zwei Freizeitradfahrer

50 ist das neue, das bessere 30!

Die Zwanziger sind für viele eine verlängerte Jungendzeit. In den Dreißigern wird man erwachsen. Und mit fünfzig sitzt man fest im Leben und im beruflichen Sattel. Sind 50-Jährige heute tatsächlich biologisch jünger als früher? Oder ist es nur ein verändertes Lebensgefühl, das uns jünger wirken lässt?

„Es ist Zeit für ein bisschen Egoismus“

Ist 50 also das neue 30? Vielleicht sogar das bessere 30? Autor Clemens Hagen hat am Abend seines fünfzigsten Geburtstages eine eindeutige Antwort auf diese Frage gefunden: Mit 50 ist er endlich angekommen. Zeiten der Unsicherheit, der sinnlosen Selbstüberschätzung und gefährlicher Mutproben: Endlich vorbei. Ein Gefühl größter Gelassenheit durchströmt den Körper. Denn jetzt wird es ihm klar: „Es ist Zeit für ein bisschen Egoismus. Jetzt, nach einem halben Jahrhundert Folgsamkeit, werde ich nur noch nach einer Pfeife tanzen – meiner eigenen.“ Eindeutig: Heute ist er viel entspannter als noch 20 Jahre zuvor.

Man ist so alt, wie man sich fühlt…

Die Menschen sind heute biologisch jünger. Im Schnitt sogar fünf Jahre als Menschen gleichen Alters Jahrzehnte vor ihnen. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Doch wie ist das zu erklären? Laut Professor Christoph Bamberger, Professor für Endokrinologie und Stoffwechsel des Alterns, liegt es vor allem an der Einstellung der „neuen 30-Jährigen“. Sie verzichten nicht mehr, nur weil sie älter werden. Sie kleiden, schminken und frisieren sich nicht anders, nur weil plötzlich eine fünf vorne steht. Bamberger liefert die einfache Erklärung: Wir leben heute schlicht und einfach unter besseren Bedingungen. Krankheiten können besser behandelt werden, wir haben genug zu essen und auch die Arbeitsbedingungen haben sich positiv verändert.

Die Haare werden dünner, die Kondition schwächer

Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen: Ab den Dreißigern beginnt der Körper nach und nach abzubauen. Doch weniger radikal, wie viele vor der magischen 30 befürchten. Ein erstes Zeichen jedoch: die ersten grauen Haare tauchen auf. Haare werden dünner. Jeder dritte Mann über 30 zeigt Zeichen von Haarausfall. Durch geschicktes Frisieren und frische Farbe auf dem Kopf sind das jedoch Anzeichen, die sich noch leicht kaschieren lassen. Ein anderes Anzeichen: Ab 30 ist es für viele Menschen plötzlich nicht mehr so leicht, das Gewicht zu halten. Veränderte Lebensgewohnheiten, aber auch nachlassende Kondition, sind schuld daran. Doch mit Sport und gesunder Ernährung kann man auch hier gegensteuern.

Die Geheimwaffe gegen das Altern

Noch immer eine der effektivsten und einfachsten Möglichkeiten, fit und jung zu bleiben: Bewegung! Und zwar geistig und körperlich. Denn sobald wir uns zur Ruhe setzen, verändert sich unser Stoffwechsel: Muskelmasse nimmt ab, Fettmasse zu. Von der Entstehung von Cholesterin und freien Radikalen in unseren Gefäßen ganz zu schweigen. Die Folgen: fehlende Agilität, körperlicher und geistiger Abbau, bis hin zu Herzinfarkt oder Schlaganfall.

„Gar nichts erlebt. Auch schön.“

Zwar legte Schriftsteller Eugen Egner diese Worte Wolfgang Amadeus Mozart in seinem Buch „Die Tagebücher des W. A. Mozart“ in den Mund. Doch unrecht hat er damit keineswegs: Eine Auszeit und einfach mal Abschalten ist genauso schön wie wichtig für den Körper. Das bestätigt auch Professor Bamberger. Denn Gelassenheit und positives Denken tragen dazu bei, weniger Falten zu entwickeln: „Ein Drittel machen die Gene aus, ein Drittel der Lebensstil, ein Drittel die Psyche. Chronischer Stress spielt somit in der 1. Liga der Alt- und Krankmacher.“ Wichtig ist es deswegen, für sich einen Weg zu finden, gelassener und positiver älter zu werden. Und scheinbar gelingt das den „neuen 30-Jährigen“ heute immer besser. Egal, ob beim Alter nun eine drei, vier oder fünf an erster Stelle steht.

Mithilfe eines Tests kann das biologische Alter berechnet werden. Professor Christoph Bamberger, Professor für Endokrinologie und Stoffwechsel des Alterns, hat diesen Test mit entwickelt.

Titelbild: © Robert Kneschke