Krebstherapie - Viren, die Krebs auslösen

Acht Viren, die Krebs auslösen

Krebs entsteht nicht durch einen Auslöser allein. Für gewöhnlich sind mehrere Faktoren beteiligt, die nicht immer leicht zu identifizieren sind. So kann jemand besonders giftigen Auslösern „ausgeliefert“ sein, ohne zu erkranken. Auf der anderen Seite leiden Menschen an Krebs, ohne dass die Ursache oder Verstärker identifiziert werden können. Einige wenige Stoffe gelten aber nachgewiesen als Verstärker für die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung. Dazu gehören auch die hier vorgestellten acht Viren. Besseres Wissen über diese Viren kann verhindern, dass es zu einer Krebserkrankung kommt.

Schutz vor Viren – gibt es das?

Experten können inzwischen ein umfangreiches Wissen über die Viren vorweisen, von denen bekannt ist, dass sie Krebs auslösen. Dabei sind nur einige wenige davon überhaupt in der Lage, die Wahrscheinlichkeit für Krebs zu erhöhen. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass jeder, der sich mit diesen Viren infiziert hat, auch sicher an Krebs erkrankt. Tatsächlich ist lediglich das Risiko erhöht.

Wie erhöhen Viren das Risiko für Krebs?

Viren sind von ihrem Wirt abhängig. Sie brauchen die Zellen, um dort ihre DNA einzuschleusen und die Zellen für sich zu nutzen. Sie werden vom Körper erkannt und möglichst unschädlich gemacht. Es ist aber auch möglich, dass sie lebenslang im Körper verbleiben, ohne dass sie Symptome verursachen. So ist es z. B. möglich, dass sie sich in bestimmte Organe zurückziehen und dort für das Immunsystem unerreichbar sind oder nicht erkannt werden. Sie bleiben inaktiv, bis sie zum Beispiel für gewöhnlich durch Stressoren, wie eine akute Erkrankung, die das Immunsystem schwächt, aktiviert werden. Nun hat das Virus es leichter, das Immunsystem zu überwinden und für einen Ausbruch der Erkrankung zu sorgen.

Diese Viren erhöhen das Krebsrisiko

Folgende Viren konnten als Verstärker eines Krebsrisikos identifiziert werden:

  • Hepatitis-B
  • Hepatitis-C
  • Hepatitis-8 (Kaposi-Sarkom-Herpes)
  • Humane Papillomviren
  • Epstein-Barr-Virus
  • Humanes T-Zell-Leukämie-Virus Typ 1
  • Humanes Immundifferenzvirus (HIV)
  • Merkelzell-Polyoma-Virus

Hepatitis-B

Die Auslöser von Hepatitis-B sind sogenannte Hepadnaviren. Die Ansteckung erfolgt zumeist über Sexualkontakte und über Blut, weshalb Drogenabhängige besonders gefährdet sind. Hepatitis-B kommt bei stabilen Erwachsenen zumeist gut zur Ausheilung. Allerdings kann Leberkrebs eine Folge sein. Gegen Hepatitis-B steht Impfschutz zur Verfügung. Dadurch reduziert sich das Risiko einer Leberentzündung deutlich, was wiederum das Krebsrisiko senkt. Eine solche Impfung sollte möglichst früh erfolgen, in jedem Fall aber vor dem 18. Lebensjahr.

Hepatitis-C

Hepatitis-C ist nicht mit Hepatitis-B verwandt, sondern wird den Flaviviren zugerechnet. Die Infektion führt zu einer Leberentzündung, die chronisch werden kann. Eine mögliche Komplikation ist die Leberzirrhose, was das Risiko von Leberkrebs erhöht. Eine Impfung steht nicht zur Verfügung. Außerdem führt die durchgemachte Infektion nicht zu einer Immunität. Hepatitis-C wird auf dem Blutweg übertragen.

Hepatitis-8

Hepatitis-8 gehört zur Familie der Herpesviren und wird über Speichel und Sexualkontakte übertragen. Dieses Virus wird mit dem Kaposi-Sarkom in Verbindung gebracht, einer Tumorerkrankung, bei der Haut und Schleimhaut betroffen sind. Diese Tumorerkrankung tritt häufiger bei Menschen mit einem stark geschwächten Immunsystem auf. Aus diesem Grund ist es überdurchschnittlich häufig bei HIV-infizierten Patienten nachweisbar.

Humanes T-Zell-Leukämie-Virus Typ 1

Dieses Virus zählt zu den Retroviren und ist vor allem in Südamerika, Japan und einigen Regionen Afrikas verbreitet. In Deutschland ist dieses Virus eher selten. Ein Impfstoff steht nicht zur Verfügung. Eine mögliche Folge der Infektion ist Leukämie.

Humanes Immundifferenzvirus (HIV)

Bei diesem Virus handelt es sich um den Auslöser von AIDS. Da AIDS das Immunsystem stark schwächt, steigt dadurch das allgemeine Krebsrisiko und das Risiko für andere bösartige Erkrankungen.

Humane Papillomviren

Das Virus befällt Haut und Schleimhäute und ist Auslöser von gutartigen Warzen, die an den Händen, den Füßen, im Mund, Rachen und den Geschlechtsorganen auftreten können. Das Immunsystem kann diese Viren für gewöhnlich gut bekämpfen. Bei schwacher Immunlage kann das Virus aber Gebärmutterhalskrebs auslösen. Ein Impfschutz steht zur Verfügung.

Epstein-Barr-Virus

Dieses Virus gehört zu den Herpesviren. Es wird per Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Es befällt die Schleimhäute und die B-Lymphozyten. Das Virus kann sich über Jahre unauffällig verhalten und dann ausbrechen. Experten bringen es mit B-Zell-Lymphomen in Verbindung. Im Virus konnte außerdem Erbmaterial der bösartigen Hodgin-Lymphome nachgewiesen werden.

Merkelzell-Poyoma-Virus

Dieses Virus ist erst seit wenigen Jahren überhaupt bekannt. Es ist in der Lage, eine Form von Hautkrebs auszulösen, die allerdings recht selten ist. Verstärkend auf das Risiko wirkt eine hohe Belastung mit UV-Strahlen und eine allgemein schwache Immunlage. Impfschutz steht auch hier nicht zur Verfügung.