen innerhalb der Familie hängen. Und das aus ähnlichen Gründen wie bei der Kinderbetreuung. Denn auch hier gilt: Diejenigen Familienangehörigen, die weniger verdienen, übernehmen die Pflegetätigkeiten. Der Pflegereport der DAK-Gesundheit konzentrierte sich bereits 2015 auf die Geschlechterunterschiede in der Angehörigenpflege. Mit wenig erstaunlichem Ergebnis: 90 Prozent der Pflege von Angehörigen übernehmen Frauen. Davon sei lediglich rund ein Drittel berufstätig. Und nur ein Fünftel davon in Vollzeit.

Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Pflege und Beruf passen also nicht zusammen. Denn immer noch fühlen sich viele Pflegende mit den Aufgaben überfordert. Sowohl körperlich und seelisch als auch finanziell. Denn gerade die Pflege ist ein kostspieliges Unterfangen. So wünschen sich viele Frauen, neben finanzieller Unterstützung, gesetzliche Regelungen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf (87 Prozent). Doch ähnlich wie bei der Kinderbetreuung sieht auch hier die Realität anders aus. Die enormen Belastungen der Pflege führen meist zu Arbeitszeitverkürzung. Mit denselben Folgen: Auch hier wirkt sich die Teilzeitfalle auf die Rentenzahlungen aus. Verlorene Beitragsjahre und weniger Einzahlungen führen zu geringeren Renten.

 Grund 4: Scheidung und Rente

Illustration von Frau und einem gebrochenen Herz

Jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden. Dabei bedeutet das Ehe-Aus für viele Frauen auch wieder vollständig für sich alleine sorgen zu müssen. Lange Auszeiten aufgrund von Kindererziehung oder Pflege erschweren jedoch den Wiedereinstieg in die Vollzeit. Auch hier wirkt sich die geringe Bezahlung der Frauen auf den späteren Rentenanspruch aus. Zudem muss nach einer Scheidung im höheren Alter auch damit gerechnet werden, dass Frauen sich mit einer geringen Rente nun alleine versorgen müssen – Altersarmut droht.

Geteilte Rentenansprüche

Hinzu kommt, dass bei einer Scheidung auch die Rentenansprüche im Sinne des Versorgungsausgleichs geteilt werden. Von dem sind auch die betriebliche und private Rentenvorsorge betroffen. Das Versorgungrecht wird bei einer Scheidung intern im Versorgungsystem geteilt. Zuletzt bekommt jeder Ex-Ehegatte dann sein eigenes Konto beim jeweiligen Versorgungsträger. Besonders Frauen kommen dabei oft schlechter weg, wie der Deutsche Anwaltverein feststellt:

Grund 5: Frauen werden älter

Illustration von Frau im Alter und einer Zeituhr für längeres Leben

Frauen werden im Durchschnitt 83,6 Jahre alt – Männer hingegen nur 78,7 Jahre. Tendenz bei beiden Geschlechtern steigend. Dieser durchaus erfreuliche Effekt führt jedoch auch zu Problemen. Denn die höhere Lebenserwartung bringt auch eine höhere Chance mit sich, zum Pflegefall zu werden. So erkranken besonders häufig Frauen im hohen Alter an Demenz. Zu allem Übel müssen Frauen dann auch noch besser mit ihrer Rente haushalten. Denn das Leben wird nicht günstiger und auch weitreichendere Pflegemaßnahmen sind teuer.

Selbst ist die Frau – in jedem Alter!

Zumindest sollte sie es sein. Vor allem in Sachen Altersvorsorge. Denn das gesetzliche Rentenniveau sinkt. Auch wenn die Politik seit Jahren viel verspricht, ist den jungen Menschen heutzutage eines sicher: Ihre gesetzliche Altersvorsorge wird nicht mehr zum Leben reichen. Insbesondere die für Frauen. Denn das Geschlecht spielt immer noch eine tragende Rolle, wenn es um die finanzielle Absicherung im Alter geht. Frauen sind wesentlich öfter von Altersarmut betroffen als Männer. Doch nicht, wenn sie etwas dagegen tun.

Unser Tipp: Bewusstsein schaffen

Altersvorsorge ist nicht das beliebteste Thema – schon gar nicht in jungen Jahren. Denn wer macht sich schon gerne mitten im Berufsleben darüber Gedanken, was am Lebensende passieren wird. Doch Aufklärung tut Not – und beginnen sollte man damit lieber früher als zu spät. Denn sich allein auf den Staat zu verlassen kann im schlimmsten Fall negativ enden. Zwar ist der Staat für die Grundsicherung im Alter zuständig, doch reichen wird das bei steigenden Mietpreisen und höheren Lebenshaltungskosten nicht mehr. Zumindest nicht, wenn man mehr im Leben möchte als das Nötigste. Besonders Frauen sollten sich bewusstwerden, dass Verantwortung zu übernehmen auch Vorsorge für sich selbst bedeutet.

Eine Lösung: Das Drei-Säulen-Modell

Die Rentenlücke stürzt viele Frauen in die Altersarmut. Doch mit einer optimalen Vorsorge kann diese ausgeglichen werden. Bestehend aus mehreren Absicherungskomponenten sind Frauen (und natürlich auch Männer) mit dem Model der drei Vorsorgesäulen optimal dafür gewappnet, sich vor drohender Armut im Alter zu schützen. Die Säulen basieren dabei auf:

  • der gesetzlichen Rentenversicherung
  • einer betrieblichen Altersvorsorge
  • einer privaten Altersvorsorge

Letztere bietet die IDEAL Versicherung in Form der UniversalLife Versicherung an. Dabei wurde vor allem darauf geachtet, dass die Beiträge nicht statisch festgesetzt sind. Denn solche machen es insbesondere Frauen schwer, flexibel und den individuellen Lebensumständen entsprechend vorzusorgen. Die “All-in-one”-Police besteht daher aus flexiblen und variablen Bausteinen und Beitragszahlungen. Grundstein des transparenten Vorsorge-Paketes ist die Rentenversicherung. Die Komponenten Todesfallschutz, Vertragsschutz und Pflegefallschutz lassen sich individuell je nach Bedarf hinzufügen. So sind vor allem Frauen vor den finanziellen Folgen im Alter abgesichert.

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